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Traunwalchner »Molchis« arbeiten im eigenen Labor

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Julia (links) und Lena fischen im Teich nach Lebewesen und Pflanzen und untersuchen sie danach im Labor. (Foto: Rasch)

Traunreut. Eigentlich wollte Gottfried Alversamer aus Traunwalchen seinen alten Holzschuppen abreißen und einen neuen bauen. Seit rund zwei Jahren hat diesen aber seine Enkelin Lena beschlagnahmt und zusammen mit Julia und Tobias ein Teich-Labor eingerichtet. Die drei »Laboranten« haben sich diesem Hobby seit etwa drei Jahren verschrieben: Sie untersuchen, forschen und »fischen« im Teich von Oma Rosi. So kommt für die Elfjährigen auch in den Ferien keine Langeweile auf.


Die Traunwalchner »Molchis«, wie sie im Dorf genannt werden, bieten sogar Laborführungen an und brachten inzwischen auch ihre erste Laborzeitung »Labor und Teich« heraus. Alles, was im Teich kreucht und fleucht – von Molchen, Schnecken, Kaulquappen, Wasserläufern bis hin zum Moos – wird von den »Molchis« buchstäblich unter die Lupe genommen. Tagtäglich wandeln sie auf den Spuren von »Orangie«, »Hirni« und »Fette Line« – so nennen sie ihre Lieblingsmolche – und versuchen sie vor ihren gefräßigen Feinden zu beschützen.

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Besonders stolz sind sie auf »Pinky« und »Bubble«, zwei Molchbabys, die im laboreigenen Aquarium auf die Welt gekommen sind. »Wenn sie größer sind, kommen sie wieder in den Teich«, erklärte Julia bei einer Labor-Führung dem Traunsteiner Tagblatt. Ein selbst bemaltes Schild »Zum Labor« weist den Besuchern, die jeden Mittwoch die Möglichkeit haben, sich über die Arbeit der Naturdetektive zu informieren, den Weg in das Reich an der Kreisstraße mit eigenem Briefkasten und Klingel – natürlich auch selbst gebastelt.

Das Herzstück, das Labor, ist über eine Treppe erreichbar, während ein Büro und ein Shop im unteren Hüttenbereich untergebracht sind. Im Büro werden alle schriftlichen Arbeiten erledigt, wie die Anmeldungen für die Führungen oder Fragen der Besucher. Es gibt auch jede Menge Informationsmaterial, alles fein säuberlich beschriftet. Im »Verkaufs«- Shop lassen die drei Hobbybiologen ihren Fantasien freien Lauf: Sie fertigen ausschließlich aus Naturmaterialien originelle Mitbringsel wie Armbänder, Dufterfrischer in Form eines Graspferdes oder »Putzanlagen« für Terrarien. Selbst gemalte Tierbilder ergänzen das Shop-Angebot, das täglich mit neuen Ideen aufgefüllt wird.

Dank Spenden können sie wieder in neue Projekte und Experimente investieren. Aktuell wollen sie sich mit den Ameisen beschäftigen. Das Terrarium steht bereits in der Ecke. »Da kommen Ameisen rein, die wir dann beobachten und erforschen wollen«, sagte die experimentierfreudige Lena, die sich mit ihrer Cousine Julia oft tagelang im Labor und am Teich aufhält, um wieder »neue Sachen herauszufischen«.

Die beiden Schülerinnen der Walter-Mohr-Realschule in Traunreut und ihr Mitstreiter Tobias verfügen mittlerweile über ein beachtliches Fachwissen. Im Notfall liegt eine entsprechende Literatur parat. Ein lehrreiches Unterrichtsmaterial mit Ferienspaß-Faktor, wie Lena, Julia und Tobias bewiesen. Solange die Euphorie der Hobbybiologen anhält, muss Opa Gottfried wohl weiter auf einen neuen Schuppen verzichten. ga

Blattl Sonntag Traunstein