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Traunreut reicht dem neuen evangelischen Pfarrer die Hand

Stefan Hradetzky (links) ist neuer evangelischer Pfarrer in Traunreut. In sein Amt führte ihn stellvertretender Dekan Hans-Georg Bredull (rechts) ein. Es assistierte unter anderem Hradetzkys Onkel und Taufpate Gerhard Grochowski. (Foto: H. Eder)

Bredull verlas zunächst die von Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm unterschriebene Ernennungsurkunde. Dann meinte der stellvertretende Dekan scherzhaft, für Hradetzky sei der Wechsel von der Rosenheimer Apostel- zur Traunreuter Pauluskirche eine Art Beförderung, sei doch »Paulus für das Werden des Christentums ungleich wichtiger gewesen als alle zwölf Apostel zusammen«.


Neuer Pfarrer war bislang in Rosenheim tätig

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Im Folgenden schilderte Bredull kurz den bisherigen Lebensweg des neuen Pfarrers mit Stationen in Rosenheim und zuvor in Oberhaching und während der Studienzeit in München auch als wissenschaftliche Hilfskraft. Selten habe er jemand erlebt, so Bredull weiter, der »so froh und wohlgemut, so ohne Zittern und Zagen« an eine neue Aufgabe herangegangen sei wie Hradetzky. Die Freude, die dieser ausstrahle, möge ihm bei aller Arbeit erhalten bleiben, so der abschließende Wunsch des Dekan-Stellvertreters.

Vor seiner Einführung hatte sich Hradetzky vier Menschen ausgesucht, denen er ganz wichtige Dinge zu verdanken hat und die darum bei seiner Einführung assistieren sollten. Das waren sein Onkel und Taufpate Gerhard Grochowski, die Rosenheimer Diakonin Birgit Görmann, seine künftige Traunreuter Kollegin Betina Heckner und der stellvertretende Vertrauensmann im Kirchenvorstand, Richard Schuster. Die Handauflegung dieser vier Menschen und des Dekanstellvertreters besiegelte die Zeremonie der Einführung.

In seiner ersten Predigt vor seiner neuen Gemeinde hob Hradetzky die Bedeutung und die Kraft des Gebetes hervor, sprach von der Freiheit des Christenmenschen und appellierte an die Gläubigen, in allen Situationen auf Gott zu vertrauen. In manchen Regionen der Welt würden Christen auch heute noch verfolgt, erwähnte Hradetzky im Anklang an den Bibeltext, der von der Befreiung des Petrus aus einem Gefängnis berichtete. Manche Menschen, gerade hier aus Traunreut, hätten selber erfahren, was es heißt, seinen Glauben nicht offen leben zu dürfen.

Für ein gutes Miteinander in der Kirchengemeinde wünsche er sich, dass hier die Liebe Gottes lebendig sein solle und ihren Ausdruck finde »in Mitgefühl, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut und Geduld«.

»Ich freue mich riesig auf das Miteinander«

In den evangelischen Gemeindesaal kamen dann auch die Repräsentanten der meisten in Traunreut vertretenen Religionsgemeinschaften, um dem »Neuen« die Hand zu reichen und ihm Zusammenarbeit in der Ökumene anzutragen. Natürlich stand auch die Hradetzkys eigene, die evangelisch-lutherische Kirche mit all ihren Sparten, nicht zurück. Pfarrerin Betina Heckner, Richard Schuster vom Kirchenvorstand, Manuela Ahne vom evangelischen Kindergarten sowie Ulrike Thieman-Glaser vom Wilhelm-Löhe-Zentrum begrüßten den neuen Pfarrer herzlich. Und natürlich entbot auch die Stadt Traunreut ihren Willkommensgruß, vertreten durch die Dritte Bürgermeisterin Rosl Hübner.

Hradetzky selbst meinte, er freue sich riesig auf ein freundschaftliches Miteinander in der Ökumene. Es sei schließlich die Aufgabe der Christen, gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Dabei hätten, wie er ausdrücklich betonte, auch die freien Gemeinden ihren Platz. Den Glaubensgemeinschaften, aber auch allen anderen rief er abschließend zu: »Seien Sie anspruchsvoll, sprechen Sie mich an!« he