weather-image
22°

Traunreuter Ostspange wird am heutigen Montag eingeweiht

3.0
3.0
Bildtext einblenden
Dieser gefährliche Abschnitt (links) auf dem die Radfahrer und Fußgänger auf der Fahrbahn fahren bzw. gehen müssen, um auf die sichere Querungshilfe zu gelangen, steht in der Kritik der Traunreuter Ortsumfahrung. Am heutigen Montag wird das Straßenprojekt eingeweiht. (Foto: Rasch)

Traunreut. Nach rund sechsmonatiger Bauzeit wird die Traunreuter Ostumfahrung am heutigen Montag eingeweiht. Das Straßenbauprojekt wurde in Zusammenarbeit mit der Stadt Traunreut und dem Freistaat Bayern vom Landkreis Traunstein abgewickelt. Die neue Ostspange ist seit rund drei Wochen für den Verkehr freigegeben. In der Traunwalchener Bevölkerung wird jedoch Kritik über die neue Geh- und Radwegregelung geübt.


Knackpunkt ist die Ausfahrt bzw. Zufahrt der Siemensstraße in Traunwalchen. Um auf den neuen Fuß- und Radweg bei Oderberg mit Anbindung nach Traunreut zu gelangen, müssen die Radfahrer und Fußgänger von der Siemensstraße kommend und umgekehrt laut der neuen Verkehrsregelung, einen etwa 25 Meter langen Umweg zur Fußgängerüberführung bei Oderberg hinnehmen. Auf diesem Teilstück befindet sich aber kein Geh- bzw. Radwegstreifen. Das bedeutet, Radfahrer und Fußgänger müssen bis zur Überführung entgegen dem Verkehr quasi auf der Fahrbahn fahren bzw. gehen.

Anzeige

»Ein Ding der Unmöglichkeit«, schimpfen Traunwalchener Bürger und fordern eine bessere Lösung. Nach Angaben des Planungsbüros sei diese Regelung Teil der Planung des Landratsamtes gewesen und mit allen Behörden als die sicherste Lösung festgestellt worden. Eine, wie von den Traunwalchenern geforderte Querungshilfe auf Höhe der Siemensstraße, sei aus Verkehrssicherheitsgründen abgelehnt worden. Seit der Eröffnung der neuen Straße geht es dort offenbar drunter und drüber, weil vor allem die Schulkinder wie bisher den kürzesten Weg nach Traunreut suchen und sich nicht an die neue Verkehrsführung halten. »Ich hab den Kindern in der Früh zugeschaut, wie sie diesen gefährlichen Abschnitt meistern«, sagte Franz Schützinger dem Traunsteiner Tagblatt. »Mir wird schlecht beim Zuschauen, wenn die Kinder die viel befahrene Straße überqueren und sich über die neu angelegten Regenwassergräben mühen.« Das Fußvolk sei einfach vergessen worden, beklagt Schützinger und fordert auch die Eltern auf: »Ruft so lange in der Stadtverwaltung an, bis diese Gefahrenstelle beseitigt worden ist.« Es gehe nicht an, so Schützinger weiter, dass für die Fledermaus Überflughilfen gebaut werden und der Mensch auf der Strecke bleibe. Wie und ob sich die Verantwortlichen dazu äußern, wird sich heute zeigen, wenn die Baumaßnahme, ein Projekt aus dem Investitionsprogramm »Bildung und Infrastruktur« des Landkreises Traunstein um 11 Uhr offiziell übergeben wird.

Im Frühjahr wurde mit dem Straßenausbauprojekt zur Verbesserung der Verkehrssituation im Osten von Traunreut zwischen Traunwalchen und der Straße in Richtung Frühling begonnen. Für den Straßenneubau entlang der Kreisstraßentrasse (TS 49) und der im Zuge der Baumaßnahme auszuweisenden Gewerbegebiete »Oderberg« und »Äuglwald«, mussten Schneisen in den Wald geschlagen werden. Über 13 Hektar mussten daran glauben, die anderorts neu aufgeforstet wurden. Im Zuge der Maßnahme entstanden auch zwei Kreisverkehre. Der südliche Kreisverkehr zwischen Traunwalchen und Oderberg schließt die Staatsstraße 2096 (Robert-Bosch-Straße) an die Kreisstraße an. Der nördliche Kreisverkehr liegt am Ende der Ausbaustrecke in Richtung Frühling und stellt einen Durchstich für eine spätere Anbindung an die Staatsstraße 2091 (Waginger Straße) her.

Durch die Baumaßnahme mit Geh- und Radwegen versprechen sich die Verantwortlichen eine Verbesserung der Verkehrssituation und eine bessere Anbindung der Industrie und des Gewerbes. Während im neuen Gewerbegebiet »Oderberg« bereits fleißig gebaut wird, befindet sich das Gewerbegebiet »Äuglwald« in der Planungsphase. ga