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Traunsteiner Stadtplatz wird saniert

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Eine ziemliche Buckelpiste ist die Straße vom Maxplatz kommend zum Traunsteiner Stadtplatz. Diese soll nun hergerichtet werden. Einem entsprechenden Antrag stimmte der Stadtrat zu. (Foto: Reiter)

Traunstein – Der Traunsteiner Stadtplatz wird saniert. Die Bauarbeiten sollen Mitte September beginnen. Einem entsprechenden Antrag stimmte der Stadtrat zu – allerdings nicht, ohne sich auch kritisch zu äußern.


Saniert wird der Bereich von der Einfahrt vom Maxplatz her kommend bis zum Nordeingang der St. Oswald Kirche. Das seien rund 6000 Quadratmeter, informierte Gerhard Hogger vom Straßenbauamt auf unsere Nachfrage. Die Kosten schätzt er auf rund 100 000 Euro. Vier Wochen wird die Zufahrt von dieser Seite zum Stadtplatz komplett gesperrt sein, »die Steine werden in Beton verlegt, der muss g'scheit aushärten«, so Hogger. Die Bauarbeiten werden am 14. September beginnen und voraussichtlich bis 6. November dauern.

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»Wir sollten das jetzt dauerhafter herrichten«

Für Josef Kaiser (UW) ist es unverständlich, warum bei der geplanten Sanierung erneut das gleiche Material (Pflastersteine) verwendet werden soll. Es habe sich doch gezeigt, dass diese sich für eine Fahrspur nicht eignen. »Wir sollten das jetzt dauerhafter herrichten«, betonte er.

Es sei nicht möglich, hier einfach ein anderes Material zu nehmen, informierte Oberbürgermeister Christian Kegel. Zum einen gebe es urheberrechtliche Gründe (Architekturbüro), zum anderen dürfe der Stadtplatz 25 Jahre nicht wesentlich verändert werden, sonst könne es sein, dass die Regierung von Oberbayern Geld der Städtebauförderung zurückverlange.

1997 sei die Sanierung des Stadtplatzes zur Debatte gestanden und die Stadt habe einen Wettbewerb ausgeschrieben, blickte Gerhard Hogger vom Straßenbauamt zurück. Der Sieger – das Architekturbüro Plankreis – habe den Zuschlag bekommen. »Ich hatte damals schon Bedenken angemeldet«, sagte Gerhard Hogger. Denn es sei klar gewesen, dass es vor allem durch den Schwerlastverkehr Probleme geben werde. »Jetzt ist die Einfahrt vom Maxplatz her restlos fertig.« Eine kleine Änderung gebe es bei der nun geplanten Sanierung bezüglich der Größe der Steine. »Wir schneiden die großen Platten auf ein kleineres Maß zu, denn wir haben festgestellt, dass die großen Platten dazu neigen, schnell zu kippen. Das wird dann hoffentlich länger halten«, sagte Hogger.

Oberbürgermeister Christian Kegel betonte, »dass der Stadtplatz in Traunstein sicher einer der schönsten in Oberbayern ist. Das liegt auch daran, dass er so verlegt wurde, wie er ist.«

Dr. Christian Hümmer (CSU) sprach die Städtebauförderung an. Es werde doch immer betont, dass die Beziehungen zur Regierung von Oberbayern so gut seien. »Könnten wir da nicht mal nachfragen, ob sie sich in diesem Fall mal in unsere Richtung bewegen?«

»Dass Traunstein so eine fantastische Stadt ist und so toll aussieht, ganz anders als Traunreut, das haben wir auch den Mitteln der Städtebauförderung zu verdanken«, entgegnete Oberbürgermeister Christian Kegel.

Ingrid Bödeker (SPD) sprach in dem Zusammenhang noch die Barrierefreiheit an. Die Seniorenbeauftragte betonte, »dass wir Überlegungen brauchen.« Nicht nur alte Menschen und Behinderte hätten Probleme, auch für Eltern mit Kinderwagen seien die Pflastersteine nicht ideal. »Wir müssen Nägel mit Köpfe machen, dass die Leute da auch anständig drüber kommen.«

Nach all den Anmerkungen und der Kritik stimmte der Stadtrat aber letztlich mit 15:7 Stimmen einer Sanierung des Stadtplatzes zu.

Stadt lässt »Kommunales Denkmalkonzept« erstellen

Die Stadt Traunstein ist aufgrund ihrer vielen historischen Gebäude im Bund/-Länderprogramm Städtebaulicher Denkmalschutz der Städtebauförderung. Nun soll ein sogenanntes »Kommunales Denkmalkonzept« erstellt werden. Der Auftrag wird an das günstigste Büro vergeben, maximal aber darf es 49 000 Euro kosten. Die Ausschreibung wird durch das Landesamt für Denkmalpflege erfolgen.

Das »Kommunale Denkmalkonzept« soll helfen, historische Werte zu erkennen und zu bewahren. Die Kosten für das Gutachten werden von der Städtebauförderung mit 60 Prozent bezuschusst, der Eigenanteil der Stadt liegt bei 19 600 Euro.

Nicht glücklich mit dem »Kommunalen Denkmalkonzept« zeigte sich Wolfgang Osenstätter (CSU). »Wir sind sehr weit mit dem Denkmalschutz, da sollten wir nicht wieder 50 000 Euro für so einen Quatsch raushauen.« Sein Fraktionskollege Josef Häusler fragte nach dem genauen Inhalt dieses Konzepts. Darauf ging Stadtplaner Elmar Schwäbisch ein. Es gehe in erster Linie darum, die Bürger über historische Zusammenhänge zu informieren. Dafür müssten zunächst historische und wirtschaftliche Daten ermittelt werden. Er nannte als Beispiel die Scheibenstraße, an der es viele historische Denkmäler gebe. »Wir wissen aber nicht, welche Bedeutung sie wirklich haben. Das wird mit dem Denkmalkonzept ermittelt.« Der Stadtrat stimmte der Erstellung des Fachgutachtens mit 20:4 Stimmen zu. KR