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»Trachtenwesen ist nichts Rückwärtsgewandtes«

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Kinder, Jugendliche und die Aktiven boten neben den vereinseigenen Musikgruppen ein buntes Programm beim Festabend in Rettenbach. (Foto: Oberkandler)

Traunstein – Mit einem Brauchtumsabend, in dessen Mittelpunkt Volksmusik, Trachtentänze und die Pflege des heimischen Brauchtums standen, hatte die Kammerer Festwoche am Samstag ihren vorletzten Programmpunkt. Die Krieger- und Soldatenkameradschaft Kammer feierte ihr 150-jähriges Bestehen und der Trachtenverein »Eschenwald« Rettenbach wurde 90 Jahre alt. Tags zuvor hatte das Weinfest stattgefunden, zu dem rund 500 Besucher kamen und am Sonntag klang das Doppeljubiläum mit einer Feldmesse und einem geselligen Beisammensein im vollbesetzten Zelt aus. Der geplante große Festzug durch Rettenbach mit nahezu 2000 Trachtlern wurde wegen des Regens verkürzt und führte von der Wiese, auf der Gottesdienst gefeiert wurde, schnurstracks ins Festzelt.


Rund 700 Besucher waren zum Festabend gekommen, durch den Lenz Berger aus Höglwörth führte. Besonders große Abordnungen hatte der Patenverein Vachendorf entsandt, und auch der Nachbarverein Traunwalchen war stark vertreten. Nach einer kurzen Einführung von Festleiter Sebastian Reischl legte der Nachwuchs des Jubelvereins los und unterhielt die Besucher mit Plattlern und Trachtentänzen. Zwei junge Trachtler sagten ein Gedicht auf, mit dem sie das bayerische Lebensgefühl beschrieben.

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Gauvorstand Peter Eicher zeigte sich in seinem Grußwort sehr angetan über die starke Jugendgruppe, die er als das Fundament des Vereins bezeichnete. Er würdigte die Treue der Rettenbacher Trachtler zum Gauverband I, bei dem sie von Anfang an dabei gewesen seien. Eicher betonte: »Das Trachtenwesen ist nichts.«Rückwärtsgewandtes«.

Nach weiteren Darbietungen und Liedvorträgen des Trachtennachwuchses hatte die Schlenkl-Musi mit Harfe, Ziach und Bariton ihren Auftritt. Ebenso wie der Alterfinger Zwoagsang, die Musikkapelle Otting und die Murr-Dirndln gestalteten sie auch den weiteren Abend musikalisch. Zwischendrin schwangen die Alz-Trauner Goaßlschnalzer ihre Peitschen über die Köpfe der Besucher hinweg. Der Name der Gruppe komme daher, so Lenz Berger, dass ihre Mitglieder jeweils zur Hälfte an den beiden Flüssen beheimatet sind.

Neben dem Trachten-Gauvorstand meldete sich auch der Vorsitzende der Vereinigten Krieger- und Soldatenkameradschaften des Chiem- und Rupertigaus, Michael Bernauer, zu Wort. Er dankte unter anderem für die würdige Gestaltung des Totengedenkens am Kriegerdenkmal in Kammer, das diesem Festabend vorausgegangen war.

Der Vorsitzende der KSK, Robert Maier, gab einen kurzen Abriss über die Geschichte seines Vereins, ehe es dann mit dem bunten Unterhaltungsprogramm weiterging.

Abschließende Höhepunkte waren der Sterntanz, den die Aktiven des Patenvereins Vachendorf darboten und der Kronentanz der Aktiven des Jubelvereins. Sie hatten zuvor schon, teils gemeinsam mit den Traunwalchnern, Proben ihres Könnens gegeben. Gut zweieinhalb Stunden hatte das abwechslungsreiche Programm gedauert und kaum einer wird sein Kommen bereut haben, wurde doch an diesem Festabend bestes heimisches Brauchtum geboten. -K.O.-

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