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Trachtenkapelle »D' Miesenbacher« bald nicht mehr spielfähig

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2. Vorstand Kajetan Mainwolf (hintere Reihe v.l.), Schriftführerin Rita Reiter, Kassier Franz Bichler und Vorstand Anton Senoner gratulierten Evi Schweiger und Ernst Mayer zur Ehrenmitgliedschaft ebenso wie (vorne v.l.) Volker Schweidler und Anton Gstatter.

Ruhpolding – Bei der Generalversammlung des GTEV »D' Miesenbacher« Ruhpolding berichtete Schriftführerin Rita Reiter über die Aktivitäten des vergangenen Vereinsjahrs. Herausragend waren die beiden Großveranstaltungen, das 125-jährige Vereinsjubiläum und die Waldweihnacht.

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Mit aktuell 672 Mitgliedern sind die Miesenbacher der größte Verein im Gauverband I. In der kommenden Saison gibt es verschiedene Einladungen zu Trachtenfesten und in Ruhpolding wird man sich bei den Festen »400 Jahre Holzknechtverein« und »100 Jahre Waldfest Rauschberger-Zell« beteiligen.

Kassier Franz Bichler konnte solide Finanzen vorweisen. Jedoch sei man besonders bei der Waldweihnacht an gewisse Grenzen gestoßen. Zur Kritik wegen der relativ hohen Eintrittspreise meinte Bichler, dass der hohe Anspruch dieser Veranstaltung, neben der ehrenamtlichen Unterstützung, nur mit sehr viel professioneller Hilfe realisiert werden könne, die natürlich ihren Preis habe. Gleichwohl sei eine Grenze erreicht und in Zukunft werde man beispielsweise die Zuschauerzahlen wieder reduzieren müssen. Der 125. Geburtstag des Vereins konnte trotz der wechselhaften Witterung auch finanziell positiv abgerechnet werden. Der Himmel weinte, die Miesenbacher lachten und schön feiern könne man schließlich auch bei schlechtem Wetter, so Bichler.

Die Gruppenvertreter Kinder, Jugend und Aktive berichteten unter anderem über eine sehr stimmungsvolle Sonnwendfeier in der Urschlau und über den tollen »Feriendreieck«-Heimatabend im Kurhaus, zusammen mit den »Falkastoanern« aus Inzell und den »Koasawinklern« aus Reit im Winkl.

Danach trat Musikvorstand Alexander von Haugwitz einen sichtlich schweren Gang an. Schweren Herzens musste er das vorläufige Ende der Miesenbacher Musikkapelle bekannt geben. Mit nur noch 12 bis 14 Musikanten werde man im Sommer mit Aushilfen eventuell einige Kurkonzerte spielen, aber bei Trachtenfesten nicht mehr mitmarschieren können.

Dieser Umstand war dann auch das Hauptthema beim Bericht des Vorstands Anton Senoner. Er kritisierte eine mangelnde Wertschätzung für die Musikkapelle seitens der Bevölkerung aber auch seitens der politischen Gemeinde. Daraus entwickelte sich eine rege Diskussion. Vom Kampf gegen Windmühlen war die Rede, es sei viel Porzellan zerschlagen worden und die Entwicklung bis zur heutigen Situation sei schon vor vielen Jahren absehbar gewesen. Auch der gänzlich andere Stellenwert der Musikkapellen bei den österreichischen Nachbarn wurde angesprochen. Ehrenvorstand Anton Geierstanger beruhigte die aufgeheizte Stimmung mit den Worten, dass Schuldzuweisungen jetzt wenig hilfreich seien und man mittel- bis langfristig von Grund auf neu aufbauen müsse.

Schließlich konnte Vorstand Senoner noch einige Ehrungen vornehmen. Die Ehrennadel des Vereins für 25-jährige Vereinszugehörigkeit wurde Regina Hauber überreicht, die weiteren Jubilare waren Barbara und Christian Fraunhofer, Dr. Bernhard Haßlberger, Anneliese Jäger und Petra Ramstötter. Sie waren jedoch nicht anwesend.

Für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft beim Miesenbacher Trachtenverein wurden Evi Schweiger, Anton Gstatter, Ernst Mayer, Michael Mayer und Volker Schweidler zu Ehrenmitgliedern ernannt. Maria Hinterreiter, Maria Huber und Bernhard Braun halten dem Verein bereits seit 50 Jahren die Treue und bekamen hierfür das Ehrenabzeichen überreicht.

Der »Hansenbauer« Maria und Bernhard Braun wurden zudem für ihre besonderen Verdienste um den Verein vom stellvertretenden Gauvorstand Wast Gasteiger das Goldene Gauehrenzeichen überreicht. Die Ehrungen von Bernhard Braun und Michael Mayer werden nachträglich überreicht, da sie der Versammlung nicht beiwohnen konnten.

Der Tagesordnungspunkt »Wünsche und Anträge« beendete eine »nachdenkliche« Versammlung. Trachtenschneiderin Evi Schweiger wies auf einen schleichenden Qualitätsverfall der Trachten hin. Außerdem kritisierte sie eine gewisse Gedankenlosigkeit, wenn alte, wertvolle Ruhpoldinger Bekleidung an Flohmarkthändler abgegeben wird. fb