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Tolle Zusammenarbeit der Vereine wurde mehrfach gelobt

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Ein langer Festzug zog sich durch die Ortschaft – und natürlich war auch der Jubiläumsverein, der Burschenverein Hart, dabei.
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Für 40 Jahre Mitgliedschaft im Burschenverein wurden Josef Parzinger (von links, mit den Urkunden in der Hand), Josef Mayer und Simon Wolff geehrt. Es gratulierten der Vorsitzende Matthias Kaindl (von links), Festleiter Seppi Mayer, Gauvorsitzender Georg Daxenberger und der Stellvertretende Vorsitzende Korbinian Kaindl. (Fotos: H. Eder)
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Fahnenbraut Monika Mayer vom Burschenverein Hart heftete das Erinnerungsband an die Fahne des Patenvereins. Dies war der Burschenverein Nußdorf.

Chieming. Das Feiern nimmt schier kein Ende in Hart. Über 2000 Teilnehmer gaben dem Burschenverein »Edelweiß« die Ehre aus Anlass von dessen 90-jährigem Bestehen und begingen gleichzeitig das Gaufest der Burschen- und Arbeitervereine des Chiemgaus und Rupertiwinkels.


Kaiserwetter begleitete diesen großen Tag der Harter Burschen – wie schon die ganze Festwoche über. Im Kirchenzug zogen die Vereine, gut 70 an der Zahl, vom Festzelt zum Feldaltar unterhalb des Kriegerdenkmals. Den Gottesdienst zelebrierten Pfarrer i. R. Josef Hofmann, Pater Liviu und Diakon Hans Daxenberger, der die Predigt hielt. Musikalisch umrahmte die Messe die Chieminger Blaskapelle.

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Diakon Daxenberger hatte schnell die Aufmerksamkeit der Menschenmenge gewonnen, als er feststellte, eine Predigt sollte sein wie ein Minirock: kurz und anschaulich. Und an beides hielt er sich. In vier Punkten gab er den Festbesuchern mit auf den Weg, dass es nicht nur um Geld und Macht gehen dürfe, sondern dass man im biblischen Sinn »reich vor Gott« sein müsse.

Am Ende des Gottesdienstes segnete Pfarrer Hofmann die Fahnenbänder des Harter Burschenvereins und des Patenvereins aus Nußdorf. Danach steckten die Fahnenbräute Monika Mayer für Hart und Heidi Meisinger für Nußdorf die Bänder an die jeweiligen Fahnen. Dann folgten noch die Grußworte der Prominenz. Schirmherr Benno Graf lobte die hervorragende Zusammenarbeit der Harter Vereine, die ihn »sakrisch gefreut« habe. Es wäre schön, wenn es auch weiterhin Zusammenhalt und Hilfe geben würde, wo dies notwendig sei.

Kritische Worte fand Burschen-Gauvorsitzender Georg Daxenberger. Die Vereine, so sagte er, hätten deswegen so lange Zeiten überdauert, weil die jeweiligen Vorstände geschickt und überlegt gehandelt hätten. In diesem Sinn appellierte er an die heutigen Verantwortlichen, sich nicht unterkriegen zu lassen, auch wenn es mal nicht so gut laufe oder »wenn die Behörden einem Prügel vor die Füße werfen«. Man habe nämlich heutzutage oft das Gefühl, dass die Vereine den Ämtern ein Dorn im Auge seien. Dabei seien aber, so betonte der Gauvorsitzende, die Vereine »der Kitt der Gesellschaft«.

Auch Bezirksrat Markus Fröschl und stellvertretender Landrat Georg Klausner sprachen den sozialen Zweck der Burschenvereine in der Anfangszeit an. Sie stellten fest, dass sie durch ihre Aktivitäten auch heute noch zu einer guten Gemeinschaft beitragen.

Der gemeinsame Festabend der Harter Jubiläumsvereine – der Freiwilligen Feuerwehr und des Burschenvereins »Edelweiß« fand am Vorabend statt und bezog seinen besonderen Charme durch die Auftritte der Allerkleinsten der beiden Trachtenvereine aus Chieming und Nußdorf. Musikalisch umrahmt wurde der Abend von den Klängen der Chieminger Blasmusik unter Leitung von Hans Schnell.

Festleiter Seppi Mayer eröffnete den Abend, bei dem ungewohnt viele Bänke leer blieben, mit einem Dank an alle, die zu dem nun schon fast zwei Wochen währenden Fest beigetragen haben. Er sei als Festleiter stolz darauf, dass sich die beiden Vereine so gut »zusammengerauft« und ein solch »strenges Programm« hinbekommen haben. Unter all den vielen hob er besonders Korbinian Kaindl hervor. Zudem gab er bekannt, dass spätestens seit der gelungenen Steckerleisparty mit Wipe Out und über 1000 Besuchern sicher sei, dass bei den Festwochen auch finanziell etwas übrig bleiben werde.

Bürgermeister Benno Graf als Schirmherr und der Landtagsabgeordnete Klaus Steiner sprachen den Vereinen Dank, Wertschätzung und Anerkennung aus. Beide Vereine seien, so Steiner, ein wichtiger Bestandteil der Ortsgemeinschaft Hart. Die Feuerwehren hätten gerade bei der Flutkatastrophe gezeigt, wie stark der Zusammenhalt am Land ist. Die Burschenvereine seien einst gegründet worden, um sich gegenseitig zu unterstützen; aber auch heute hätten sie noch eine wichtige Aufgabe, nämlich die Dorfgemeinschaft zu pflegen.

Dann stand der Burschenverein im Mittelpunkt. Gauvorsitzender Georg Daxenberger gratulierte dem Harter Burschenverein zu seinem 90-jährigen Bestehen und überreichte den Gauehrenkrug an den Harter Vorsitzenden Matthias Kaindl. Daxenberger erinnerte daran, wie die Burschenvereine einst entstanden waren: aus der Not heraus, weil es im Krankheitsfall keinerlei soziale Sicherung gegeben habe.

Im Anschluss daran wurden langjährige Mitglieder geehrt. 50 Jahre sind Manfred Pölzl und Albert Schuhbeck sen. dabei, 40 Jahre Josef Parzinger, Elisabeth Zenz, Simon Wolff, Josef Mayer, Georg Resch und Hans-Peter Resch und 25 Jahre Franz Löb jun., Hubert Haumaier, Christian David, Erwin Anner jun., Manuela Grossauer, Luise Mitterreiter, Christian Fischer, Max Brunner, Josef Schauer, Richard Neumeyer, Alexandra Niederbuchner, Alfred Mitterer, Josef Baumgartner, Josef Axthammer, Alfred Guglweid jun., Hubert Axthammer, Alfons Wimmer jun., Thomas Wastlhuber, Martin Wastlhuber, Hubert Brandl und Andreas Niederbuchner.

Auch die Feuerwehr hatte dann noch eine kleine, aber originelle Ehrung auf der Tagesordnung. Der einstige Kommandant der Harter Feuerwehr hatte Schlagzeilen gemacht, als er kurzerhand einen Zebrastreifen auf die Straßen pinseln ließ, um die Überquerung sicherer zu machen – was ihm juristische Probleme einbrachte. In Erinnerung daran überreichten ihm die Vorsitzenden Franz Wimmer und Erwin Anner sowie Kommandant Konrad Wastlhuber eine große Torte mit Zebrastreifenmotiv.

Mit dem politischen Kesselfleischessen am heutigen Montag um 19.30 Uhr klingen die Harter Festwochen aus. Hubert Dorn, Bezirksrat und Generalsekretär der Bayernpartei, ist der Hauptredner. he