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Traunweg nach Hochwasser 2013 noch immer nicht begehbar

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Mit dieser Holzwand wird der Fußweg zwischen Stein und Burgberg abgesperrt. Doch nicht jeder hält sich daran: Ein kleiner Trampelpfad führt bereits um die Wand herum. (Foto: Mix)

Traunreut – Beim Junihochwasser vor zwei Jahren ist der Traunuferweg in Stein, der nach Burgberg führt, in einem Teilbereich weggespült worden. Aus Sicherheitsgründen ist er seither gesperrt. Es wird wohl noch bis zum Herbst dauern, bis er wieder hergestellt ist.


Zunächst gab es nach dem Hochwasser 2013 ein Hin und Her, wer denn nun für den Weg und dessen Wiederherstellung zuständig ist. Da über längere Zeit keine Bemühungen des Wasserwirtschaftsamtes erkennbar waren, hier tätig zu werden, nahm die Stadt Traunreut die Sache in die Hand und ging mit 60 000 Euro für die Planung in Vorleistung. »Das ist eigentlich nicht unser Job, sondern wäre Aufgabe des Amtes gewesen«, erklärt Bürgermeister Klaus Ritter, »aber wenn wir nichts machen, passiert da gar nichts. »Für das Traunreuter Stadtoberhaupt war es wichtig, dass endlich etwas unternommen wird: »Wir wollen den Weg wieder frei machen für die Schüler der Schule Schloss Stein und für die Bürger.«

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Die Planung ist nach Auskunft von Geschäftsleiter Josef Maier fertig. Man habe bei der Regierung die Kostenübernahme aus dem Hilfspaket für das Hochwasser 2013 beantragt. Nun heißt es warten auf die Zusage der Regierung, welche die Kosten für die Wiederherstellung eigentlich voll übernehmen sollte.

Die Bewohner von Burgberg müssen seit der Sperre große Umwege gehen, um nach Stein zu kommen. Anwohner Wolfgang Wessely berichtete in einem Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt: »Es gibt bei uns in Burgberg Anwohner ohne Auto, die konnten vorher über den Fußweg schnell und bequem nach Stein gelangen, um dort einzukaufen oder mit dem Bus zu fahren.«

Auch für die Schulkinder aus dem Gebiet sei der Weg wichtig. Derzeit müssen sie über die stark befahrene Pallinger Straße zur Bushaltestelle Fasanenjäger gehen. Über den gesperrten Fußweg könnten sie viel schneller und sicherer zur Haltestelle in Stein gehen. Außerdem ist Wolfgang Wessely der Meinung: »Das ist doch ein öffentlicher Weg, der muss wieder hergerichtet werden.«

Das Förderprogramm für die Maßnahmen aus dem letzten großen Hochwasser läuft Ende Juni aus und bis dahin müsste der Bescheid eingehen. Dann erfolgt die Ausschreibung für die Arbeiten und im Herbst bei Niedrigwasser könnte man mit dem Bau beginnen. Spätestens im kommenden Frühjahr sollte der Weg dann wieder hergestellt sein, hofft Maier. Eventuelle Unklarheiten könnte es seiner Meinung nach noch geben, da die Stadt Traunreut nicht wirklich zuständig ist für den Weg. Es solle jedoch eine Widmung eingetragen werden, sodass der Weg in die Zuständigkeit der Stadt fällt und es Unsicherheiten künftig nicht mehr gibt.

Der Leiter der Schule Schloss Stein, Sebastian Ziegler, sehnt den Tag herbei, an dem die Schüler den Weg wieder nutzen können: »Ich hoffe wirklich, dass dies der letzte Sommer ist, in dem wir diesen Zustand ertragen müssen, der jetzt schon zwei Jahre andauert.« Der Sport im Freien für die Schüler sei massiv behindert, da sie den Sportplatz bei Burgberg nicht mehr zu Fuß erreichen können. Sie werden seither mit einem Kleinbus dorthin gefahren. »Das nimmt ein Drittel der Sportstunde in Anspruch«, erklärt der Schulleiter.

Für die Stadt Traunreut und Bürgermeister Klaus Ritter ist der Hochwasserschutz auch in Hörpolding Unterdorf und in Traunwalchen beziehungsweise Pertenstein ein wichtiges Thema: »Hier hängt's auch noch.« Die Arbeiten seien noch nicht abgeschlossen.

Die Hochwasserschutzmaßnahmen im südlichen Bereich der Traun, die verhinderten, dass sich das Wasser außerhalb des Flussbettes seinen Weg sucht, brächten mehr und schneller fließendes Wasser in den Norden. Wie der Altenmarkter Bürgermeister Stephan Bierschneider erklärt, gibt es zudem das Problem, dass die Traun sich in Altenmarkt zurückstaut, wenn die Alz ebenfalls viel Wasser führt. Dies habe auch Auswirkungen auf Stein. Zumindest habe man erreichen können, dass die Meldestufe vom Wasserwirtschaftsamt von 2,50 auf 2,35 Meter herabgesetzt wurde, da die höhere Gefahr von Hochwasser an der Traun erkannt worden sei. mix

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