Traunsteiner Bub hatte sich verirrt

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Foto: dpa

Traunstein – Immer wieder warnt die Polizei davor, in fremde Autos einzusteigen. Das gilt generell für Kinder, aber auch für Anhalter. Dass es dafür auch Ausnahmen geben kann, zeigt das richtige Verhalten eines 20-jährigen Seebruckers. Er hatte einen Elfjährigen einsteigen lassen und zur Polizei gebracht. Der Bub hatte sich verirrt.


Ganz durchnässt war der Schüler, als ihn der Autofahrer und sein gleichaltriger Freund am Mittwochabend auf dem neuen Stück der Bundesstraße 304 zwischen der Traunbrücke und der Abzweigung nach Kammer entdeckten. Dunkel gekleidet und unbeleuchtet schob er am Straßenrand entgegen der Fahrtrichtung sein Rad.

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Die beiden Jugendlichen erkannten die Gefahr, wendeten den Wagen und sprachen den Buben an. Der junge Traunsteiner berichtete, dass er bei einem Freund gewesen sei. Beim Heimfahren habe er in der Dunkelheit aber die Orientierung verloren und sich total verfahren. Seine Adresse konnte er nicht nennen. Der Seebrucker ließ den durchnässten Buben einsteigen, lud das Rad ein und brachte den Schüler zur Polizei.

An der Dienststelle gegen 19.30 Uhr angekommen behauptete der Elfjährige dann, er sei nach der Schule von anderen Schülern mit dem Rad verfolgt worden. Auf der Flucht habe er sich verfahren. Die Beamten konnten die Adresse des Buben herausfinden und fuhren ihn mit dem Streifenwagen nach Hause.

Mittlerweile ergaben die Ermittlungen der Polizei, dass der Bub wohl eine Ausrede für seine Eltern brauchte und deswegen von der Verfolgungsjagd berichtet hatte. Der Elfjährige hätte nämlich schon um 17.30 Uhr daheim sein sollen. Auf dem Heimweg fuhr er jedoch noch ins Jugendzentrum, wo er einen Freund traf. Die beiden fuhren dann zum Freund nach Hause, wo sie so lange mit einer Konsole spielten, bis es schon dunkel war. Als der Elfjährige schließlich heimfahren wollte, radelte er versehentlich aus der Stadt hinaus und verlor dabei die Orientierung.

Trotzdem geht die Polizei zusammen mit der Schule auch der Schilderung des Schülers nach, wonach er am Mittwoch nach Schulschluss gegen 15.30 Uhr von unbekannten Mitschülern auf dem Rad durch die ganze Stadt verfolgt und schließlich am Karl-Theodor-Platz in der Nähe der öffentlichen Toiletten gegen 18 Uhr geschlagen wurde.

Der Vorgang soll angeblich von einem Erwachsenen beobachtet worden sein. Der Mann soll den Burschen mit der Polizei gedroht haben. Daraufhin seien sie geflüchtet. Dieser Mann soll sich bitte als Zeuge bei der Polizei in Traunstein unter der Telefonnummer 0861/9873-110 melden. fb

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