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»Tiefgarage wirtschaftlich und technisch möglich«

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Hauptzufahrt zum Karl-Theodor-Platz vom 12. bis 14. März gesperrt
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Traunstein – Die Parkplatzsituation in Traunstein ist schwierig. Seit Jahrzehnten wird deshalb über eine Tiefgarage am Karl-Theodor-Platz diskutiert. Nun scheint das Projekt konkreter zu werden. »Die Untersuchungen haben ergeben, dass eine Tiefgarage wirtschaftlich und technisch möglich ist«, sagt Elmar Schwäbisch, der Sachgebietsleiter Stadtplanung. Im Gespräch ist eine zweigeschoßige Tiefgarage mit 600 Stellplätzen (derzeit 340). Diese solle auch unabhängig von der Landesgartenschau gebaut werden, betont Schwäbisch im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Entschieden ist allerdings noch nichts.


Die Parkplatzsituation in Traunstein werde sich nicht verbessern, »wenn man nichts tut«, sagt Stadtplaner Elmar Schwäbisch. Deshalb habe der Traunsteiner Stadtrat im vergangenen Jahr beschlossen, eine Grundlagenuntersuchung für ein Verkehrs- und Parkraumkonzept in Auftrag zu geben, in der die Problematik untersucht wird. Die Resultate wurden nun dem Traunsteiner Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung vorgestellt. »Das Ergebnis war auf den ersten Blick nicht überraschend: Der Parkdruck ist sehr hoch. Es gibt ein hohes Maß an Überlastung«, so Schwäbisch.

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Es sind noch viele Fragen offen

Neben den oben genannten Untersuchungen wurden außerdem anhand einer Georadaruntersuchung und einer Bodenuntersuchung zum einen die Lage des ehemaligen Karl-Theodor-Sudhauses ermittelt, zum anderen die geologische Beschaffenheit des Untergrunds und der Stand des Grundwassers festgestellt. Anhand dieser Untersuchungen könne nun eindeutig gesagt werden, dass eine Tiefgarage sowohl baulich als auch wirtschaftlich möglich sei, betont Schwäbisch. Allerdings seien auch noch viele Fragen offen: Wer baut die Tiefgarage – die Stadt, ein Investor oder eine Kooperation aus beiden? Wer betreibt die Tiefgarage? Und wer finanziert den Bau und den Unterhalt? Und natürlich: Wie kann die Tiefgarage optimal gestaltet werden? Wie breit sollen die Stellplätze sein? Wie kann in der Tiefgarage eine möglichst helle und freundliche Umgebung geschaffen werden? – All diese Fragen müssten nun schnell geklärt werden, um für die Bürger und die Gäste der Stadt möglichst bald eine verbesserte Parkraumsituation anbieten zu können, betont Elmar Schwäbisch.

Zum möglichen Zeitplan sagt der Stadtplaner: Zunächst einmal müsse die städtebauliche Feinuntersuchung komplett abgeschlossen werden. »Das soll in zwei Monaten soweit sein.« Vor der Sommerpause könnte dann die Auslobung des Wettbewerbs abgegeben werden. Mit einem Ergebnis rechne man im Frühjahr 2017. »Wenn alles gut läuft, könnten wir also 2018 bauen«, sagt Elmar Schwäbisch.

Die Bauarbeiten am Karl-Theodor-Platz würden in einzelnen Abschnitten erfolgen. »Es stünden also immer die Hälfte der Parkplätze zur Verfügung.« Außerdem sei angedacht, vom Festplatz einen Shuttlebus einzusetzen, damit die Leute dort parken können und trotzdem in die Stadt kommen.

»Das wäre zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös«

Doch die grundsätzliche Entscheidung – also, ob überhaupt eine Tiefgarage am Karl-Theodor-Platz gebaut wird – hat der Stadtrat noch nicht getroffen. Es sei bislang nur ganz allgemein über die verkehrs- und bautechnische sowie die finanzielle Möglichkeit der Realisierung einer Tiefgarage diskutiert worden, teilt Oberbürgermeister Christian Kegel auf Nachfrage mit. »Als grundsätzliche Lösung der großen Parkplatzprobleme in Traunstein wird sie als sinnvoll und verfolgenswert beurteilt. Eine Entscheidung, ob gebaut wird, fällt freilich erst zu einem späteren Zeitpunkt«. Zur Höhe der Kosten für die Tiefgarage wollte er nichts sagen, »das wäre zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös.«

Nach Ansicht der Stadt sollte die Tiefgarage mit oder ohne Landesgartenschau gebaut werden, »denn das Problem bleibt, dass wir in Traunstein zu wenige Parkplätze haben«, betont Elmar Schwäbisch. »Der Vorteil der Landesgartenschau wäre, dass wir einen gewissen Zeitdruck haben«, meint der Stadtplaner. »Das Projekt könnte also nicht ewig nach hinten geschoben werden.« KR