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»Traunreut dankt« Franz Hagenauer

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»Ich bin selbst erstaunt, wie viele Trassen-Kilometer-Leitungen in den vergangenen zwei Jahrzehnten gebaut wurden«, sagt Franz Hagenauer rückblickend auf seine 22-jährige Tätigkeit als Technischer Leiter der Traunreuter Stadtwerke. Er geht zum Ende des Jahres in den Ruhestand. (Foto: Rasch)

Traunreut – Franz Hagenauer verlässt nach 22 Jahren die Traunreuter Stadtwerke und geht in den Ruhestand. Am gestrigen Donnerstag wurde der 64-Jährige auch vom Stadtrat in der Jahresabschlusssitzung mit der Medaille »Traunreut dankt« verabschiedet.


In der Ära Hagenauer hat sich viel bewegt. Eine der größten Herausforderungen war die Übernahme der Abwasserentsorgung von der Stadt 1995. Über 20 Jahre später steht mit der Übernahme der Bäderbetriebe zum 1. Januar eine neue Herausforderung an. Aber auch die werden die Stadtwerke meistern, ist sich Hagenauer sicher. Er habe immer sehr gerne für die Stadtwerke gearbeitet und freue sich jetzt auf seinen Ruhestand, sagte er im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt.

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13 Jahre im Wasserwirtschaftsamt tätig

Bevor er im April 1995 nach Traunreut wechselte, war er 13 Jahre im Wasserwirtschaftsamt. Schon da arbeitete er mit der Stadt Traunreut zusammen. Als er nach Traunreut wechselte, hatten die Stadtwerke 26 Millionen Mark Schulden da, das Kanalnetz musste wegen Überlastung entlastet werden. Von geplanten 60 Millionen Mark wurden letztlich aber nur zehn Millionen Mark gebraucht.

Die Kläranlage Stein an der Traun war marode und die Kläranlage Traunreut musste mit ertüchtigt werden. Sechs Millionen Euro wurden dabei in eine Stickstoffelimination investiert. Im Zuge dessen wurde durch den Austausch von Pumpen, neue Blockheizkraftwerke oder eine Fotovoltaik-Anlage der Stromeinkauf von 800 000 auf 60 000 Kilowattstunden gesenkt. Völlig autark werde man erst in ein paar Jahren. »Aber es geht und wäre in Bayern einzigartig«. Vor zehn Jahren wurde eine neue Klärschlammlagerhalle gebaut. Zwischenzeitlich wurden auch die Außenbereiche bis auf Niedling (erfolgt im nächsten Jahr) an die Kanalisation angeschlossen.

»Ich bin selbst erstaunt, wie viele Trassen-Kilometer Fernwärme-, Wasser- und Abwasserleitungen in den vergangenen 20 Jahren gebaut wurden« – über 30 Kilometer Kanäle und rund 45 Kilometer Wasserleitungen. Sein »Steckenpferd« war der Ausbau der Fernwärme, dessen Netz um 15 Kilometer erweitert wurde. Mittlerweile würden die angeschlossenen Haushalte zu 75 Prozent mit geothermaler Wärme versorgt. Die restlichen 25 Prozent liefere ein Biomasseheizkraftwerk und es gebe noch drei Reserveheizkraftwerke.

2009 begann der Umbau für das neue Betriebsgebäude

Auch die unendliche Geschichte eines neuen Betriebsgebäudes fiel in die Ära Hagenauer. Gleich zum Dienstantritt habe ihm Willi Helmdach das Grundstück an der Porschestraße gezeigt, auf dem die Stadtwerke »demnächst« ihren Neubau errichten würden. 2009 wurde endlich mit dem Bau begonnen, zwei Jahre später war der Umzug. Dass die gedeckelten Kosten von knapp fünf Millionen Euro um über 300 000 Euro unterschritten wurden, freue ihn heute noch. ga