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Trachtenverein Staudach-Hochgern feierte sein 125-jähriges Bestehen

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Die Aktiven des Festvereins Staudach-Hochgern präsentierten ihren neuen Tanz, den »125zger Marsch«. (Fotos: T. Eder)
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Mit einer großen Mitgliederschar präsentierte sich der Festverein, der Trachtenverein Staudach-Hochgern, am Festsonntag.
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Zwei Fahnenbänder wurden beim Festgottesdienst geweiht.

Staudach-Egerndach – »Tracht und Brauchtum sind aus der christlichen Tradition erwachsen«, betonte Pfarrer Andreas Horn beim gestrigen Festgottesdienst zum 125-jährigen Bestehen des Trachtenvereins Staudach-Hochgern in der Pfarrkirche St. Andreas. An die Messe schloss sich ein prachtvoller Festzug an. Schon am Vorabend hatte der Festabend stattgefunden.


»Wer mit der Tracht ausrückt, der muss sauber beieinander sein«, sagte der Geistliche in der Messe, die die Marquartsteiner Blaskapelle musikalisch gestaltete. »Schaut in den Spiegel und freut euch.« Michi Huber, der Vorsitzende des Chiemgau-Alpenverbands, erinnerte daran, dass der Staudacher Trachtenverein zu den neun Vereinen gezählt hat, die 1926 den Gauverband gegründet haben. In den vergangenen 125 Jahren sei vieles verschwunden, aber den Trachtenverein gebe es immer noch. In einer immer rasanter werdenden Zeit gebe der Trachtenverein Orientierung.

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Zwei Fahnenbänder für den Festverein

Der Gauverband ehrte den Jubelverein mit Vorstand Nikolaus Weisser mit einem Fahnenband. Ein weiteres Fahnenband überreichte im Namen der 13 Ortsvereine Schützenmeisterin Christa Just. Das Band, das an das Jubiläum erinnern soll, ist mit dem 13 Vereinsnamen bestickt. Pfarrer Horn segnete die Fahnenbänder, die anschließend an die Vereinsfahne gehängt wurden.

Nach dem Gottesdienst, versammelten sich die Festgäste zum Festzug. Die Böllerschützen eröffneten den Umzug mit lauten Schüssen. Angeführt von der Musikkapelle Marquartstein, marschierten der Festverein mit der Kinder- und Jugendgruppe, den Aktiven, den Röckefrauen und Mannaleit, die Nachbarvereine aus Marquartstein, Bergen und Unterwössen sowie die Ortsvereine in einem langen Zug zum Vereinsstadel. Hier fand, musikalisch umrahmt von der »Lausbuam-Musi«, das Fest bei einem Frühschoppen den würdigen Ausklang.

An gleicher Stelle hatten am Vorabend die offiziellen Jubiläumsfeierlichkeiten begonnen. Bürgermeister Hans Pertl betonte, dass es eine riesige Leistung der Mitglieder sei, einen Verein 125 Jahre auch durch schwierige Zeiten zu führen, sich nach den Kriegen wieder aufzuraffen und einen Neubeginn zu schaffen. Aber auch die Fortführung des Trachtengedanken in der heutigen, hektischen, medial geprägten Welt stelle eine Herausforderung dar. Alle seien gefordert, dass Tracht und Brauchtum im Sinne der Väter weitergeführt werde. Er sei fest überzeugt, dass dies gelinge. Als Indiz hierfür nannte er die vielen Trachtenkinder, die trotz Computer und Smartphone mit großem Eifer im Trachtenverein mitwirken.

Auch die Patenvereine Penzberg-Stamm, Unterwössen und Heutau gratulierten zum Geburtstag und überreichten dem Vorsitzenden Nikolaus Weisser Geschenke. Durch Auftritte demonstrierten sie ihre Verbundenheit mit dem Festverein. Vor allem aber zeigte der Festverein mit seinen Gruppen sein Können – angefangen von den Kleinen, die mit dem Volkstanz und ihrem eigens für das Fest einstudierten Dätscher begeisterten, über die Aktiven, die neben dem Sterntanz auch den abwechslungsreichen, selbst kreierten »125ziger Marsch« präsentierten, bis zu den synchronen Plattlern.

Martina Gaukler, die durch den Abend führte, erinnerte daran, dass 30 Männer den Verein im April 1891 gegründet haben. Fünf Jahre später fand das erste Gaufest in Staudach statt, an dem sich 15 Vereine beteiligten. Bis nach Penzberg seien, ein Jahr später die Staudacher geradelt, um einen Göd für ihre Fahne, übrigens die erste Trachtenfahne im Chiemgau, zu gewinnen. In den folgenden Jahren habe der Verein die Patenschaft für den Unterwössner und den Heutauer Verein übernommen.

1926 gründete der Verein mit acht weiteren Vereinen den Chiemgau-Alpenverband und durfte 1928 das dritte Gaufest ausrichten. Während des Zweiten Weltkriegs blieb es still. Doch bereits 1948 wurde wieder zum Vereinspreisplattln eingeladen. Zur Fahnenweihe 1947 kamen 52 Vereine. Gaufeste wurden in Staudach 1954, 1966 zum 75-jährigen und 1991 zum 100-jährigen Bestehen gefeiert. Das Gaufest 2014 sei trotz Regens eine rundum würdige Veranstaltung mit über 4000 Trachtlern gewesen, erinnerte Martina Gaukler. tb