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Traunreut ist nicht besonders radfahrerfreundlich

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So gut ausgebaut wie am Traunring sind nur wenige Radwege in Traunreut. Das Radwegenetz weist nach Untersuchungen des Arbeitskreises »Verkehr« große Lücken auf. Diese Lücken sollen jetzt im Zuge eines Radwegekonzepts geschlossen werden. (Foto: Rasch)

Traunreut – Laut einer Analyse des Agenda-Arbeitskreises »Verkehr« ist die Stadt Traunreut nicht besonders radfahrerfreundlich. Die Potenziale des Radverkehrs im gesamten Stadtgebiet sind bei Weitem nicht ausgeschöpft. Ein jetzt erarbeitetes Konzept soll Aufschluss darüber geben, wo und wie man ansetzen könnte, damit Traunreut als moderne und junge Gemeinde mit sicheren Radwegen gut aufgestellt ist. In der Stadtratssitzung wurde das Radwegekonzept vom Vorsitzenden des Arbeitskreises vorgestellt.


Intensiv damit beschäftigt hat sich der Arbeitskreis »Verkehr« im vergangenen Jahr. Nach Angaben von Reinhard Piehler habe sich der Arbeitskreis auf Anregung von Verkehrsreferent Roger Gorzel (Bürgerliste) bereit erklärt, die vom Stadtrat empfohlene Konzeption in die Hand zu nehmen. Dadurch konnte auf das Einschalten eines Ingenieurbüros verzichtet werden. Acht Arbeitskreismitglieder haben sich zwischen Februar und Oktober vergangenen Jahres in der Kernstadt und in den Außenbereichen Traunwalchen, Stein und Sankt Georgen mit der Erstellung eines Konzeptvorschlags auseinandergesetzt.

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»Wir haben uns einmal im Monat getroffen«, sagte Piehler. Zunächst sei der Ist-Zustand der vorhandenen und ausgeschilderten Radführungen festgestellt worden. Neben den verkehrstechnisch unterschiedlich angelegten Radwegführungen seien auch die Verkehrsströme innerhalb und außerhalb des Stadtgebiets von allen Seiten betrachtet worden. Damit soll erreicht werden, dass auch die wichtigsten Institutionen wie Schulen, Kindergärten oder Arbeitsstätten nach einem überschaubaren System auf einem sicheren Weg erreicht werden können. Sowohl innerstädtisch als auch in den ehemaligen Gemeinden gibt es nach Auffassung des Arbeitskreises einige Lücken, die insbesondere bei den Planungen des Straßenausbaus oder anderen fälligen Baumaßnahmen geschlossen werden sollten. »Hier sollte unbedingt darauf geachtet werden, ob ein Radweg untergebracht werden kann«, fordert Piehler. Insofern soll das Radwegkonzept als Hilfe bei den Planungen der künftigen Stadtentwicklung dienen und der Leitsatz » Keine neue Straße ohne Radweg« Anwendung finden.

Angesichts der aktuell geplanten Straßenbaumaßnahmen in der Innenstadt begrüßt der Arbeitskreis, dass beispielsweise bei der Umgestaltung der Fridtjof-Nansen-Straße und Adalbert-Stifter-Straße auch dem Radverkehr große Bedeutung beigemessen werde. »Durch Radfahrstreifen und Schutzstreifen ist uns schon viel geholfen«, betont Piehler.

Ein wesentlicher Hemmschuh seien aber die fehlenden Radwegverbindungen entlang von Staats- beziehungsweise Kreisstraßen. Die überörtlichen Straßenbaubehörden, die das Konzept ebenfalls erhalten haben, würden einen straßenbegleitenden Geh- und Radwegausbau sogar begrüßen, erklärte Piehler. Der Ausbau würde jedoch meist am Grundstückserwerb scheitern.

Nachdem alle Fakten auf Grundlage der Radverkehrsanlagen, Straßenverkehrsordnung sowie Anregungen und Forderungen der Arbeitskreis-Gruppen zusammengefasst worden sind, wurde der Plan zur Feinabstimmung dem Traunwalchner Ingenieurbüro Fendt übergeben. Laut Piehler habe das Ingenieurbüro den Abgleich unentgeltlich übernommen. Im Oktober des verganenen Jahres war das Konzept dann fertig und sollte ursprünglich noch im Dezember dem Stadtrat vorgelegt werden. Aus zeitlichen Gründen musste die Vorstellung aber in die Februar-Sitzung vertagt werden.

Zunächst wurde das Konzept, das auch vollinhaltlich auf der Internetseite der Stadt Traunreut nachzulesen ist, zur weiteren Beratung den Fraktionen vorgelegt. Ob das Konzept mit den darin enthaltenen Vorschlägen des Arbeitskreises und möglichen Anregungen aus den Fraktionen dann auch umgesetzt wird, muss dann der Stadtrat entscheiden. ga