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Traunstein investiert in Abwasserreinigung und Bildung

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In die Abwasserbeseitigung der Stadt Traunstein werden heuer rund 3,8 Millionen Euro investiert. Ein Großteil wird im Klärwerk verbaut. (Foto: Oberkandler)

Traunstein – In der ersten der vier Traunsteiner Bürgerversammlungen informierte Oberbürgermeister Christian Kegel über die Stadtpolitik. Konkret ging er dabei vor allem auf die Ausgaben in diesem Jahr ein. Schwerpunkt werde dabei sein, die Abwasserentsorgung weiter zu verbessern und den Bildungsstandort Traunstein zu festigen.


Um diese Aufgaben bewältigen zu können, wird der Schuldenstand bis zum Jahresende laut Haushaltsplan um etwa vier Millionen Euro steigen. Nach Verabschiedung des Etats, so die erfreuliche Nachricht, habe man erfahren, dass Traunstein voraussichtlich 1,2 Millionen Euro Schlüsselzuweisungen vom Staat bekommen werde.

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Seit Jahren schon findet diese erste Bürgerversammlung nachmittags statt. Das nutzen in erster Linie ältere Bürger, um sich über das Stadtgeschehen zu informieren und kleine Verbesserungsvorschläge und Wünsche vorzutragen. Einige Diskussionsredner geizten auch nicht mit Lob für die Mitarbeiter der Stadt und würdigten die Arbeit derer, die zum Wohle der Bürger auf den Straßen und in den Dienststellen im Einsatz sind.

»Die dicke Luft macht Menschen krank«

Waltraud Blach als erste Diskussionsrednerin beteuerte, wie wohl sie sich in der Stadt fühle; sie erkundigte sich auch nach einem möglichen Fahrverbot für Dieselautos, denn die »die dicke Luft macht Menschen krank«.

Ernst Holl machte Werbung für das Vereinshaus, das als Kunstbühne belebt werden soll. Hans-Joachim Mallwitz kritisierte, dass am Zugang zum Stadtplatz bei den beiden Bäckereien gegenüber des Brothausturms der Gehweg immer öfter zugeparkt wird. »Manchmal kommt man nicht einmal mit einem Kinderwagen durch.« Ähnlich unbefriedigend sei die Situation für Fußgänger auf dem Maxplatz vor der Apotheke. Diesen Platz würden Kinder zum Rad- und Skateboardfahren nutzen. Der Oberbürgermeister entgegnete, für die gewünschten regelmäßigen Kontrollen habe man zu wenig Personal. Mallwitz kritisierte auch, dass das Jahndenkmal des TV Traunstein beim Landratsamt vernachlässigt werde. Er appellierte, die Preise im Schwimmbad nicht zu erhöhen. Der Stadtrat hatte eine Erhöhung beschlossen. »Sie werden nur ganz gemäßigt angehoben«, versicherte das Stadtoberhaupt.

Leidiges Thema Winterdienst

In den 1980er und 1990er Jahren war ein beherrschendes Thema in allen Bürgerversammlungen das Schneeräumen in der Stadt. Unter dem damaligen Oberbürgermeister Fritz Stahl wurden die Versammlungen vom Februar in den November vorverlegt, sodass dieses Thema keine Rolle mehr spielte. Jetzt sind die Bürgerversammlungen wieder im Februar und prompt ist der Winterdienst wieder ein zentrales Thema bei den Bürgeranfragen. So kritisierte Alex Wiedenhoff, dass im Bereich der Mühlbachgärten gesalzt werde, »als würde der Oberbürgermeister dort wohnen«.

Andere Diskussionsredner kritisierten dagegen den übermäßigen Streusalzeinsatz auf Gehwegen aus Sorge um ihre Vierbeiner. Für diese, so Frieder Klein, bräuchte es auch mehr Hundetoiletten, konkret am Bahnweg. Der Leiter des städtischen Ordnungsamts, Manfred Bulka, berichtete, der Hauptausschuss des Stadtrats habe das Thema im Herbst erörtert und zwei neue Standorte für Hundeklos beschlossen. Damit gebe es in der Stadt 19 Standorte. Bulka ergänzte, dass im vergangenen Jahr in der Stadt für 691 Vierbeiner rund 45 000 Euro Hundesteuer bezahlt worden seien.

Rund 3,8 Millionen Euro werden in diesem Jahr in den Bereich Abwasser investiert. In der Kläranlage wird nicht nur das Abwasser der rund 20 000 Traunsteiner Bürger gereinigt. Angeschlossen sind auch einige Nachbargemeinden beziehungsweise Ortsteile dieser Gemeinden. Neben dem Abwasser von 33 000 Menschen wird auch das Schmutzwasser der ortsansässigen Industrie gereinigt. Allein das entspricht umgerechnet dem Abwasser von weiteren 60 000 Menschen.

Erneuert wird heuer das Blockheizkraftwerk, in dem das Klärgas verwertet wird. Das kostet rund 700 000 Euro. Weitere Sanierungsmaßnahmen im Klärwerk schlagen mit 660 000 Euro zu Buche. Zusätzlich 600 000 Euro werden in den Faulturm investiert und eine weitere knapp halbe Million Euro in die Biologische Reinigungsstufe. Damit sind nur die größten Posten genannt, an denen sich natürlich auch die Nachbargemeinden beteiligen müssen, die ihr Abwasser nach Traunstein leiten.

2,3 Millionen Euro für den Schulhausbau

Weitere große Ausgabe–posten stellen die Baumaßnahmen im Betreuungs- und Bildungsbereich dar. Schulbaumaßnahmen, so Christian Kegel, werden heuer 2,3 Millionen Euro verschlingen. Dabei geht es um die Erweiterung der Franz-von-Kohlbrenner-Mittelschule, die Erweiterung der Grundschule Haslach sowie um die Außenanlagen der Ludwig-Thoma-Volksschule.

Das derzeit größte Bau- und Sanierungsprojekt in der Stadt soll in diesem Jahr fertiggestellt werden: das Kunst- und Kulturzentrum Klosterkirche. Über mehrere Jahre verteilt investiert die Stadt in dieses Großprojekt rund 9,5 Millionen Euro. Deutlich mehr als die Hälfte, so der Oberbürgermeister, bekomme man als Förderung zurück. Wenn es fertig sein wird, soll das Kunst- und Kulturzentrum ganzjährig für Ausstellungen, Konzerte, Theater und vieles mehr genutzt werden.

»Traunstein ist attraktiv«

Traunstein hat viele Arbeitsplätze, ist Bildungsstandort und das Gesundheitszentrum in der Region. Kegel: »Traunstein ist attraktiv, ein beliebter Wohnort.« Der Zuzug sei enorm und die Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum steige ständig. Deshalb habe die Stadt ein eigenes Wohnbauprojekt in Angriff genommen und errichtet an der Straße Haidforst ein Mehrfamilienhaus. Finanziert wird es unter Zuhilfenahme großzügiger staatlicher Förderung. Baubeginn soll im Frühjahr sein. Im sogenannten Ansiedlungsmodell weist die Stadt in Traunstorf Bauplätze aus. Das und viele weitere Investitionen schlagen sich bei den Ausgaben der Stadt nieder.

Von den Einnahmen, welche die Stadt in diesem Jahr erwarten kann, stehen 22 Prozent für Investitionen zur Verfügung. Die anderen 78 Prozent werden benötigt, um den laufenden Betrieb im Verwaltungshaushalt zu finanzieren. Im vergangenen Jahr seien es nur 18 Prozent gewesen, die nach den laufenden Ausgaben für Investitionen zur Verfügung standen. »Hier ist ein leichter Aufwärtstrend zu erkennen, der aber unbedingt erhalten, ja fortgeführt werden sollte«, betonte Kegel. -K.O.-