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Ticket-Erlöse in eigene Tasche gesteckt? Chiemseer Gemeinderat tritt von zwei Ämtern zurück

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Nachrichtem vom Chiemsee, aus Chieming und dem Landkreis Traunstein
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Blick auf den Chiemsee. (Bild: pixabay)

Traunstein/Chiemsee – Weil er Ticket-Erlöse eingesteckt haben soll, wird aktuell gegen einen früheren Fährmann, der bis Dienstagabend auch langjähriges Mitglied im Gemeinderat Chiemsee und Zweiter Bürgermeister war, ermittelt.


Der Ex-Fährmann – seit über 30 Jahren Mitglied im Gemeinderat und rund 22 Jahre lang Zweiter Bürgermeister – wird verdächtigt, Erlöse aus Ticketverkäufen für Fährtransporte zu den Inseln der Gemeinde nicht an die zuständige Kasse abgeführt zu haben.

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Am Dienstagabend ist er von beiden Ämtern zurückgetreten. Wie der 65-Jährige gegenüber der Süddeutschen Zeitung sagte, geschah dies unabhängig von den laufenden Ermittlungen, die auch – wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein bestätigte – bereits seit längerem laufen.

Die Gemeinde Chiemsee ist mit rund 230 Einwohnern die zweitkleinste Gemeinde Bayerns. Zu ihr gehören die drei Chiemsee-Inseln Herrenchiemsee, Frauenchiemsee und die unbewohnte Krautinsel.

Wie die Zeitung weiter berichtet, hätten seine Ratskollegen ein Ordnungsgeld gegen den 65-Jährigen beschlossen, wäre er nicht zurückgetreten. Denn er habe bereits seit einiger Zeit bei den Sitzungen gefehlt. Bürgermeister Georg Huber war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Erst Ende letzten Jahres erneuerte die Gemeinde den Betreibervertrag. Ob und wer von der Angelegenheit zuvor bereits Kenntnis hatte, ist allerdings bislang unklar. Zuerst hatte die Süddeutsche Zeitung darüber berichtet.

red / Süddeutsche