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Neue Pläne wurden dem Werkausschuss vorgelegt – Umbau und Sanierung könnten schon im Herbst 2018 gestartet werden

Traunreuter Freibad soll noch attraktiver werden

Traunreut – Eine ganze Reihe neuer Ideen wurde im Werkausschuss für das Franz-Haberlander-Freibad in Traunreut vorgestellt. Die neuen Pläne weichen vom bisher bekannten Konzept in mehreren Punkten ab.

Foto: Planungsbüro

Sie haben aber als Ziele, laufende Kosten einzusparen, Abläufe zu verbessern und nicht zuletzt das Freibad noch attraktiver zu gestalten. Federführend sind dabei die Stadtwerke Traunreut, unter deren Regie das Bad seit Jahresbeginn steht.

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Wie Stadtwerke-Leiter Wilhelm Helmdach erklärte, könnten Umbau und Sanierung von Schwimmer- und Kinderplanschbecken sowie Technik- und Funktionsgebäuden im Herbst 2018 starten. Bisher war nur die Erneuerung des Technikbereichs zu diesem Zeitpunkt geplant, die Becken sollten erst nach 2020 saniert werden.

»Ein Beschluss wäre der falsche Weg«

Entschieden wurde im zuständigen Werkausschuss noch nichts, weil Bürgermeister Klaus Ritter zu Beginn der Beratung festlegte, dass erst in den Fraktionen über die neuen Pläne diskutiert werden soll: »Ein sofortiger Beschluss für so weitgreifende Änderungen wäre der falsche Weg.« Entstanden sind die neuen Ideen laut Helmdach im Zuge der genaueren Planung des Technikgebäudes. Dabei war schnell klar geworden, dass die Erneuerung der Technik im Untergeschoß nicht optimal ist und dort auch das gewünschte Blockheizkraftwerk nicht untergebracht werden kann. »Schließlich planen wir hier für die nächsten 30 bis 40 Jahre und deshalb muss das vernünftig gemacht werden«, so der Stadtwerke-Leiter.

Dazu wurde Architekt Josef Krautloher aus Vilshofen engagiert, der im Werkausschuss sein neues Konzept vorstellte. Das Traunreuter Freibad lobte er als »schönes und großzügiges Bad«. Änderungsbedarf gebe es aber: »Wir würden versuchen, es kompakter zu machen«, so Krautloher. Dabei soll auch die Übersicht für die Badeaufsicht verbessert werden, indem der Pavillon zentral mitten ins Bad gesetzt wird. Die nicht mehr zeitgemäßen Durchschreitebecken sollten durch Duschmulden ersetzt werden.

Beim Eingangsgebäude reiche ein eingeschoßiger Bau für Zugang, sanitäre Anlagen, Umkleiden, Kiosk und Wasserwacht. Dieses Gebäude soll etwas Richtung Becken verschoben gebaut werden, damit nördlich davon Parkplätze für Behinderte und Mütter mit Kindern geschaffen werden können, die dann an einer eigenen Zufahrtsstraße und nicht mehr direkt an der Jahnstraße ihre Fahrzeuge abstellen müssen. Platz soll dort auch für Elektroautos samt Ladestationen sein.

Wie Bürgermeister Klaus Ritter hinzufügte, sollen allerdings nicht mehr Parkplätze geschaffen werden, damit der Verkehr nicht noch mehr zunehme. »Die BSH-Parkplätze sind nur 50 Meter entfernt und dort ist unheimlich viel Platz.«

Der Gastrobereich soll laut Planer so gestaltet werden, dass er nach außen geöffnet werden kann, damit auch außerhalb der Badesaison Gäste bewirtet werden können. Beseitigt werden soll die Chloranlage direkt neben dem Kiosk. Diese soll in einem neuen Technikgebäude im östlichen Bereich des Bades untergebracht werden, wo dann auch die weitere Badtechnik Platz finden soll. Favorisiert wird von dem Architekten zudem die Verlegung des Kinderplanschbeckens auf die Wiese zwischen Gastrobereich und Nichtschwimmerbecken. Das Sanitärgebäude südlich des bisherigen Planschbeckens würde damit nicht mehr benötigt, was auch Einsparungen bei den laufenden Kosten bringe, so Josef Krautloher. Zudem könnte dann der Beachvolleyball-Platz näher zum Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken hin verlegt werden.

Neu gebaut werden soll ein eigenes Becken für einen neuen Sprungturm, der auch wieder Sprünge aus einem, drei und fünf Metern Höhe erlaubt. Dadurch könnte das Schwimmerbecken im Zuge der Sanierung auf acht Bahnen ausgebaut werden und damit zum richtigen Sportbecken werden. Als weitere Attraktion schlägt Krautloher zudem eine Breit- oder Wellenrutsche mit drei bis fünf Metern Breite und eigenem Auffangbecken vor: »Erfahrungsgemäß ist dort die Frequenz höher als bei einer Ein-Mann-Rutsche und sie ist kostengünstiger.«

SPD-Stadtrat Christian Stoib zeigte Gefallen an der Verlegung des Kinderbereichs zum Eingangsgebäude hin. CSU-Stadtrat Hans Kneffel hingegen sprach sich eher für den bisherigen Standort des Planschbeckens aus, weil die Liegewiese am Kiosk sehr gut angenommen werde. Dafür votierte auch sein Fraktionskollege Hans Jobst: »Das Schöne ist doch an unserem Bad, dass der Kinderbereich hinten ist und damit weg vom normalen Geschehen, die haben dort ihren eigenen Bereich. Zudem werden die sanitären Anlagen dort hinten sehr gut genutzt.« Er stellte zudem in Frage, ob die abgesetzte Zufahrtsstraße notwendig sei und sprach sich auch dafür aus, die Durchschreitebecken zu erhalten, da darin viel Sand und Rasen abgefangen würden, der sonst in den Becken landen würde.

»Ich finde es dort hinten besser«

Bürgermeister Klaus Ritter sprach sich ebenfalls dafür aus, das Planschbecken am bisherigen Standort zu belassen: »Ich finde es dort hinten besser, als direkt vor dem Lokal, wo die Leute ihr Bier trinken.« Die Ausweitung des Kiosk-Sitzbereichs in die Liegewiese bezeichnete er als positiv. Dort könnte dann im Anschluss der Liegebereich für die Besucher zwischen 15 und 30 Jahren sein.

BL-Stadträtin Gabriele Liebetruth bezeichnete die eigene Erschließungsstraße nördlich des Eingangsgebäudes als überflüssig. Sie forderte, den Eingangsbereich großzügig zu gestalten, damit dort auch Mütter mit Kinderwagen bequem durchgehen können. Sie sprach sich zudem dafür aus, den Verzicht auf das Obergeschoß beim Eingangsgebäude nochmals zu überdenken: »Dort ist die Wasserwacht untergebracht und auch ein Aufenthaltsraum für die Bademeister.« Nötig seien auch ausreichend Duschen und Umkleiden: »Die werden stark genutzt, wenn zwei, drei Schulklassen auf einmal kommen, sind die alle voll.«

Sehr gefragt seien auch die Spinde, von denen eine ganze Reihe Gäste sie die komplette Saison mieten. Ritter gab zudem zu bedenken, dass bei kurzen Gewitterschauern viele Besucher in den überdachten, ersten Stock gehen würden, um nach dem Starkregen weiter zu baden. Architekt Krautloher versicherte, dass in seinem Konzept die benötigten Flächen für Bademeister und Wasserwacht auch enthalten seien. Zudem könne man auf den Liegewiesen Pavillons zum Umkleiden und mit Schließfächern verteilen. Eine konkrete Kostenberechnung gibt es noch nicht. Die geschätzten Kosten laut vorliegender Planung und Vorschlägen liegen zwischen fünf und sechs Millionen Euro. ga