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Tourismus am Chiemsee stärken

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Sie wollen, dass die Fusion von Chiemgau Tourismus und Chiemsee Alpenland endlich umgesetzt wird und gründeten eine »Interessengemeinschaft Tourismus am Chiemsee«: Peter Stöger (von links), Josef Mangstl, Josef Wiesholler, Michael Fessler, Konstantin Magalow, Caroline Velten, Oliver Parker, Gisela Betz, Heinrich Wallner. Nicht auf dem Bild: Thomas Lex und Georg Niedermayer.

Chieming. Einem großen Teil der Touristiker und im Tourismus Engagierten am Chiemsee reicht's: Weil mit der lange angekündigten Fusion der beiden Verbände Chiemgau Tourismus und Chiemsee Alpenland offenbar nichts vorwärts geht, gründeten sie jetzt eine »Interessengemeinschaft Tourismus am Chiemsee« mit Sitz in Chieming.


Zweck dieser Gesellschaft des Bürgerlichen Rechts ist es, die Zusammenführung von Chiemsee Alpenland und Chiemgau Tourismus zu erreichen sowie landkreisübergreifend den Tourismus am Chiemsee zu stärken und zu fördern. Letzteres sei bislang vom Chiemsee-Tourismusverband übernommen worden, doch dieser befindet sich in Liquidation.

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Die Gründungsmitglieder der Interessengemeinschaft kommen allesamt aus dem Bereich des Tourismus am Chiemsee: Michael Fessler von der Chiemsee-Schifffahrt in Prien, Thoma Lex von der Fischereigenossenschaft Chiemsee, Josef Mangstl von der Schiffervereinigung Chiemsee, Joseph Pfeilstetter (Edeka Grabenstätt), Caroline Velten (Hotel Lambach, Seebruck), Oliver Parker (Parker Outdoor, Übersee), Georg Niedermeier (Alzfloßfahrten, Seeon-Seebruck), Josef Wiesholler (Ferienwohnungen, Chieming), Konstantin Magalow (Gut Ising), Peter Stöger (Verkehrsverein Übersee) und Heinz Wallner (Gasthof und Hotel, Chieming). Sie möchten, dass der Tourismus am Chiemsee einheitlich und landkreisübergreifend gefördert wird.

Der Chiemsee-Tourismus drifte auseinander, erklärte Wallner in einem Gespräch mit unserer Zeitung. Als Beispiel nannte er, dass das Ostufer des Chiemsees im Prospekt des Verbands Chiemsee Alpenland ein »weißer Fleck« sei. Dieser Verband werde von Rosenheim dominiert. Seit über zwei Jahren werde von der Fusion von Chiemgau Tourismus und Chiemsee Alpenland gesprochen, vom Kreistag in Traunstein gebe es dazu auch einen eindeutigen Beschluss und von Rosenheim immerhin die Absichtserklärung. Auch sei die Auflösung des landkreisübergreifenden Chiemsee-Tourismusverbands eine Forderung aus Rosenheim gewesen, bevor man einem Zusammengehen von Chiemsee Alpenland und Chiemgau Tourismus zustimme. Wallner: »Von Rosenheimer Seite hat es immer geheißen, wenn der Chiemsee-Tourismusverband aufgelöst ist, werde es zu einer Fusion von Chiemsee Alpenland und Chiemgau Tourismus kommen. Doch es tut sich nichts.«

Die Interessengemeinschaft will zunächst das Gespräch mit den Landräten aus Traunstein und Rosenheim, Hermann Steinmaßl und Josef Neiderhell, suchen. »Da wollen wir dann aber nicht wissen ob, sondern wann die Fusion erfolgt«, so Wallner. Immerhin gebe es vom Traunsteiner Kreistag einen gültigen Beschluss, der auch vollzogen werden sollte.

Warum die Fusion der Verbände bisher nicht zustande gekommen ist, darüber lässt sich laut Wallner nur spekulieren. Eins ist für ihn und seine Mitstreiter aber wichtig: »Es darf nicht an der Namensgebung scheitern.« Doch bekannt sei der Name Chiemsee – »und wir müssen das stärken, was bekannt ist«. Die Interessengemeinschaft sieht in einer Fusion der beiden Verbände auch Einsparpotential. Nicht zuletzt bräuchte man dann »nur noch einen Vorsitzenden, einen Geschäftsführer mit Stellvertreter und eine Mannschaft«, so Wallner.

Und was ist, wenn die Interessengemeinschaft mit ihrem Anliegen bei den Landkreisen nichts erreicht? Dann, so Wallner, sei nicht ausgeschlossen, dass die Interessengemeinschaft den Chiemsee-Tourismusverband neu belebt und sich die Chiemseegemeinden gewissermaßen mit einem eigenen Verband selbst vermarkten.