weather-image
Der Traunreuter Stadtrat entschied sich erneut bei einer Gegenstimme für den Standort im Gewerbegebiet

Traunwalchner Feuerwehrhaus soll nach Oderberg

Traunreut – Der Stadtrat hat sich erneut dafür ausgesprochen, dass die Feuerwehr Traunwalchen ein neues Gerätehaus in Oderberg bekommt. Gegen die Stimme von Günter Dzial (SPD) kam das Gremium dabei dem Wunsch der Wehr entgegen, die sich jetzt nochmals für diesen Standort und damit gegen die zwischenzeitlich favorisierte Alternative »Hölzl« an der Robert-Bosch-Straße in Traunwalchen ausgesprochen hatte.

Auf diesem noch freien Baugrundstück im Gewerbegebiet Oderberg soll ein neues Feuerwehrhaus für die Freiwillige Feuerwehr Traunwalchen gebaut werden. Das Grundstück befindet sich bereits im Besitz der Stadt Traunreut und Pläne liegen auch schon vor. Der Stadtrat hatte sich auf den Standort Oderberg bereits im Februar 2014 festgelegt. (Foto: Rasch)

Nach langwierigen Diskussionen hatte der Stadtrat eigentlich bereits im Februar 2014 festgelegt, dass die Wehr ihr neues Feuerwehrhaus im Gewerbegebiet Oderberg bekommen soll. Das Grundstück ist bereits im Besitz der Stadt und die Pläne sind auch schon gezeichnet. Angesichts von Baukosten bis zu zwei Millionen Euro (inklusive Unterbringung der Schützen) wurde dann aber vor einem Jahr auf Antrag der Bürgerliste nochmals angeregt, eine Fusion mit der Matzinger Wehr zu versuchen. Unter der Regie von Feuerwehrreferent Herbert Kusstatscher wurde über Monate diskutiert und geplant. Am Ende stimmten die Traunwalchner für eine Fusion, die Matzinger aber dagegen.

Anzeige

Zwei Alternativstandorte bei den Verhandlungen

Bei den Verhandlungen hatten sich zu Oderberg noch zwei Alternativstandorte an der Robert-Bosch-Straße herauskristallisiert: Ein Grundstück an der Abzweigung nach Hörzing sowie auf der Wiese bei Hölzl, weiter südlich gelegen, aber noch vor der Traunbrücke. Die Traunwalchner Wehr und Feuerwehrreferent Kusstatscher hatten sich im Juli dann dafür ausgesprochen, das neue Gerätehaus der Traunwalchner Wehr am Standort Hölzl zu bauen. Die Entscheidung war auf Antrag der CSU dann aber vertagt worden und es wurden Stellungnahmen von Kreisbrandrat, Kreisbaumeister und Staatlichen Bauamt Traunstein gefordert. Kreisbrandrat Hans Gnadl sprach sich dabei eindeutig für einen Neubau in Oderberg aus: Es sei bedauerlich, dass die Fusion der beiden Feuerwehren Matzing und Traunwalchen nicht funktioniert hat. Bei dieser Fusion wäre der Standort »Hölzl« wegen der Anfahrtsmöglichkeiten von Matzing und Traunwalchen ein idealer Standort gewesen. Da dies jetzt nicht mehr der Fall ist, stelle sich das Gewerbegebiet in Oderberg als der richtige Standort heraus. »Ein anderer Standort ist einsatztaktisch nicht zu empfehlen.«

Ebenfalls für Oderberg sprach sich die Untere Immissionsschutzbehörde am Landratsamt aus. Begründet wurde dies vor allem mit der zu erwartenden Lärmbelästigung an den beiden Alternativstandorten, die in der Nähe von Wohngebieten liegen. Das Staatliche Bauamt Traunstein favorisierte ebenfalls den Standort im Gewerbegebiet, da dort die Zufahrt am günstigsten sei. Zu den beiden Alternativen hätte keine eigene Zufahrt gebaut werden dürfen. Für Oderberg sprachen sich zudem der Kreisbaumeister aus ortsplanerischer Sicht und der federführende Kommandant der Traunreuter Feuerwehren, Karl-Heinz Erhard, aus. Erhard kam zu dem Fazit: »Nach Abwägung der verschiedenen Vor- und Nachteile der Standorte spreche ich mich klar für den Standort Oderberg aus. Zusätzlich für die Zukunft betrachtet stellt sich für mich in der Achse Pierling, Traunwalchen, Matzing aus personeller und einsatztaktischer Sicht der zentrale Standort Oderberg als die beste Wahl dar.«

Wehr sprach sich eindeutig für den Standort Oderberg aus

Jegliche Diskussion im Stadtrat erledigte sich schließlich mit einer Stellungnahme von Feuerwehrreferent Herbert Kusstatscher, der darüber informierte, dass er am Sonntagabend eine Mail von der Traunwalchner Wehr bekommen habe, wonach sich Vorstand und Aktive eindeutig für den Standort Oderberg ausgesprochen hätten. Die letzte Äußerung, dass der Neubau bei Hölzl ihr Favorit sei, sei nur die Meinung der Aktiven gewesen. Kusstatscher nahm deshalb seinen Antrag zurück, dass das Gerätehaus in Hölzl gebaut werden solle: »Ich weise aber darauf hin, dass es bei der Zufahrt in Oderberg Probleme mit Lastwagen gegeben hat, die ist nicht optimal.« CSU-Stadtrat Günther Dorfhuber, zugleich 2. Kommandant der Traunwalchner Wehr, warb schließlich ebenfalls für einen Beschluss zugunsten von Oderberg: »Die Anfahrt der Traunwalchner Feuerwehrler ist bei Hölzl eher schlechter und es gibt durchaus auch Äußerungen von Anwohnern, die mehr Lärm befürchten. Für die Traunwalchner ist jetzt wichtig, dass die Diskussion zu Ende geht und ein Beschluss fällt.«

Anschließend votierten alle Stadträte für den Neubau in Oderberg, nur Günter Dzial stimmte dagegen und kritisierte: »Ich weiß nicht, wo der große Unterschied bei Hölzl nun ist, wenn die Feuerwehren nicht zusammengehen.« Er kritisierte, dass der Beschluss für Oderberg nicht sehr zukunftsgerichtet sei und er könne auch die Meinung des Kreisbrandrates nicht nachvollziehen. »Ich frage mich auch, warum der Kreisbrandrat nun auf einmal wieder ganz anderer Meinung ist und dies mit Einsatztaktik begründet.«

Aufgehoben wurde anschließend der Beschluss vom Mai zum Ankauf des Grundstücks Hölzl durch die Stadt. Im Oktober soll noch entschieden werden, ob im neuen Feuerwehrhaus auch die Schützen untergebracht werden und in welcher Variante der Neubau errichtet wird. Zuletzt war eine Variante mit Kosten von rund einer Million Euro favorisiert worden. ga