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Tourismuskonzept im Gemeinderat vorgestellt

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Foto: Symbolbild, pixabay

Waging am See – Mit einem bebilderten Vortrag gab die Leiterin der Tourist-Information, Eva Gruber, dem Marktgemeinderat in dessen jüngster Sitzung einen Einblick in das aktuelle Geschehen des Tourismus im Ort und in der Region.


So hätten etwa 434 Personen die Busverbindungen nach Salzburg genutzt. Dadurch habe man auch Einnahmen erzielt. Der Anteil der Kinder sei bei 8,8 Prozent noch optimierungsbedürftig. Erfolgreichste Veranstaltungen waren das Jubiläum »20 Jahre Bauernmarkt« und das Finale der »Waginger See Genusswochen«. Die Webcam auf dem Krautenberg sei seit Oktober in Betrieb. Mit 285 Personen wurde der Spaziergang in die Geschichte Wagings im Vergleich zum Vorjahr deutlich öfter nachgefragt.

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Nach Ausarbeitung einer neuen Kommunikationsstrategie wolle man vermehrt sanft Reisende ansprechen. Zielgruppen sind Angler und Reisende in der Vor- und Nachsaison. Eigens dafür habe man ein neues Erscheinungsbild entwickelt, das in Wort und Bild erlebbar macht, wofür Waging am See wahrgenommen werden will.

»Mit der Botschaft, am Waginger See jeden Tag ein kleines Abenteuer zu entdecken, wurden neue Angebote in Form von Geschichten und Kurzfilmen ausgearbeitet. Die operative Umsetzung macht sich in der Mediaplanung bemerkbar, das heißt, in der Platzierung von Online- und Printwerbung oder bei Messeauftritten, in den Werbemitteln oder der neuen Internetseite.«

Mit einem Plus von sieben Prozent bei Ankünften und dreieinhalb Prozent bei Übernachtungen wurden im vergangenen Jahr erneut steigende Gästezahlen erreicht. Besonders die Monate Mai mit mehr als 51 Prozent bei den Übernachtungen und September (plus 62,6 Prozent) trugen dazu bei. Trotz sinkender Bettenzahl und unwesentlich gestiegener Auslastung im Campingbereich verzeichnete die Tourist-Info zehn Prozent mehr Übernachtungen in Bettenbetrieben.

Die meisten Gäste kommen aus Bayern

»Die Quellmärkte nach Bundesländern liegen unverändert bei Bayern, gefolgt von Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Hessen.« Eine interessante Änderung ergab sich bei den Ländern: Zum ersten Mal überholte die Schweiz die Niederlande und wurde nach Österreich zweiter.

Weiter stellte Gruber das ab Mitte April erhältliche, mit Bio-Braugerste aus der Ökomodellregion gebraute Zwickelbier, die »Waginger-See-Hoibe,« vor. Damit werde ein wertvoller Beitrag geleistet, um mehr Landwirte und Verarbeiter für die Herstellung heimischer Bio-Produkte zu gewinnen.

Nach dem Vorbild von Bad Kötzting orientiere sich die Umgestaltung der Tourist-Info vorwiegend im digitalen Bereich. Infoterminals sollen dem Gast die Möglichkeit bieten, sich bestmöglich zu informieren. Weiter solle man die Sitzgelegenheiten erneuern. Mit großformatigen Bildern könnten sich Gäste mit der Region identifizieren. Am besten wäre es, diese Dinge schon beim Planen des Umbaus der Tourist-Info zu berücksichtigen, riet Gruber.

Auch wolle die Marktgemeinde Kontakte mit Burghausen knüpfen und damit im Gruppengeschäft Fuß fassen, um in Form einzelner Erlebnis-Bausteine (wie etwa Schnapsbesichtigungen, Floßbau, geführte Radtouren oder Bergader-Besuche) in die buchbaren Pakete der benachbarten Kollegen aufgenommen zu werden.

Nach ausgiebiger Stoffsammlung für weitere Abenteuergeschichten, die die Region zu bieten hat, erfolgt die Auswahl und Umsetzung. »Dabei sollen möglichst das Gesamtgebiet und Themen wie Genuss, Rad, Wandern, Natur, Familie, Handwerk abgedeckt werden.«

Zwei große Radsportveranstaltungen

Im Herbst nehme die Region Waginger See an zwei großen Radveranstaltungen teil: Am 1. September verbringen rund 80 Radfahrer der »Euregio-Genussradtour« eine Nacht in Waging. Am 29. September ist Tittmoning Pausenort der Traunsteiner »eBike your life-Genuss-Radtour«, eine vom Chiemgau-Tourismus umgesetzte Elektrofahrrad-Großveranstaltung.

Nach erfolgreichem Auftakt des Leader-Projekts »Tourismuskonzept für die Ökomodellregion« stehe die Umsetzung des Leader-Projekts »Wanderwegekonzept« unmittelbar bevor. Dazu gehört es unter anderem, die Streckenführungen zu optimieren, Lücken im Wanderwegenetz zu schließen, Beschilderungen zu vereinheitlichen, Ausgangs- und Hinweisschilder anzubringen, Sitzbänke aufzustellen, Themenwege auszuweisen und vieles mehr.

Das Leader-Projekt »Bio-Genussradtour« entlang des Bajuwaren-Radwegs sei noch in der Entstehungsphase und müsse vorerst hinten anstehen. Am 10. April finde die Abschlusspräsentation des Tourismuskonzepts für die Ökomodellregion statt. Dessen Inhalte sollen auch für die Bewerbung zur »Modellregion Naturtourismus« dienen, die bis 30. April beim Umweltministerium eingegangen sein soll. Als Preisgeld gibt es dreimal Fördergelder von jeweils bis zu 70 000 Euro, informierte Gruber.

Tourismusreferent Andreas Barmbichler (CSU), der die Arbeit von Gruber und ihrem Team lobte, bat dann, die Kneippanlagen behinderten- und seniorengerecht auszustatten und den Wanderweg auf den Mühlberg herzurichten. Bürgermeister Herbert Häusl (FW) meinte, wenn der Weg zügig instand gesetzt werden soll, müsse ihn die Marktgemeinde selber in Angriff nehmen. Wenn man noch warten könne, richte man den Weg im Zuge der geförderten Leader-Maßnahmen her. »Die können sich aber noch hinziehen.« ca