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Traunsteinerin (79) verlor über 100.000 Euro – Falsche Polizisten verhaftet

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Vorsicht bei Anrufen von vermeintlichen Polizisten
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Vorsicht bei Anrufen von vermeintlichen Polizisten Foto: Montage; l. Patrick Seeger; r. Jan-Philipp Strobel

Landkreis Traunstein – Mehrere Betrüger, die sich als Polizisten ausgaben, brachten im April eine 79-jährige Einheimische um mehr als 100.000 Euro. Auch ein Rosenheimer Ehepaar wurde Opfer falscher Beamter. Die Kripo hat nun fünf Verdächtige ermittelt, die bereits festgenommen wurden.


Sie gaben sich am Telefon als Polizeibeamte aus: Mit einer perfiden Masche ergaunerten Betrüger von ahnungslosen Senioren in Traunstein und Rosenheim sehr hohe Bargeldbeträge und andere wertvolle Gegenstände. In drei Fällen führten die Ermittlungen der Kriminalpolizei mit Unterstützung aus dem Polizeipräsidium nun zum Erfolg.

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Der erste Fall passierte im April diesen Jahres in Traunstein: Mehrfach hatten die Betrüger eine 79-jährige Einheimische angerufen und sich als Polizeibeamte ausgegeben. Sie teilten ihr mit, dass sie ihr Bargeld austauschen müsse, da es sich um Falschgeld handeln würde. Den psychologisch geschickt agierenden Tätern war es schließlich gelungen, dass die gutgläubige Dame ihnen fünfstellige Beträge übergab – und das sogar mehrmals. Insgesamt erbeuteten die Täter einen sechsstelligen Betrag.

Mit operativen Maßnahmen kamen die Ermittler der Kripo nun zwei Männern im Alter von 42 und 56 Jahren aus Baden-Württemberg auf die Spur. Sie gelten als dringend tatverdächtig. Anfang Juni wurden die beiden zusammen mit der Kripo Friedrichshafen festgenommen. Anschließend wurden sie nach Traunstein überstellt, wo sie dem zuständigen Haftrichter vorgeführt wurden. Beide sitzen nun in Haft.

Weitere Opfer gibt es auch in Baden-Württemberg: Dort haben gutgläubige Opfer in mindestens zwei Fällen ebenfalls Bargeld im Bereich um etwa 50.000 Euro an die Betrüger ausgehändigt. Die Ermittlungen zu weiteren Opfern und Tatverdächtigen dauern in diesen Fällen noch an.

Rosenheimer Ehepaar um Goldmünzen betrogen

Zu einem ähnlichen Fall kam es im Februar des Jahres in Rosenheim. Auch hier brachten Betrüger nach mehreren Anrufen ein Rosenheimer Ehepaar dazu, den Tätern eine wertvolle Sammlung aus Goldmünzen zu übergeben.

Auch hier gelang es der Kripo, drei dringend Verdächtigen auf die Schliche zu kommen. Vor wenigen Tagen erfolgte dann in Norddeutschland der Zugriff: Mit Unterstützung von Beamten der dortigen Dienststellen wurden in Bremen zwei 33-jährige Männer und eine 31-jährige Frau festgenommen. Auch sie wurden nach Traunstein überstellt. Zwei von ihnen sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft.

Obwohl die Ermittlungen von Staatsanwaltschaft und Kripo noch andauern, zeichnet sich bereits jetzt für die Ermittler deutlich ab, dass die verhafteten Tatverdächtigen für insgesamt acht Fälle verantwortlich sind.

Die Polizei warnt an dieser Stelle erneut vor Betrugsmaschen „falscher Polizeibeamter“ oder „falscher Enkel“ und rät:

  • Informieren Sie Ihre Familienangehörigen und Nachbarn
  • Geben Sie am Telefon niemals Auskünfte über persönliche Verhältnisse. Staatliche Stellen fordern niemals auf diese Art und Weise Bargeld.
  • Rufen Sie Ihre örtliche Polizei zurück und erkundigen Sie sich. Verwenden Sie hierfür niemals die im Display angezeigte Rufnummer, sondern immer die Ihnen bekannte!
  • Rufen Sie beim geringsten Zweifel den Polizeinotruf 110. Haben Sie keine Angst anzurufen: Lieber einmal zu oft den Notruf abgesetzt, als Opfer der Betrüger zu werden.