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THW Traunstein hatte dreifachen Grund zum Feiern

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Um Gottes Segen für die Fahrzeuge und die Menschen, die damit unterwegs sind, baten Stadtpfarrer Georg Lindl (Mitte) und der evangelische Pfarrer Manuel Ceglarek (rechts) bei der Fahrzeugweihe des THW Traunstein. Links neben ihnen THW-Helfer Raimund Fischer. (Foto: Buthke)

Traunstein – Gleich dreifachen Grund zum Feiern hatte der Ortsverband Traunstein des Technischen Hilfswerks (THW). Stadtpfarrer Georg Lindl und der evangelische Pfarrer Dr. Manuel Ceglarek weihten einen Mannschaftslastkraftwagen, ein Rettungsboot und einen Multifunktionslader sowie die Menschen, die damit unterwegs sind.


Moderne Technik helfe den Einsatzkräften des THW bei der Erfüllung ihrer Aufgaben, sagte der Ortsbeauftragte Michael Reichel. »Mit Blick auf die rückläufigen Zahlen von Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren, ist es umso wichtiger geworden, mit moderner Technik die vielfältigen Einsatzaufgaben zu unterstützen«, meinte er. Dies geschehe mit Fahrzeugbeschaffungen über den Bund und durch Eigeninitiative der örtlichen Helfer- und Fördervereine.

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Das THW sei mit den Technischen Zügen in der Fläche bundesweit gleichartig aufgestellt. Aber nicht alle Aufgaben würden vom Bund auch unterstützt, wie zum Beispiel die Ölabwehr am Chiemsee. Einsatzmittel für diese »örtliche Gefahrenabwehr« (ÖGA) würden in der Regel von den Fördervereinen getragen, sagte Reichel.

Das Rettungs- und Einsatzboot, das bei Indienststellung auf den Namen »Barbara« getauft wurde, ersetze das alte Holzboot, dessen Holz im Inneren durch die Feuchtigkeit bereits faulte. Vom THW-Ortsverband Altötting übernahmen die Traunsteiner daraufhin eine baugleiche Bootsschale aus Kunststoff. Diese wurde von Helfern in unzähligen Stunden Eigenleistung neu aufgebaut. Der Ausbau wurde vom Förderverein des THW Traunstein finanziell unterstützt.

Der Multifunktionslader wird laut Reichel zum Be- und Entladen der schweren Pumpenausstattung eingesetzt, die bei Hochwasser zum Einsatz kommt. Er hat eine Nutzlast von 750 Kilogramm und eine Schaufel. »Auch für Einsatzaufgaben im Landkreis kann der Lader von anderen Hilfsorganisationen angefordert werden«, so Reichel.

»Schließlich dürfen wir uns über den neuen MAN-Mannschaftslastkraftwagen freuen, der vom Bund beschafft wurde«, fuhr er fort. Er sei der Fachgruppe »Wasserschaden/Pumpen« zugeteilt und diene zum Transport der Pumpenausstattung. Er hat 250 PS Leistung sowie eine Zwei-Tonnen-Ladebordwand und eine Standheizung als Zusatzausstattung.

Durch Eigeninitiative des THW-Fördervereins Traunstein, der sich ausschließlich durch Spenden finanziere und ehrenamtlich arbeite, sei der Ausbau der Bootsschale finanziert worden, wobei der Förderverein nur die Kosten für das Material habe übernehmen können, erklärte Vorsitzender Hans-Joachim Mille. Die vielen Helferstunden seien unbezahlbar.

Das größte Projekt sei jedoch der Multifunktionslader gewesen. Im vergangenen Jahr habe der Förderverein unzählige Institutionen wie Ämter, Gemeinden und Stiftungen sowie Firmen und Privatpersonen um Unterstützung gebeten und ein passendes Fahrzeug gesucht. Anfang 2017 habe man einen gebrauchten, aber gut erhaltenen Lader gefunden. Die Firma habe dem THW für vier Wochen ein Vorkaufsrecht eingeräumt, aber man habe das Geld noch nicht zusammen gehabt. »Sozusagen in letzter Minute hatten wir allen Unkenrufen zum Trotz den notwendigen Betrag zusammen«, sagte Mille, der Reichel die Schlüssel für das Rettungsboot und den Multifunktionslader übergab.

Nächstes Projekt sei die Beschaffung eines Anhängers zum Transport des Laders, wenn er außerhalb der Stadtgrenzen gebraucht werde. Mille warb daher um weitere Spenden.

Der Landkreis Traunstein habe die Anschaffung des Multifunktionsladers mit 5000 Euro unterstützt, weil er einen gut funktionierenden und effektiven Bevölkerungs- und Katastrophenschutz als gemeinsame Verantwortung sehe, betonte stellvertretende Landrätin Resi Schmidhuber. Dafür brauche es eine zeitgemäße Ausstattung. »Vor allem aber braucht es Menschen, die sich freiwillig engagieren«. Sich im THW zu engagieren, heiße Hilfeleistung, Unterstützung und sozialer Dienst am Mitmenschen. Motivation dafür seien die Werte, die das THW vermittle – Kameradschaft, Zusammengehörigkeit, Mitmenschlichkeit und die Bereitschaft zu lernen und das Erlernte sinnvoll anzuwenden.

Die stellvertretende Landrätin lobte die Helfer des THW für ihren unermüdlichen Einsatz zum Wohle der Menschen. »Wir als Landkreis wissen, dass wir uns auf das THW verlassen können. Das THW kann sich deshalb auch in Zukunft auf die Unterstützung des Landkreises verlassen«.

Namens der Stadt Traunstein würdigte Dritte Bürgermeisterin Traudl Wiesholler-Niederlöhner den THW-Ortsverband für die geleistete Arbeit. Er sei nun wieder top ausgestattet. Sie würdigte die Helfer dafür, dass sie für andere Menschen, die sie oft gar nicht kennen würden, ihre Freizeit opferten und auch ihr Leben einsetzten. Bjr