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Traunreuter Faschingszug in Gefahr

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Traunreut – Die »Traun-Narrischen« stehen derzeit vor der Frage, ob sie den Faschingszug am Faschingssonntag 2017 durchführen können oder nicht. Entscheidend dafür ist, ob sie eine Unterstellmöglichkeit für ihren Faschingswagen finden, der dringend saniert werden muss. Wenn dies nicht möglichst bald gelingt, soll es ohne Wagen auch keinen Umzug geben.


Der Vorsitzende des Traunreuter Faschingsvereins Manfred Steinbach erläutert das derzeitige Dilemma: »Wir haben in der jüngsten Vergangenheit alle Umzüge nur als Fußgruppe absolviert, das wollten wir nicht mehr und haben uns daher einen neuen, größeren Faschingswagen gebraucht gekauft.« Mangels Unterstellmöglichkeit steht dieser jedoch seit März im Freien, nur mit einer Plane abgedeckt, und erlitt durch die Witterung großen Schaden. »Wir müssen den Wagen dringend umbauen, einzelne kaputte Teile austauschen. Das geht nur in einer Halle, wo wir genügend Platz haben«, betont der Vorsitzende. Schon vor Monaten hatte er bei Bürgermeister Klaus Ritter angefragt, ob der alte Bauhof dafür genutzt werden dürfe, erhielt jedoch eine Absage, da dieser bekanntlich abgerissen werden soll. Nun steht der alte Bauhof noch immer und Manfred Steinbach ist darüber verärgert.

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Klaus Ritter erklärte gegenüber unserer Zeitung, dass sich der Abriss verzögert hat, weil erst Bodenuntersuchungen vorgenommen werden mussten. Diese sind zwar jetzt abgeschlossen, doch das Ergebnis steht noch aus. Sobald es vorliegt und grünes Licht gegeben werden kann, wird mit den Abrissarbeiten begonnen. »Es haben mehrere Leute bei mir angefragt, ob sie den alten Bauhof nutzen können. Ich musste allen absagen, es ging einfach nicht«, so der Bürgermeister.

In den letzten Monaten hat der Faschingsverein nach Angaben seines Vorsitzenden die ganze Umgebung um Traunreut abgeklappert auf der Suche nach einer Halle oder Scheune, wo sie zumindest vor-übergehend unterkommen könnten, ohne Erfolg. »Wir machen das doch für die Stadt und die Traunreuter«, bedauert Manfred Steinbach. »Wir wollen was Gescheites auf die Beine stellen, aber uns werden immer wieder Steine in den Weg gelegt.« Gerade in den letzten Jahren hätte sich der traditionelle Faschingszug sehr gut entwickelt. Die Teilnehmer wurden immer mehr, auch die großen Faschingsvereine aus der weiteren Umgebung kommen nun gern nach Traunreut zum Umzug und haben auch schon für 2017 zugesagt.

Der für 5000 Euro von einem anderen Faschingsverein gekaufte Wagen hat inzwischen durch eindringendes Wasser großen Schaden gelitten und die Zeit wird langsam knapp. »Wenn wir noch im November eine Halle finden und gleich mit den Arbeiten anfangen, könnten wir es bis zum Fasching schaffen«, meint Manfred Steinbach. Wenn keine Lösung gefunden wird und der Wagen nicht genutzt werden kann, dann wollen er und seine Mitstreiter auch keinen Faschingszug organisieren: »Wir wollen nicht mehr zu Fuß gehen!« Eine eventuelle Absage des Zuges im kommenden Jahr wäre für Bürgermeister Klaus Ritter »mehr als schade«. Er sieht allerdings auch nicht, wie er hier helfen könnte.

Wenn jemand dem Verein eine Halle oder Scheune zur Verfügung stellen kann, kann er sich bei Manfred Steinbach melden unter Telefon 0170/200 83 45. mix