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Traunsteiner Ostermarsch für den Frieden

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Rund 100 Teilnehmer gingen beim Traunsteiner Ostermarsch der Friedensinitiative vom Traunsteiner Stadtplatz zum Stadtpark und zurück mit. Die Kundgebung fand aufgrund des Wetters im Hofbräustüberl statt. (Foto: Buthke)

Traunstein – Mit einer Kundgebung und einem Demonstrationsmarsch setzten sich Parteien, Gewerkschaften und Organisationen am Ostersamstag für den Frieden in der Welt ein. Organisiert wurde der Traunsteiner Ostermarsch von der Friedensinitiative Trostberg- Traunreut-Traunstein (FITTT). Hauptthemen der Kundgebung, die wegen des schlechten Wetters im Hofbräustüberl stattfand, waren das Ende des Zweiten Weltkriegs vor 70 Jahren, die Griechenlandkrise, die Krise in der Ukraine und das Freihandelsabkommen TTIP (Transatlantic Trade und Investment Partnership).


Das Ende des Zweiten Weltkriegs bezeichnete der DGB-Kreisvorsitzende Hans Gandler als Befreiung von Leid, Menschenverachtung und Massenmord. »Damit das Morden ein Ende bekommt, müssen wir den Tätern und den geistigen Brandstiftern in internationaler Solidarität geschlossen entgegentreten«, sagte er. Er verurteilte jeden Mord, ob aus Niedertracht oder Ausgrenzung, falsch verstandenen religiösen Gründen, Fremdenfeindlichkeit, rassistischen oder nationalen Gründen. »Lasst uns für eine Zivilgesellschaft eintreten, in der Streitigkeiten ohne Gewalt ausgetragen werden können, und Flüchtlinge vor Krieg, Terror und Gewalt geschützt und herzlich aufgenommen werden«, so Gandler.

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Prof. Dr. Georg Auernheimer vom Kreisverband Traunstein »Die Linke«, erklärte, TTIP habe wirtschaftspolitische und geostrategische Ziele. Das wirtschaftspolitische Ziel sei die Suche nach noch mehr transnationalen Verwertungsmöglichkeiten und nach Anlagemöglichkeiten für die ungeheuren Vermögen, die in den vergangenen 20 Jahren weltweit angehäuft worden seien. Das geostrategische Ziel von TTIP sei eine stärkere wirtschaftliche Einbindung der EU in eine transatlantische Partnerschaft als Ergänzung des militärischen Bündnisses NATO.

»Wir können ohnehin nichts tun«

Wenn es trotz des breiten Protests nicht gelinge, TTIP zu verhindern, befürchtet er eine weitere Entpolitisierung, weil die Leute sagen: »Wir können ohnehin nichts tun.« Wenn TTIP durchkomme, dann sei von Demokratie nicht mehr viel übrig.

Dr. Renate Schunck von der FITTT bezeichnete das »Pulverfass Ukraine« als Gefahr für den Weltfrieden. Als Folge des Assoziierungsabkommens zwischen der EU und der Ukraine könnten die meisten ukrainischen Firmen die europäischen Normen nicht erfüllen. Sie würden von der westlichen Konkurrenz geschluckt und die Menschen in der Ukraine verlören ihre Arbeitsplätze.

»Ich möchte keine Welt, in der die einzige Handelsmaxime der Politik ein größtmöglicher Profit der Konzerne und Reichen ist und in der die Politik Krieg, Armut und Zerstörung der Natur und Rassismus als Folge des Agierens hinnimmt«, so Schunck. »Wir brauchen Eure Freihandelsabkommen und Eure Kriege nicht. Wir brauchen eine Umverteilung von oben nach unten und eine Politik ohne Nationalismen und Ausgrenzung gegen andere«, schrieb sie den Politikern ins Stammbuch.

Griechenland ist auf Gegenwind gestoßen

Waltraud Lehmann verlas eine Grußbotschaft des Traunsteiners Ioannis Charalampakis zur Griechenlandkrise. Die neue griechische Regierung sei erwartungsgemäß bei den anderen europäischen Regierungen auf Gegenwind gestoßen. Sie wollten nicht, dass die Alt–ernativlosigkeit ihrer Politik in Frage gestellt werde. Sollten die Unterschiede mit den anderen europäischen Partnern nicht überbrückt werden können, würden die politischen Kräfte stärker, die für eine Zukunft Griechenlands außerhalb der EU plädieren. Eine EU, die die leidende Gesellschaft eines Mitgliedstaates aufgebe, weil diese nicht länger bereit sei, ihre Erwürgung hinzunehmen, sei eine EU ohne Herz. Er warb für eine Solidarität mit der griechischen Bevölkerung, in dem man sich gegen eine Politik der EU wende, von den Völkern Europas aber große Opfer verlange.

Nach der Kundgebung formierten sich auf dem Stadtplatz rund 100 Teilnehmer mit ihren Transparenten zum Ostermarsch. Er führte zur Kirche St. Georg und Katharina im Stadtpark, wo Pfarrvikar Christoph Nobs von Heiligkreuz und Pfarrer Barthel Pichlmeier von der evangelischen Kirche ein Friedensgebet sprachen. Danach ging es zurück zum Stadtplatz, auf dem sich der Demonstrationszug auflöste. Bjr