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Auf diesem städtischen Grundstück zwischen der Sparkasse und der Bahnlinie soll nach dem Willen des Traunreuter Stadtrats im Zuge des Kantstraßenausbaus ein Europaplatz eingerichtet werden. Der Platz soll einen schnellen Überblick über die Europastadt Traunreut geben. (Foto: Rasch)

Traunreut bekommt einen Europaplatz

Traunreut – Die nahezu 50 Jahre andauernden, partnerschaftlichen Beziehungen zu Kommunen in europäischen Ländern und die 1986 erworbene Auszeichnung Europastadt Traunreut sollen im Zentrum der Stadt an prominenter Stelle als Europaplatz veranschaulicht werden. Und zwar im Bereich der im Rahmen des Kantstraßen-Ausbaus geplanten Grünfläche zwischen der Sparkasse und der Bahnlinie. Der Traunreuter Stadtrat war einhellig dafür.


Die Ideengeber, die Bürgerliste und die CSU-Fraktion des Traunreuter Stadtrats, die in der Stadtverwaltung identische Anträge eingereicht hatten, haben auch schon konkrete Vorstellungen, wie der Europaplatz einmal ausschauen könnte. Der bereits Mitte Januar von der Bürgerliste eingereichte Antrag und der Antrag der CSU vom April, wurden dem Stadtrat von der Lenkungsgruppe-Städtebausanierung empfohlen und in der jüngsten Stadtratssitzung genehmigt.

Wie es in dem Antragsschreiben der Bürgerliste heißt, sollten bei der Planung für dieses Vorhaben geeignete Objekte, wie Fahnenstangen und Schautafeln mit Informationen über die Traunreuter Partnerstädte Nettuno, Lucé und Virovitica berücksichtigt werden. In der Begründung erinnerte die Bürgerliste an die nahezu 50 Jahre andauernden, partnerschaftlichen Beziehungen zu Kommunen in europäischen Ländern. Dieses Engagement sowie die Auszeichnung Traunreuts als Europastadt, könnten hier im Zentrum der Kommune an prominenter Stelle verdeutlicht werden. Zusammen mit dem ebenfalls zentral gelegenen, geplanten Maibaum an der Eichendorffstraße, könnte mit dem Europaplatz das Selbstverständnis der Stadt Traunreut als Europastadt im Chiemgau aufgezeigt werden.

Die CSU regte bei der Gestaltung eine Plastik an, die Traunreut im Herzen Europas darstellt. Vorstellbar für die Christsozialen wäre eine hüfthohe, runde Plattform, auf der in einem inneren Kreis Traunreut mit allen Ortsteilen und Weilern topografisch dargestellt wird. In einem weiteren Kreis sollten vom Traunreuter Zentrum gemäß den Himmelsrichtungen Pfeile mit Kilometerangaben zu den Partnerstädten Nettuno, Lucé und Virovitica nach außen führen.

Des Weiteren schlug die CSU vor, dass in einem weiteren Kreis nach Himmelsrichtungen Pfeile mit Namen der Regionalhauptstädte mit Kilometerangaben, aus denen die Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg bis heute ins Zentrum der Stadt kamen, um darzustellen, wie Traunreut nach dem Krieg vor über 70 Jahren entstanden ist.

Nach Ansicht der Stadtverwaltung würde sich die Gestaltung eines Europaplatzes auf der Grünfläche eignen. Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann: »Ich halte die knapp 500 Quadratmeter große Fläche, auf der ohnehin eine künstlerische Gestaltung vorgesehen ist, durchaus für möglich«, so die Meinung des Stadtbaumeisters. Die rund 500 Quadratmeter große Fläche ist aufgeteilt in einen Grünbereich mit Bäumen sowie einen befestigten Bereich mit einem »Platzhalter für Kunst«. Hier könnte nach Auffassung der Verwaltung im Rahmen eines Kunstwettbewerbs der Gedanke Europaplatz künstlerisch umgesetzt werden. Auch die Grünflächen könnten mit einbezogen werden.

Über die Gestaltung wurde auch schon in der Sitzung der Lenkungsgruppe debattiert. Den Hinweis von Helga Berger, das Thema Europaplatz gestalterisch nicht zu überladen, unterstützte auch die Traunreuter Stadtplanerin Professor Anne Beer.

Die Anregung von AfD-Stadtrat Andreas Füssel, digitale Lösungen  in die Planungen mit aufzunehmen, wurde notiert. Werner Heuberer von der Lenkungsgruppe regte an, die Gestaltung eher robust zu halten, zumal der Platz nicht ständig kontrolliert werden könne.

ga

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