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Tourismus ist wichtiges Standbein für die Gemeinde Inzell

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Inzell. Im nicht ganz voll besetzten Festsaal legte Bürgermeister Martin Hobmaier im Rahmen der Bürgerversammlung Rechenschaft über die Gemeindepolitik im letzten Jahr ab. Besonders dankte er Brigitta Gastager, denn aus der Gastagerstiftung wurden wieder 40 000 Euro an die Inzeller Vereine ausgeschüttet.


Hobmaier begann mit einem Bericht über die Baumaßnahmen beim Klärwerk. Zug um Zug werden nun alte Pumpen ausgetauscht und die Anlage Schritt für Schritt renoviert. Bei den Kontrollen durch das Wasserwirtschaftsamt wurden keine Beanstandungen festgestellt. Ein wichtiger Schritt zur Verbesserung der Lebensqualität in Inzell war der Bau der neuen Wasserleitung von der Laubau nach Inzell. Die Inbetriebnahme ist für Juni/Juli geplant. Die Kosten von 2,9 Millionen Euro werden nach derzeitigem Stand eingehalten. Zudem wurde in Inzell mit mehreren Sanierungsmaßnahmen begonnen. Im Badepark wurden für das Flachdach Dämm- und Abdichtungsmaßnahmen in Auftrag gegeben, in der Grund- und Mittelschule wird ein neues Sicherheitskonzept umgesetzt und im Rathaus werden die Toiletten saniert.

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Dass Inzell nach wie vor ein Ort mit sehr guter Wohnqualität ist, zeigt die Tatsache, dass allein im letzten Jahr 53 Bauanträge behandelt wurden, soviel wie seit fast 20 Jahren nicht mehr. Einzigartig ist nach Aussagen Hobmaiers der Bebauungsplan Gschwall. Geplant ist ein neues Gewerbegebiet in Sulzbach, wofür allerdings noch Grundstücksverhandlungen geführt werden müssen.

Nach wie vor wichtig für Inzell ist die Grund- und Mittelschule. Die M-Klassen müssen nächstes Schuljahr nach Siegsdorf, wo auch ein Ganztagesangebot möglich ist. Für Inzell bedeuten die hohen Fahrkosten nach Ruhpolding und Siegsdorf sowie die Kostenbeteiligung an die Sachaufwandsträger einen Mehraufwand von 70 000 Euro.

Ebenso zuversichtlich beurteilt der Bürgermeister die Lage beim Kindergarten. Umbaumaßnahmen werden mit Unterstützung der Gemeinde vorgenommen. Besonderes Lob zollte Hobmaier den ehrenamtlichen Helfern der Inzeller Gemeindebücherei. Mit 15 578 Ausleihen habe man letztes Jahr ein Rekordergebnis erzielt. Stellvertretend dankte er Büchereileiterin Heidi Kühner. Der Förderverein unter Leitung von Anette Schneider bezahlt die Ausleihgebühren für die Inzeller und Weißbacher Kinder.

Eine Einrichtung, die sich bestens bewährt hat, ist die Musikschule, an der 18 Musiklehrer 638 Schüler unterrichten. Hierbei kommen zwar 60 000 Euro Kosten jährlich auf die Gemeinde zu, aber durch über 300 Auftritte wird der Name Inzell auch weit über die Grenzen des Chiemgaus hinaus bekannt gemacht.

Eisschnelllauf hat Inzell in der ganzen Welt bekannt gemacht. Durch die neue Arena gibt es einen weiteren Aufschwung. 114 000 Gästeankünfte sind die höchste Zahl, die Inzell je erreicht hat. Jahr für Jahr wird die touristische Infrastruktur ergänzt und diese positive Entwicklung sei das Verdienst aller Inzeller, so Hobmaier.

Ein Problem sei nach wie vor das Hotel Zur Post. Alle Bemühungen zum Wiederaufbau seien gescheitert. Wie wichtig ein gut funktionierendes Hotel in der Ortsmitte ist, zeigt das Hotel Edelweiß in Berchtesgaden. Der Ortskern boomt und das wäre auch in Inzell mit der gesamten ausgezeichneten Infrastruktur möglich.

Stolz berichtete der Bürgermeister über die Investitionen in den letzten zehn Jahren ohne Steuererhöhungen. Erfreulich sei, dass die Pro-Kopf-Verschuldung von 2100 auf 1600 Euro gesenkt wurde. Bis 2016 soll der Schuldenstand von 7,5 auf 5,3 Millionen Euro gesenkt werden.

In der anschließenden Fragerunde plädierte Johanna Schwaiger für einen bewussten Umgang mit der Mobilfunkstrahlung und bat um mehr Aufklärung. Karl Heinz Holzner wollte wissen, warum die letzte Strecke der Verbindungsloipe nach Reit im Winkl auf Inzeller Gemeindegebiet nur klassisch gespurt ist. Hobmaier erklärte, dass dies ein Problem mit dem Grundstückseigentümer sei. In Zukunft soll es auch möglich sein, dass die Loipengebühr überwiesen werden kann und nicht die Jahresgebühr bar im Rathaus einbezahlt werden muss. hw

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