weather-image
22°

Trachtenverein feiert 125-jähriges Bestehen

5.0
5.0
Bildtext einblenden
Gefeiert wurde in der kleinen Gemeinde schon immer. Das erste Gaufest fand 1896 in Staudach statt.

Staudach-Egerndach – Nach dem großen Gaufest vor zwei Jahren steht dem Trachtenverein Staudach-Hochgern das nächste Fest ins Haus. Dieses Mal wird das 125-jährige Bestehen mit einem Festwochenende im Vereinsstadel gefeiert.


Beginnen wird das Fest am Freitag, 10. Juni mit dem »Nussbaumfest« der Aktiven um 20 Uhr. Junge, bayrische Musik steht im Vordergrund. Der Höhepunkt folgt am Samstag, 11. Juni mit dem Jubiläumsabend. Bereits um 18 Uhr beginnt das Fest, musikalisch umrahmt von jungen Nachwuchsmusikanten aus dem Ort. Ab 19.30 Uhr startet das Festprogramm mit Auftritten der Patenvereine, der Kinder-, Jugend- und Aktivengruppe und natürlich mit viel Musik. Die Bewirtung übernimmt der Schützenverein.

Anzeige

Festausklang ist am Sonntag, 12. Juni zunächst mit einem gemeinsamen Gottesdienst in der Sankt-Andreas-Kirche. Im Anschluss ist ein kleiner Festzug angeführt von der Marquartsteiner Blasmusik und den Patenvereinen wie auch den Ortsvereinen geplant. Der Zug geht zum Vereinsstadel und hier wird mit der »Lausbuam-Musi« weiter gefeiert. Da bereits das Gaufest unter dem Motto »1-2-3 mia san dabei« vor zwei Jahren groß gefeiert wurde, entschloss sich der Trachtenverein sein Vereinsjubiläum etwas kleiner zu begehen. Es wird eine Besinnung auf die eigenen Stärken sein. Diese liegen auch im Jugendbereich, denn mit über 50 Kinder- und Jugendlichen sind die Staudacher Trachtler sehr gut aufgestellt.

Kurzer Blick auf die Vereinsgeschichte

Um der Gebirgstracht, Sitte und Brauchtum auch trotz Industrialisierung Raum zu bieten, entschlossen sich 1890 fünf junge Burschen einen Verein zur »Aufrechterhaltung der Gebirgstracht« zu gründen. 1981 wurde dann im Müllerschen Gasthaus der Verein gegründet. Noch im selben Jahr beteiligte sich der Verein am ersten Gaufest in Feilnbach. Fünf Jahre später richteten die Trachtler das erste Gaufest in Staudach aus. Mit einem extra eingesetzten Zug mit Pferdefuhrwerken und Leiterwagen reisten 15 Vereine an. Im gleichen Jahr wurde die Vereinsfahne in Auftrag gegeben. Diese wurde 1897 geweiht. Pate war Penzberg.

Die Staudacher übernahmen die Patenschaft für die Fahne des Unterwössner Trachtenvereins und 1900 halfen die Staudacher dem Trachtenverein Heutau aus der Taufe. 1928 durften die Staudacher das dritte Gaufest des Chiemgau-Alpenverbands ausrichten. Während des Zweiten Weltkriegs ruhte der Verein.

Erst 1946 wurde das erste Vereinspreisplattln durchgeführt. 1954 hatten die Staudacher erneut die Aufgabe, ein Gaufest auszurichten. Über 2000 Trachtler folgten der Einladung. Auch 1966 zum 75. Gründungsfest gab es ein Gaufest in der Gemeinde. 10 000 Zuschauer verfolgten die 27 Vereine, die durch den Ort zogen. 1986 errichtete der Verein seinen Proben- und Vereinsraum im neuen Feuerwehrhaus. Zum 100-jährigen Bestehen richtete der Verein 1991 zum fünften Mal ein Gaufest aus.

5000 Teilnehmer kamen zum Gaufest 2014

2013 konnte der Vereinsstadel, den die Vereinsmitglieder mühsam in Eigenleistung erstellten, eingeweiht werden. Das bislang aber größte Fest war das Gaufest 2014 mit rund 5000 Teilnehmern und einem zehntägigen Festprogramm im großen Festzelt. Noch heute spricht die Dorfbevölkerung über dieses große Ereignis. Nun soll das 125. Gründungsfest ebenfalls gebührend, wenn auch nicht so groß wie ein Gaufest, gefeiert werden. tb