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Tierischer Besuchsdienst im Siegsdorfer Altenheim

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Andreas Manzenberger (Mitte) freut sich jede Woche auf den Besuch von Rosemarie Rimsl (rechts) mit ihrem Labrador Semmy. Auch Erika Ranner ist mit ihrem Labrador Arco einmal in der Woche im Siegsdorfer Altenheim und besucht die Senioren. (Foto: Brenninger)

Siegsdorf. Wenn Semmy ihn besucht, dann freut sich Andreas Manzenberger riesig und ist gleich gut gelaunt. Semmy ist ein fünf Jahre alter Labrador-Mischling und seit gut eineinhalb Jahren ist er einmal in der Woche im Siegsdorfer Alten- und Pflegeheim mit seinem »Frauchen« Rosemarie Rimsl zu Besuch. Die Senioren dürfen Semmy dann nach Herzenslust streicheln – natürlich nur, wer seine Erlaubnis dazu erteilt hat. »Wir haben eine Liste, wer Hunde mag, zu diesen Senioren gehen wir dann regelmäßig«, sagt Rosemarie Rimsl.


Die Leitung des Altenheims steht voll hinter dem tierischen Besuchsdienst. »Unsere Bewohner spricht dieses Angebot sehr an«, sagt Klangtherapeutin und Betreuungsassistentin Petra Oelkers. »Die meisten unserer Bewohner haben auch einen Bezug zu Tieren und deshalb belebt so ein Besuch«, pflichtet Heimleiter und Geschäftsführer Ludwig Wimmer bei. »Wir haben deshalb auch eine Voliere mit Wellensittichen im Haus, diese kommt auch sehr gut an.«

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Neben Rimsl ist auch seit Kurzem Erika Ranner aus Chieming beim Tierbesuchsdienst mit ihrem dreijährigen Labrador Arco dabei. »Es macht viel Freude«, sagt sie. »Die Leute hier sollen wissen, dass sie nicht vergessen sind.« Das ist auch Rimsl wichtig. »Es ist einfach schön, wenn man dann wieder nach Hause geht und weiß, dass man etwas Gutes getan hat«, sagt sie. »Unsere Bewohner sind über den Dienst auch sehr dankbar«, dankt Petra Oelkers den Damen für ihren Einsatz.

Einmal in der Woche sind die beiden Hundebesitzerinnen an unterschiedlichen Tagen jeweils am Nachmittag für eine Stunde im Altenheim. »Es dauert schon eine Weile, bis man sich durchgeratscht hat«, weiß Rosemarie Rimsl. »Und in den Gesprächen geht es nicht nur um die Hunde«, sagt Erika Ranner. Denn die Senioren haben viel zu erzählen und nebenbei werden dann Arco und Semmy viel gestreichelt. »Die beiden Hunde haben für unsere Bewohner genau die richtige Größe«, freut sich Petra Oetkers. »Und sie eignen sich auch sehr gut dafür,« weiß Rimsl. Schließlich gilt der Labrador als gutmütiger Familienhund. »Ich habe mich zuvor aber auch in der Hundeschule und beim Tierarzt erkundigt, ob ich den Besuchsdienst mit Semmy machen kann«, erzählt Rimsl, »und ich bin darin bestärkt worden.« Semmy und Arco scheint die Aufgabe jedenfalls Spaß zu machen – denn schon, wenn die beiden »Frauchen« in die Nähe des Altenheims kommen, fangen die Hunde vor Freude an zu bellen. Für den Hund sei das Ganze aber auch anstrengend, weiß Ranner. »In jedem Zimmer riecht es etwas anders, das ist auch ein Stress für die Hunde.« Deshalb ist die Besuchszeit auch begrenzt.

Weil sehr viele Senioren das Angebot nutzen möchten, sucht das Altenheim nun noch dringend Verstärkung für den tierischen Besuchsdienst. »Es sollten mindestens vier sein, das wäre unser Traum«, sagt Rosemarie Rimsl. Denn dann hätte jede Etage des Altenheims seinen eigenen Hund. Bisher gab es immer wieder Anfragen. »Aber die meisten wollten Geld dafür haben«, sagt Rimsl, »unsere Arbeit ist aber ehrenamtlich.« Die Freude der Senioren ist für die beiden Freiwilligen Bezahlung genug – und auch Semmy kann es kaum erwarten, bis er wieder zu Andreas Manzenberger darf.

Wer den Tierheimbesuchsdienst ehrenamtlich unterstützen möchte, kann sich im Altenheim melden, Telefonnummer 08662/497-103. SB