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Traunstein stellt sich im Sport neu auf

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Von ihrer sportlichen Seite zeigten sich gestern beim Spatenstich Oberbürgermeister Manfred Kösterke (links) und Landrat Hermann Steinmaßl. Erwartungsgemäß flog der Speer von Steinmaßl etwas weiter als die von Kösterke gestoßene Kugel. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein. Der Sport, der laut Oberbürgermeister Manfred Kösterke fester Bestandteil der Traunsteiner Gesellschaft und Kultur ist, stellt sich in wesentlichen Teilen neu auf. In wenigen Wochen wird die Sportanlage in Empfing fertig sein. Und nun schließt sich der Neubau der Brunneranlage an. Auf dem Gelände des ehemaligen ESV-Stadions war am gestrigen Freitag der Spatenstich für das Neubau-Projekt, das in Bauherren-Gemeinschaft zwischen dem Landkreis und dem Sportbund Chiemgau (SBC) Traunstein entsteht, wobei auch die Stadt Traunstein maßgeblich in das Projekt eingebunden ist und wesentliche Teile der Gesamtfinanzierung übernimmt.


Die Anlage wird nach ihrer Fertigstellung – geplant ist die Eröffnung für Mai 2014 – alle Einrichtungen enthalten, die das Herz von Leichtathleten höherschlagen lassen. So sind eine Kugelstoß-, Speerwurf- und Diskuswurfanlage vorgesehen und auch der Weit- und Stabhochsprung sind in den Planungen berücksichtigt. Daneben sind im nördlichen Sektor des Areals ein Allwetterplatz mit Basketballfeld und zwei Hochsprunganlagen geplant.

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Kunstrasenplatz ist das Herzstück der Anlage

Ergänzt wird das Neubauprojekt durch ein neues, erdgeschoßiges Betriebsgebäude, in dem neben Umkleiden für Lehrer und Schüler, auch Toiletten, Duschen und Geräteräume vorgesehen sind. Herzstück des Geländes ist ein Kunstrasenplatz, den der beteiligte Traunsteiner Verein und die Stadt finanzieren. Insgesamt investieren Landkreis und Stadt Traunstein sowie der SBC auf dem landkreiseigenen Grundstück – ohne Berücksichtigung von Förderungen des Freistaats und des Bayerischen Landes-Sportverbandes (BLSV) – rund 2,5 Millionen Euro.

Landrat Hermann Steinmaßl hob in seiner Ansprache die Bedeutung des Sports im Landkreis hervor. Der Sportkreis Traunstein habe fast 68 000 Mitglieder, wobei in den 162 Vereinen fast die Hälfte Kinder und Jugendliche seien. »Das ist gewaltig«, freute er sich über den Zuspruch der Bürger zu den verschiedenen Sport- und Vereinsaktivitäten. Daneben sei der Sportunterricht in den Schulen für ihn enorm wichtig. Vor dem Hintergrund der vielen Schulen, die unter der Trägerschaft des Landkreises aber auch der Stadt stehen, sei Traunstein die »Schulhauptstadt«, in der wöchentlich circa 500 Unterrichtsstunden Sport stattfinden.

Auch die Brunneranlage hätten im Schuljahr 2009/2010 noch 122 Schulklassen für den Sportunterricht genutzt. Die Freisportanlage sei bei schönem Wetter überlastet. Nicht zuletzt deshalb sei die Sanierung und Vergrößerung der Anlage notwendig und unumgänglich. Der Landrat bedankte im Besonderen bei den Verantwortlichen der Stadt Traunstein, finanziert die Stadt Traunstein doch den Baukostenanteil für den Landkreis komplett vor.

Oberbürgermeister Manfred Kösterke sagte in seiner Rede, bei rund 12 000 Mitgliedern in den 32 Sportvereinen dürfe man Traunstein getrost als »Stadt des Sports« bezeichnen. Die Anlage werde sowohl vom Schul-, Breiten- und auch vom Spitzensport genutzt: »Da werden beispielsweise auch die Spitzenlangläufer Tobias Angerer und Jonas Dobler im Sommer trainieren.« Gerade auch für den Schulsport sei die Brunneranlage durch ihre zentrale Lage ideal und fußläufig von allen Schulen gut erreichbar. Zur Realisierung sei es allerdings ein langer Weg gewesen, nachdem er sich im Januar 2009 erstmals mit dem Landrat und den Vereinen zusammengesetzt habe. Nun werde »etwas Vorzeigbares und Ausgezeichnetes« entstehen.

Lösung für Speerwurf-Wettbewerbe

Bezüglich der zuletzt von regionalen Fachkräften geäußerten Kritik, dass die Anlage nicht normgerecht gebaut werde und damit für zum Beispiel landesweite Wettkämpfe im Seniorenbereich nicht meisterschaftstauglich sei (wir berichteten), könne er nach einem Gespräch mit den Verantwortlichen des Vereins zur Förderung der Leichtathletik im Chiemgau Entwarnung geben: Mit der nahe gelegenen, ehemaligen Bundeswehr-Sportanlage schließe sich für den in der Kritik stehende Speerwurf-Bereich der Kreis, da sich dort die Spitzenwettkämpfe durchführen ließen.

Armin Brunner, Dritter Vorsitzender des SBC, machte deutlich, dass die verschiedenen Projekt-Planungen, die auch die Fusion der drei Vereine FC Traunstein, ESV Traunstein und der Jugendfördergemeinschaft beinhaltete, »nicht einfach gewesen seien«. Mit dem Neubau der Brunneranlage werde für den SBC der Weg zum Mehrspartenverein frei gemacht.

Beim seinerzeitigen Spatenstich beim rund 100 Meter entfernten Sportzentrum Empfing hatten die Beteiligten vor gut einem Jahr noch Schwierigkeiten, die traditionell vergrabene Kiste zu finden. Bei der Brunneranlage ging es gestern dann schneller: Nach einigen wenigen gemeinsamen Anstrengungen ging eine Kiste her, in der sich neben einem Fußball, Fußballschuhen und einem exemplarischen Stück Kunstrasen auch der traditionell vergrabene Sekt befand, mit dem man dann auf ein gutes Gelingen der Baumaßnahme anstieß. awi