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Traunstein: Radweg am Salinenberg verbreitern, wo das möglich ist

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Eine Engstelle bleiben wird die Stelle an der Stützmauer im Bild links auch nach der geplanten Verbreiterung des Geh- und Radwegs. Die Straße darf an dieser Stelle nicht durch einen aufgemalten Radweg schmaler werden, die Stützmauer versetzen würde einen viel zu großen Aufwand bedeuten. (Foto: Hohler)

Traunstein – Um Verbesserungen für Radfahrer, besonders bergauf am Salinenberg zwischen Karl-Theodor-Platz und Maxstraße, ging es in der jüngsten Sitzung des Planungsausschusses. Stimmt auch der Stadtrat am Donnerstag zu, investiert die Stadt rund 32 000 Euro in die Verlegung der Verkehrsinsel nach unten und den Ausbau auf 2,50 Meter Breite – da, wo es möglich ist.

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»Es geht dabei um die Sicherheit für Radler und Fußgänger«, erklärte dazu Oberbürgermeister Christian Kegel (SPD) in der Sitzung. Auch den beiden Zielen »Fahrradstadt Traunstein« und »Traunstein barrierefrei« könne man so Rechnung tragen.

Straße ist im oberen Bereich zu schmal

Das Staatliche Bauamt wollte den Fahrradstreifen ursprünglich nur im Zuge der Fahrbahnsanierung bis zur Verkehrsinsel am Salinenberg fortführen. »Inzwischen hat es sich aber ergeben, dass die Markierung bis zur Einmündung in die Maxstraße möglich ist«, so Stadtplaner Elmar Schwäbisch in der Sitzung. Allerdings habe sich herausgestellt, dass die Straße im oberen Bereich zu schmal sei, um dort auch noch eine Fahrradspur zu markieren.

Eine Verbreiterung des teilweise sehr schmalen Geh- und Radwegs sei deshalb nur durch Umbauten möglich, so Schwäbisch weiter. Dazu müsste die Verkehrsinsel weiter bergab verlegt werden, was nach ersten Schätzungen rund 32 000 Euro kosten würde. Davon würde laut Schwäbisch das Staatliche Bauamt die Hälfte übernehmen.

Vor der Abzweigung zur Maxstraße müsste eine Stützmauer versetzt werden, was zum einen wegen der Gebäude darauf und zum anderen wegen der Besitzverhältnisse praktisch nicht machbar erscheine. Nach ersten vorsichtigen Schätzungen würde die Verlegung der Stützmauer mindestens 70 000 Euro kosten. »Wenn das die Stadt unbedingt will, muss sie das auch selbst zahlen, aber der Aufwand wäre schon sehr groß«, gab er zu bedenken. Ansonsten bleibe das halt eine Engstelle.

Eine gute Idee fand es Burgi Mörtl-Körner (Grüne), »dass das angegangen wird.« Aber Radler und Fußgänger auf einer Spur wie bisher fand sie »sehr gefährlich«. Man könne doch die Radler mit einer auf der Straße markierten Spur schützen, »notfalls muss halt der Autofahrer warten, bis der Radler droben ist«. Fußgänger und Radler gehörten getrennt, »die hören einen Radler nicht oder treten plötzlich auf die Seite, das ist gefährlich«, berichtete sie aus ihrer Erfahrung.

»Es geht eben nicht an jeder Stelle«

Dem hielt Oberbürgermeister Kegel entgegen, »das machen wir auch gern, da, wo es geht. Aber es geht eben nicht an jeder Stelle. Auch in anderen Städten gibt es nirgends 100 Prozent, wir können die Radwege nur Stück für Stück weiter entwickeln.« Dass Mörtl-Körners Vorschlag auch rechtlich nicht möglich sei, ergänzte dazu Elmar Schwäbisch: »Der Schutzstreifen muss eine bestimmte Breite haben, die Fahrbahn auch. Das ist da oben nicht möglich, weil die Straßenbreite nicht reduziert werden darf.«

Robert Sattler (SPD) fand dagegen den Fußgängerweg auf dieser Seite des Salinenbergs generell nicht nötig. »Auf der anderen Seite ist er ja sogar überdacht.« Dagegen fand Kegel den geringen Fußgängerverkehr auf der Seite der Stützmauer gut mit dem dortigen Radverkehr zu vereinbaren.

Auf Mörtl-Körners Beitrag hin entgegnete dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholler-Niederlöhner, Radspuren auf der Straße seien keineswegs ungefährlich: »Wenn ich an die Wegscheidbrücke denk, da ist neulich ein Radler wegen dem Autofahrer vor mir vom Rad gefallen. In Rosenheim haben die Radler eine eigene Ampelvorschaltung, da kann man schon viel machen für ihre Sicherheit.«

Die meisten Fußgänger am Salinenberg gingen auf der Seite des Kinderheims: »Ich glaub, dass ein kombinierter Geh- und Radweg auf der anderen Seite kein so großes Problem ist.«

Die Umverlegung der Verkehrsinsel fand Klaus Schneider (CSU) absolut sinnvoll. Immer wieder sehe er Mütter mit Kinderwagen aus der Au den Berg rauf gehen. Von daher solle man den Gehweg auch auf dieser Seite unbedingt erhalten. Dem stimmte auch zweiter Bürgermeister Hans Zillner zu: »Den Fußweg auf der Seite wegmachen, das wäre nicht gut, da gehen schon immer wieder Leute. Die gehen nicht erst bei der Sparkasse über die Straße und drüben runter, wenn sie zum Auto in der Au wollen. Das sollten wir nicht ernsthaft infrage stellen.«

Verkehrsschilder eher »freiwillige Empfehlung«

Er kenne viele vernünftige Autofahrer, aber sobald diese auf dem Radl säßen, sähen sie Verkehrsschilder mehr als freiwillige Empfehlung an, gab Robert Sattler (SPD) zu bedenken. Und während Mörtl-Körner auch das Verhalten vieler Fußgänger kritisierte, meinte Zillner, »bei Radlern wird das erst mit Nummerntaferln besser werden«.

Am Ende beschloss der Ausschuss die Verbreiterung des Geh- und Radwegs auf 2,50 Meter und die Verlegung der Verkehrsinsel sowie die Bereitstellung von rund 32 000 Euro. Der Aufwand für das Versetzen der Stützmauer sei unverhältnismäßig. Daher sei davon abzusehen. Welche Lösung denn nun die sicherste sei, darüber solle es weitere Gespräche mit Polizei und Staatlichem Bauamt geben, und es sollten Verhandlungen über den Grunderwerb geführt werden. coho