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Trachtenverein wird seinen 100. Geburtstag groß feiern

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Die Jugendarbeit ist das Aushängeschild des Trachtenvereins Nußdorf. Bei der Jahreshauptversammlung erfreute die Kinder- und Jugendgruppe mit Tänzen. (Foto: Volk)

Nußdorf – Seit einem Jahr ist Stefanie Brunner Vorsitzende des Nußdorfer Trachtenvereins. Bei der Jahreshauptversammlung ist deutlich geworden, dass unter ihrer Leitung ein Generationswandel stattfindet. Die Vereinschefin setzt neue Akzente.


Brunner und ihre Vorstandskollegen planen ein ganz besonderes Ereignis: Das 100-jährige Gründungsfest des Trachtenvereins Nußdorf soll vom 6. bis 9. August 2020 mit einem großen Fest begangen werden. Die Vorsitzende berichtete, dass der Festausschuss für die Jubiläumsfeier gegründet ist und seine Arbeit bereits aufgenommen hat. Fest steht auch, dass der Festplatz mit Festzelt an der Ortsausfahrt in Richtung Sondermoning sein wird. Die Vorsitzende appellierte an die Vereinsmitglieder, sich beim Gründungsfest zu engagieren: »Nur zusammen können wir das schaffen«, betonte sie.

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Neben der ambitionierten Planung für den 100. Geburtstag des Vereins musste Brunner aber auch einen Rückschlag hinnehmen. Bei ihrer Amtsübernahme trat ein siebenköpfiges Jugendleiterteam an, das sich um die Kinder- und Jugendarbeit kümmern sollte. Wegen Unstimmigkeiten über die Ziele legte Jugendleiter Andreas Hunglinger sein Amt nieder – eine Entscheidung die die Vorsitzende sehr bedauerte. Sie würdigte das Jugendteam, das die neue Situation bestens meistere.

Jugendleiterin Irmi Brunner informierte, dass 47 Buben und Mädchen der Kinder- und Jugendgruppe angehören. Jugendarbeit im Trachtenverein besteht nicht nur im Erlernen traditioneller Volkstänze. Neben der Probenarbeit und zahlreichen Auftritten, zum Beispiel beim Pfarrfest oder beim Brauchtumstag der Grundschule, wanderte der Nachwuchs auf eine Alm, besuchte den Circus Krone und nahm am Spielefest in Schützing teil.

Das zurückliegende Vereinsjahr bezeichnete Brunner als ein »sehr ereignisreiches Jahr«. Besonderer Höhepunkt war die Teilnahme an der Trachtenwallfahrt nach Maria Eck, musikalisch umrahmt von der Musikkapelle Nußdorf. »Ein Ereignis, wie es nur alle 35 bis 40 Jahre vorkommt«, betonte die Vorsitzende mit Stolz. Beim 90. Gründungsfest des Trachtenvereins »Eschenwald« Rettenbach waren die Nußdorfer mit 139 Mitgliedern, einem Festwagen und der Musikkapelle dabei. Das brachte ihnen den zweiten Meistpreis ein. Einen weiteren Meistpreis heimste die Abordnung der Trachtler beim Gemeindeschießen, ausgerichtet von der Schützengesellschaft Nußdorf, ein. Erfolge gab es beim Gaudirndldrahn in Bad Feilnbach. Zwei aktive Dirndln, Irmgard Schauer und Christina Niederbuchner, gehören der Gaugruppe an. Neu ist auch eine Schnalzergruppe, die Christian Rauth und Andreas Niederbuchner leiten. Völlig neu gestaltet ist der Internetauftritt des Vereins, betreut von Tobias Purzeller.

Anderl Osenstätter, Leiter der Theatergruppe des Vereins, blickte auf die Spielsaison 2017 mit dem Dreiakter »Der verflixte Findelbrief« zurück, bei der mit über 900 Zuschauern ein neuer Besucherrekord erreicht wurde. Beim Dorfhoagart wurde ein Einakter präsentiert. Aktuell wird der Schwank »No amoi a Lausbua sei« gespielt, insgesamt siebenmal, letztmals am heutigen Samstag um 20 Uhr im Bürger- und Vereinsheim.

Vorplattler Andreas Niederbuchner erinnerte an die erfolgreiche Radlbildersuchfahrt, veranstaltet von den aktiven Buam und Dirndln, die Erfolge bei Preisplattln und dem Ausflug zum Knödlfest in St. Johann. Röckefrauenvertreterin Rosemarie Niederbuchner würdigte die tatkräftige Mitarbeit der Frauen bei verschiedensten Vereinsveranstaltungen, als Servicekräfte, Kuchenbäckerinnen und beim Vereinsheimputz.

Für dieses Jahr geplant ist die Teilnahme am Gaufest in Prutting und an den Gründungsfesten in Anger und Inzell. Die Jubiläumsfeste finden am gleichen Wochenende statt, und so wird sich der Verein aufteilen, um an beiden Festen mitwirken zu können. Zudem hofft der Verein, am Oktoberfestumzug teilnehmen zu dürfen. Zuletzt wurde dem Verein diese Ehre 2012 zu teil. Die Entscheidung über die Mitwirkung fällt in Kürze.

Über den Stand der Vereinsfinanzen informierte Karoline Speckbacher. Aufgrund von Investitionen wie einem Laptop und Drucker, Software für die Mitgliederverwaltung, Schürzenstoff und Vereinsehrenzeichen für Mitgliederehrungen weist die Gewinn- und Verlustrechnung ein Minus auf. Insgesamt konnte die Kassenverwalterin aber von einer soliden finanziellen Basis berichten. Mit insgesamt sieben Neuaufnahmen gehören dem Verein nun 340 Mitglieder an.

Bürgermeister Hans Gnadl freute sich, dass der Generationswechsel in der Vereinsführung gut gelungen ist und würdigte die neue Vorstandsriege für die engagierte ehrenamtliche Arbeit. Zwischen den Berichten in der Jahreshauptversammlung unterhielt die Kinder- und Jugendgruppe mit Volkstänzen. pv

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