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Traunsteiner Sportfachhändler haben Angst um ihre Existenz

Traunstein. Beruhigt kann die Werbegemeinschaft Traunstein in die Zukunft blicken: Die Mitglieder stellten nun bei einer Versammlung im Parkhotel Traunsteiner Hof die Weichen für künftige Großveranstaltung. Mit der Gründung der »Traunstein erleben GmbH« wird die Werbegemeinschaft künftig vor drohenden Verlusten – etwa durch ausbleibende Einnahmen bei Regen an den Traunsteiner Rosentagen – geschützt. Dieser Tagesordnungspunkt war schnell erledigt. Dafür kochte ein anderes Thema hoch: In Haslach soll ein neues Gewerbegebiet entstehen – in unmittelbarer Nähe zu den bereits bestehenden Flächen. Besorgt meldete sich deshalb Hannes Praxenthaler vom gleichnamigen Traunsteiner Sportgeschäft zu Wort.

In Haslach könnte auf dieser Wiese ein weiteres Gewerbegebiet entstehen. Oberbürgermeister Manfred Kösterke bestätigte bei einer Mitgliederversammlung der Werbegemeinschaft, dass ein Planer sich derzeit mit diesem Thema beschäftigt. (Foto: Brenninger)

Österreichischer Sportfilialist möchte sich ansiedeln

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Ihm sei zu Ohren gekommen, dass in Haslach ein großer österreichischer Sportfilialist auf 1200 Quadratmeter einen Glaspalast bauen möchte, betonte er. Er habe sich bereits mit seinen Traunsteiner Kollegen darüber unterhalten – einhellige Meinung: »Wir sehen das extrem kritisch«, fügte er hinzu. »Das Marktpotenzial ist ausgeschöpft«, hob er hervor. »Für uns ist das eine extreme Bedrohung.«

Hannes Praxenthaler bat den Vorsitzenden der Werbegemeinschaft, Thomas Miller, daher um eine Stellungnahme. »Da ist was dran«, bestätigte Miller. Mehr könne er dazu allerdings nicht sagen, da er über das Projekt in seiner Funktion als Stadtrat erfahren habe und darüber noch nicht öffentlich gesprochen wurde, informierte er.

Deshalb, fügte Miller hinzu, habe er das Thema in der Werbegemeinschaft bisher auch noch nicht zur Sprache gebracht. Das werde aber folgen, sobald das Thema öffentlich ist, versprach er. Miller blickte aber schon voraus: »Wir werden uns dagegen aussprechen«, betonte er. »Denn wir haben in Traunstein wirklich einen guten Sportfachhandel«, hob er hervor. Zudem sei die Werbegemeinschaft auch gegen weitere Einzelhandelsflächen, schob er nach, »sofern unsere Mitglieder das natürlich auch so sehen«.

Gregor Dangel von der Firma Bergader schloss sich seinen beiden Vorrednern an: »Ich finde das ganz, ganz schlimm.« Er hob hervor, dass durch ein weiteres Gewerbegebiet die Einzelhandelsgeschäfte leiden müssen. »Traunstein ist eine sehr schöne Einkaufsstadt«, betonte er. Er wünschte sich, dass »professionelle Geschäfte erhalten bleiben«.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke brachte etwas Licht ins Dunkel. »Es ist richtig, dass ein Planer an uns mit genau diesem Vorschlag herangetreten ist«, beendete er die Spekulationen. »Wir haben ihm deutlich gemacht, dass das nur mit einem Raumordnungsverfahren möglich ist.« Kösterke beruhigte die Anwesenden: »Momentan plant der Planer ohne Sportartikelhandel.« Der endgültige Vorschlag des Planers liege aber noch nicht vor und brauche dann auch die Zustimmung des Stadtrates, betonte der Oberbürgermeister weiter. Kösterke gab zudem bekannt, dass bereits ein Gutachten in Auftrag gegeben wurde.

Zudem brauche man dort kein innenstadt-relevantes Sortiment mehr, so Kösterke. »Wir haben kein Interesse daran, die Innenstadt zu kannibalisieren«, hob er hervor. Hannes Praxenthaler nahm die Aussagen Kösterkes mit Erleichterung auf: »Uns ist gerade ein Stein vom Herzen gefallen«, sagte er.

Der ursprüngliche Grund für die Versammlung der Werbegemeinschaft war die Gründung einer Veranstaltungs-GmbH. Thomas Miller nannte die Traunsteiner Rosentage als Hauptgrund dafür. Die erfolgreiche Veranstaltung schwebe jedes Jahr wie ein Damoklesschwert über der Werbegemeinschaft, die ja ein Verein sei, betonte er. »Wenn es regnet, fehlen uns an einem Tag 15 000 bis 20 000 Euro«, rechnete er vor. Im Vorfeld der Veranstaltung habe man aber bereits an die 90 000 Euro ausgegeben. »Die Gefahr ist zu groß, die Werbegemeinschaft zu wichtig, damit wir das Ganze dadurch zu Fall bringen.« Schließlich hafte bisher die Werbegemeinschaft für hohe Verluste, so Miller. Künftig soll dies nun die GmbH übernehmen.

Angela Huber ist Geschäftsführerin

Einziger Gesellschafter der Veranstaltungs-GmbH wird vorerst die Werbegemeinschaft sein. Die Mitglieder stimmten einstimmig für diesen Vorschlag. Gleich danach wurde noch die Geschäftsführerin der »Traunstein erleben GmbH« gewählt. Als einzige Kandidatin stand Angela Huber, die Schriftführerin der Werbegemeinschaft, zur Wahl. Die Mitglieder sprachen ihr – bei einer Enthaltung – das Vertrauen aus.

Thomas Miller gab in der anschließenden Ausschusssitzung noch bekannt, dass die Werbegemeinschaft auch auf der Truna vertreten sein werde. Zudem haben sich bereits über 20 Gärtner für die Rosentage 2014 angemeldet. Geplant sei für die Rosentage auch, dass in der Maxstraße historische Feuerwehrfahrzeuge ausgestellt werden. »Die Gespräche dazu laufen bereits«, informierte Thomas Miller. Zudem soll es diesmal eine italienische Nacht geben. »Deshalb werden wir unsere Werbemaßnahmen in Italien verstärken«, gab er bekannt. Die Flyer zu den Traunsteiner Rosentagen werden deshalb nun auch auf italienisch gedruckt. SB