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Tierköder: 3000 Euro Belohnung ausgesetzt

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Merlin hatte Riesenglück. Der Hund schluckte einen mit Rattengift versetzten Giftköder. Nur durch sofortige tiermedizinische Versorgung konnte Merlins Leben gerettet werden.

Eine Belohnung von 3000 Euro haben sieben Tierschutzorganisationen ausgesetzt, um einem unbekannten Tierquäler auf die Spur zu kommen. Seit geraumer Zeit werden in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land immer wieder Hunde Opfer von Giftködern, die mit Rattengift versehen sind (wir berichteten). Quer durch die Landkreise wurden die Giftköder bereits aufgefunden – in Traunstein, Traunreut, Bergen, Chieming, Laufen, Inzell, Bad Reichenhall und Freilassing, entlang von Wanderwegen und Straßen, hinter Büschen und in Gärten.


Köder mit Rasierklingen jetzt auch in Siegsdorf

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Mehrere Hunde starben qualvoll, konnten nicht mehr gerettet werden. Andere überlebten nur durch sofortige tiermedizinische Behandlung. In Fridolfing wurden mehrmals mit Rasierklingen präparierte Wurstköder ausgelegt, vor wenigen Tagen auch in Siegsdorf. Hier hatten die Hunde Glück: Die Köder wurden entdeckt, bevor die Tiere sie fressen konnten.

Die regionalen Tierschutzorganisationen Aktiv für Tiere aus Siegsdorf und das Aktionsbündnis gegen Tiertransporte Berchtesgadener Land erhielten in jüngster Zeit zu diesen Vorfällen zahlreiche Anrufe besorgter Tierfreunde. Schnell war man sich mit anderen Tierschutzvereinen einig, mit einer gemeinsamen Kampagne »ein klares Zeichen gegen diesen grausamen Hundehass zu setzen«. An der Aktion beteiligen sich Animal Respect aus München, das Bündnis Bayerischer Tierrechtsorganisationen, der Landesverband des Bundes gegen Missbrauch der Tiere, Peta Deutschland, Tasso, die beiden regionalen Vereine sowie zahlreiche private Tierfreunde.

Zusammenarbeit mit der Polizei

Die sieben Organisationen bitten die Bevölkerung um Mithilfe und setzen für sachdienliche Hinweise, die zur Ermittlung und Überführung der/des Täter/s führen, eine Belohnung in Höhe von 3000 Euro aus. Zeugen, die Hinweise beisteuern können, sollten sich unter den für diese Aktion bereitgestellten Telefonanschlüssen 0170/3200377, 08662/12255 oder 08656/1248 melden beziehungsweise sich an die örtliche Polizeiinspektion wenden. Zu mehreren Fällen laufen bereits Ermittlungen. Die sachbearbeitende Polizeidienststelle in Traunstein, die Abteilung Operative Ergänzungsdienste, ist über die Kampagne informiert. Die Zusammenarbeit ist gewährleistet.

»Die mit Rattengift versehenen Köder und die mit Rasierklingen präparierten Wurstteile sind nicht nur – abgesehen natürlich von Kleinkindern – für Hunde höchst gefährlich, sondern auch für andere frei herumlaufende Haustiere und für Wildtiere«, betonte Christine Oberhuber von »Aktiv für Tiere« im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Ein Beispiel seien die vor wenigen Tagen in Piding vergifteten Laufenten.

Hundehalter sollten bei Spaziergängen ein besonderes Augenmerk auf ihren Vierbeiner haben, ihn nicht außer Sichtweite lassen und darauf achten, dass der Hund nichts vom Boden aufnimmt. Um weiteren Aggressionen vorzubeugen, sei es unbedingt erforderlich, dass Hundehalter die »Hinterlassenschaft« ihres Hundes mitnehmen und in den dafür vorgesehenen Behältnissen oder im Hausmüll entsorgen, so Christine Oberhuber.

Plakataktion und Handzettel in Planung

Zu dem Auslobungsbetrag von 3000 Euro informierte Sabine Rosenbusch vom Aktionsbündnis gegen Tiertransporte, die Summe werde ausschließlich über zweckgebundene Spenden finanziert: »Das bedeutet, es wird nur Geld verwendet, das von den beteiligten Organisationen und Tierfreunden speziell für diesen Zweck zur Verfügung gestellt wurde.«

Die Tierschützer planen außerdem in Kürze eine Plakataktion und das Verteilen von Handzetteln. »Wir bitten darin die Bevölkerung nochmals um erhöhte Aufmerksamkeit und Mitarbeit, damit diese Form der Tierquälerei bald ein Ende hat«, begründete Sabine Rosenbusch. kd