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Tom Mayr erhielt den Deutschen Lehrerpreis

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Der ausgezeichnete Lampodinger Lehrer Tom Mayr im Unterricht an seiner Münchner Schule.

Kirchanschöring. Es nicht einfach, junge Leute zu motivieren, die keinen Job haben und keine Lehrstelle; die halt zur Schule gehen, weil sie noch gehen müssen. Solche Schüler hat Tom Mayr an der Berufsschule für Bau- und Kunsthandwerk in München. Seit vier Jahren unterrichtet der 39-jährige Pädagoge, der in Eisenärzt aufgewachsen und inzwischen nahe Kirchanschöring verheiratet ist, in solchen berufsvorbereitenden Klassen. Seine Schüler zu begeistern und anzuspornen, scheint ihm gelungen zu sein. Gemeinsam mit zwei Kollegen wurde Mayr in Berlin für das Projekt »Hochbeete für Seniorenheim« mit dem »Deutschen Lehrerpreis – Unterricht innovativ« ausgezeichnet.


»Man muss etwas machen, worin sie einen Sinn sehen«

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»Es ist nicht leicht, diese Schüler zu motivieren«, gesteht Tom Mayr, »man muss etwas machen, worin sie einen Sinn sehen.« Bei einem Spaziergang im Park war ihm eine erste Idee gekommen: Parkbänke bauen. Und das mit jungen Menschen, die aus der Stadt kommen, die vielfach noch nie einen Hammer in der Hand hatten. »Mit Vogelhäuschen haben wir angefangen«, erinnert sich der Lehrer, der selbst Praktiker ist, eine Maurer- und Bauzeichnerausbildung absolviert hat. Mit der Arbeit an den Bänken und einem Pavillon für das Seniorenzentrum Marie-Anne Clauss in München entstand die Idee zu dem ausgezeichneten Projekt. Hochbeete für alte Menschen wollten sie bauen, bei denen auch Rollstuhlfahrer und bewegungseingeschränkte Bewohner pflanzen und ernten können.

Blockweise besuchen 50 Schüler den Unterricht. Es galt also wirklich, zusammenzuarbeiten, die Arbeit der Vorgänger anzuerkennen und fortzuführen. Und das fächerübergreifend. »Theorie, Rechnen und Praxis, alles gehörte dazu«, beschreibt der Lehrer die Herausforderung.

Mehr noch: Die Schüler haben zuvor einen ganzen Tag mit den Senioren verbracht, haben zugehört, geredet, sogar gemeinsam alte Wanderlieder gesungen. »Das war wirklich wunderbar«, erzählt Mayr begeistert, »der coolste Typ ist mit einem alten Mutterl am Arm durch den Garten spaziert.«

Zwei große Hochbeete sind schließlich entstanden, die Schüler haben dazu auch das Umfeld gepflastert, um den Zugang zu erleichtern. »Die Nominierung für den Preis ist dann eher durch Zufall passiert«, berichtet Mayr, »ein ehemaliger Gymnasiums-Direktor im Bezirksausschuss hatte davon erfahren.«

Insgesamt 3500 Bewerber aus ganz Deutschland waren für den Preis der Vodafone-Stiftung vorgeschlagen worden, den diese unter anderem in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Philologenverband seit 2009 vergibt. Die Jury ist mit Universitätsvertretern, Wissenschaftlern und Stiftungsvertretern hochkarätig besetzt.

»Aushängeschild für die Schule«

Tom Mayr und seine Kollegen Robert Klier und Josef Strasser sind stolz darauf, dass sie als erste Berufsschule überhaupt in diesem Rahmen ausgezeichnet wurden; und das mit einem Sonderpreis der Jury. 1000 Euro gab es daneben noch für die Klassenkasse.

Unabhängig von der eigenen Freude über diese Ehre sieht Tom Mayr darin auch einen Schritt, das Lehrerbild in der Öffentlichkeit zu verbessern. Und: »Eine solche Auszeichnung ist sicher ein Aushängeschild für die Schule«, wirbt Mayr um Nachahmer und darum, gute Vorbilder auch bekannt zu machen. höf