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»Traunreut ist auf einem sehr guten Weg«

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Unfall auf Feuerwehrfest in Trostberg: Kind (8) von Einsatzfahrzeug erfasst – tot
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Foto: dpa/Symbolbild

Traunreut – 283 Feuerwehrmänner und -frauen leisten in den fünf Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Traunreut aktiven Dienst. Der vorgegebene Erreichbarkeitsgrad ist hervorragend.


Über 97 Prozent der Bewohner des Stadtgebiets können innerhalb der nötigen Frist von zehn Minuten erreicht werden. Bei der Ausstattung der Gerätschaften gibt es einige Empfehlungen, um die Wehren noch schlagkräftiger zu machen. Das geht aus einem Feuerwehrentwicklungskonzept hervor, das Ralf Schmidt für die Stadt Traunreut erstellt hat und dem Stadtrat vorstellte. »Traunreut ist auf einem sehr guten Weg. Insgesamt läuft es«, lobte Schmidt.

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Der Experte entwickelte mit Studenten der FH Köln bereits das Fahrzeugentwicklungskonzept, das seit 2009 Grundlage der Entscheidungen des Stadtrats ist. Um dieses Konzept bedarfsorientiert bemessen zu können, wurden seinerzeit bereits wesentliche Elemente der Feuerwehrbedarfsplanung in der Ausarbeitung berücksichtigt.

Bei der aktuellen Bestandsaufnahme stellte Schmidt den Feuerwehren zwar ein hervorragendes Zeugnis aus, in einigen Bereichen hatte er aber auch Verbesserungsvorschläge. Bei der Ausrüstung für die Brandbekämpfung und der Technischen Hilfeleistung seien die Wehren auf einem guten Niveau, sagte Schmidt. Auch für Unwettereinsätze sei man gut gerüstet. Empfehlenswert wäre ein gesamtstädtisches Konzept für den Umgang mit Gefahrenstoffen.

Die dringlichste Fahrzeugersatzbeschaffung sei ein HLF  20 für den Standort Traunreut, dessen Beschaffung aber bereits beschlossen ist. Die Traunreuter Wehr stellt mit 71 Aktiven hinter der Freiwilligen Feuerwehr Stein mit 85 aktiven Feuerwehrlern die zweitstärkste Einsatztruppe. Für den Standort Stein empfiehlt Schmidt ein Sprungpolster, das bei einem möglichen Einsatz in der Schule Schloss Stein und in der Schlossbrauerei Stein vorgehalten werden sollte. Ebenfalls geprüft werden sollte in Stein der Einbau von Dusch- und Umkleidemöglichkeiten. Generell sollte für Standorte, die über keine eigenen Duschen verfügen, etwa Pierling, eine organisatorische Kompensation eingerichtet werden. Feuerwehrler anderer städtischer Wehren könnten nach dem Einsatz die Duschen im Traunreuter Gerätehaus nutzen.

Wegen der Nähe zur Bundesstraße 304 empfiehlt der Experte eine Grundausstattung zur Technischen Hilfe für die Matzinger Wehr mit aktuell 29 Aktiven. In Matzing sollte auch eine mitfahrende Abgasabsaugung nachgerüstet werden. Für das Gerätehaus in Traunwalchen hatte er den bisherigen Standort der Traunwalchner Feuerwehr nicht berücksichtigt, da der Neubau in Oderberg bereits beschlossen ist und die Ausschreibung schon angelaufen ist. In der Planung ist aber keine von Experten empfohlene Trennung der Bereiche für Dienst- und Privatkleidung sowie für Frauen und Männer berücksichtigt.

Günther Dorfhuber (CSU), zweiter Kommandant der Traunwalchner Feuerwehr, wollte wissen, ob eine Trennung der sogenannten Schwarz-Weiß-Bereiche für Frauen und Männer eine Muss- oder Sollbestimmung ist. Diese Frage müsste von einem Juristen beantwortet werden, so Schmidt. Auf Nachfrage von Christian Stoib (SPD), was zu tun wäre, um die Randbereiche abzudecken, die nicht innerhalb von zehn Minuten erreicht werden könnten, ebenfalls zu berücksichtigen, teilte er mit, dass diese durch die benachbarten Wehren abgedeckt werden könnten.

»Ich bin froh und stolz, dass wir 97,7 Prozent der Menschen in der Frist erreichen«, sagte Bürgermeister Klaus Ritter. ga