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Traunsteiner zeigen wirtschaftliche Alternativen auf

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Dreharbeiten in der Nudel-Produktion der Firma Hennes mit der Filmemacherin Marie-Monique Robin. (Foto: H. Eder)

Traunstein – Die französische Investigativ-Journalistin und Filmemacherin Marie-Monique Robin ist weltweit bekannt, vor allem durch ihren gentechnik-kritischen Film »Monsanto, mit Gift und Genen« und die nachfolgende Produktion »Unser täglich Gift«. Jetzt hat sie einen neuen Film gedreht, der sich unter der Überschrift »Sacrée Croissance« (»Heiliges Wachstum«) um die Frage dreht, warum Wirtschaftswachstum zu einem Dogma der Politik erhoben worden ist. In ihrer Reportage zeigt sie Alternativen auf, unter denen auch regionale Währungen eine Rolle spielen; so zum Beispiel der Chiemgauer. Deshalb wurden für den Film, der am Dienstag um 20.15 Uhr auf dem Fernsehsender »arte« ausgestrahlt wird, zahlreiche Szenen in Traunstein und Umgebung gedreht.


Anlass für Marie-Monique Robin war im Mai vergangenen Jahres der Regiogeld-Kongress, den die Verantwortlichen der Regionalwährung Chiemgauer in Traunstein organisiert hatten. Damals waren einige prominente Redner gekommen, mit denen das Filmteam gesprochen hat; unter anderen mit dem Wirtschaftswissenschaftler Nico Paech. Besucht wurden darüber hinaus auch eine ganze Reihe von Akteuren der Chiemgauer Regionalwährung. So gab es ein ausführliches Gespräch mit Christophe Levannier, Inhaber der Firma Schürnbrand und Vorsitzender des Chiemgauer-Vereins, und Christian Gelleri, dem Gründer des Chiemgauer. Weitere Drehtermine mit der Filmemacherin, die bereits mit vielen Preisen ausgezeichnet worden ist, gab es bei Bernhard Hennes, Inhaber eines Geflügelbetriebs in Langenspach bei Erlstätt, bei der Schlossbrauerei Stein, beim Waldkindergarten Traunstein, beim Traunsteiner Bauernmarkt, bei Biofair Traunstein und bei der Firma Naturhaus.

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Mit ihrem Film will Marie-Monique Robin unter anderem die Botschaft verbinden, dass Regiogeld eine Antwort auf das jetzige Finanzsystem sein könne, in dem nur fünf Prozent der Geldmenge die Realwirtschaft betreffen, der Rest ausschließlich Spekulationszwecken diene.

Eine verbindende Rolle in diesem Film spielt die Traunsteinerin Heike Polster. Sie stand Marie-Monique Robin als Chiemgauer-Verbraucherin einen Tag lang zur Verfügung und ist in diesem Film eine von neun Frauen aus der ganzen Welt, die als Beispiel für den Übergang in eine »Postwachstums-Gesellschaft« stehen sollen. Diese Frauen – aus Europa, Asien und Südamerika – engagieren sich in den Bereichen Landwirtschaft, Gastronomie, Energie und Finanzen. Sie sind weder politische Aktivistinnen noch Intellektuelle, sondern »lokale Heldinnen«, wie es in dem Film heißt, die sich für eine solidarischere Welt einsetzen.

Wie sie, so eine weitere Botschaft des Films, machen sich immer mehr Experten für ein Ende des grenzenlosen Wachstums stark. Im Norden und Süden der Welt experimentiere man mit neuen Wirtschaftsmodellen und erziele inzwischen erste Ergebnisse. So zeichnen sich neue, umweltbewusste und regionalisierte Modelle ab, die die Menschheit für absehbare Probleme wie Klimawandel, Mangel an fossilen Brennstoffen und Finanzkrisen besser wappnen könnten. Alternativen, die sich bereits bewährt haben, werden in diesem Film aufgezeigt. he