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Tosender Applaus für »Der Himme wart net«

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Die »Himbeer-Resi« (Rosa Hylak) ist den alkoholischen Geistern zugetan. Sie scheint eine transzendente Verbindung zu den verstorbenen, als Geister wandelnden Herren, dem Polizisten Stelzl (Anderl Osenstätter) und dem Schreinermeister Bömmerl (Toni Wimmer) zu spüren. (Fotos: Volk)

Nußdorf – Mit tosendem Applaus wurde die Theatergruppe des Trachtenvereins Nußdorf bei den beiden gelungenen Premierenvorstellungen der Komödie »Der Himme wart net« belohnt. Die Laienspielgruppe verwöhnte die Zuschauer mit einem sehr unterhaltsamen Stück, das die Lachmuskeln arg strapazierte.


Im Mittelpunkt des Dreiakters von Markus Scheble und Sebastian Kolb stehen der verstorbene Polizist Stelzl und der verstorbene Schreinermeister Bömmerl, die vor dem Eintritt ins Paradies versuchen, als Geister auf Erden noch einiges zu regeln und in gewünschte Bahnen zu lenken.

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Das geistreiche Wirken sorgt für Verwicklungen

Dass dabei nicht alles glattgeht und das geistreiche Wirken der beiden zu Verwicklungen führt und vieles durcheinanderbringt, macht die pointenreiche Komödie zu einem großen Vergnügen. Noch fünf Mal wird das Stück im Vereinsheim am Dorfplatz aufgeführt und damit besteht noch mehrmals Gelegenheit, amüsante Theaterstunden zu erleben.

Der Polizeibeamte Stelzl (Anderl Osenstätter) sitzt im himmlischen »Wartezimmer«. Bevor er aber ins Paradies darf, muss er einen letzten, himmlischen Auftrag erfüllen. Die himmlische Stimme (Cornelia Schauer) befiehlt ihm, den soeben verstorbenen Schreinermeister Bömmerl (Toni Wimmer) abzuholen und binnen 24 Stunden in den Himmel zu bringen. Schafft er das nicht, schließen sich die Himmelspforten und ihm bleibt bis in alle Ewigkeit nur ein Platz im himmlischen Wartezimmer, auf einer harten Bank und bestückt mit vergilbten Illustrierten.

Stelzl macht sich auf den Weg, den Spezialauftrag auszuführen. Schon nach kurzer Zeit stellt sich die Aufgabe als ziemlich harte Nuss heraus, denn Bömmerl will nicht wahrhaben, dass er tot ist. Er will nicht weg von seiner Schreinerei und seiner Tochter Anna (Viktoria Schützinger). Alles geht ihm viel zu schnell und Stelzl hat größte Mühe, ihm klar zu machen, dass der Himmel nicht wartet.

Besuch von der gierigen Verwandtschaft

Die gierigen Froschmeiers (Anni Gnadl und Sepp Angerer), die zur Beerdigung angereist sind und es nur auf das Erbe des Bömmerl abgesehen haben, machen es nicht einfacher. Als sie herausfinden, dass Bömmerl kurz vor seinem Tod drei Millionen Euro im Lotto gewonnen hat, suchen sie fieberhaft nach dem Lottoschein, um sich den Gewinn unter den Nagel zu reißen.

Genau das aber wollen der Schreinermeister und der Polizist verhindern, doch als Geister sind sie handlungsunfähig. Da tut sich unerwartet eine transzendente Verbindung auf. Über die »Himbeer-Resi« (Rosa Hylak), die ebenfalls Geistern, allerdings denen in hochprozentiger, flüssiger Form zugeneigt ist, gelingt eine eigenartige Kommunikation in Form von Gedankenübertragung.

Und mit Hilfe von Haushälterin Finni (Hanni Höllthaler), die von der Welt ihrer Romanhefte fasziniert ist, und dem Schreinergesellen Emmeran (Franz Schützinger), die bei einer Geisterbeschwörung seltsame Erkenntnisse erlangen, wendet sich letztlich alles zum Guten.

In den Hauptrollen glänzten Anderl Osenstätter und Toni Wimmer, die mit ihrer Spielfreude und Leidenschaft begeisterten und vom Publikum zu Recht immer wieder mit Szenenapplaus belohnt wurden. Ebenso erfrischend spielte Rosa Hylak die Schnapsdrossel Resi. Nicht minder vergnüglich anzuschauen waren Franz Schützinger und Hanni Höllthaler in ihren Rollen, besonders in der Szene der Geisterbeschwörung, perfekt in Mimik und Gestik. Sepp Angerer und Anni Gnadl als raffgierige Erbschleicher und Viktoria Schützinger, die die verlassene Schreinermeisters-Tochter darstellt, runden die hervorragende Leistung des Ensembles ab.

Rollen mit viel Geschick besetzt

Mit Geschick besetzte Spielleiterin Rosa Hylak die Rollen und inszenierte mit ihrer Theatergruppe eine rundherum gelungene Aufführung. Dazu trugen auch unerlässliche Helfer im Hintergrund bei, Johanna Schauer als Souffleuse, Maskenbildnerin Nicole Flassak, Sepp Schauer, der das Bühnenbild gestaltete und Martin Zimmermann, der die Ton- und Lichttechnik bediente.

Die weiteren Aufführungen sind am morgigen Freitag, am Samstag sowie am Freitag, 15. und Samstag, 16. April, jeweils um 20 Uhr. Die Vorstellung am Sonntag beginnt bereits um 18   Uhr. Kartenreservierung ist möglich bei Cornelia Schauer, Telefon 08669/81 98 15. pv