weather-image
24°

Tettenhausen ist bereit für die Asylbewerber

2.0
2.0
Bildtext einblenden
In das alte Schulhaus in Tettenhausen werden demnächst einige Asylbewerber einziehen. Im ersten Stock steht eine 120 Quadratmeter große, möblierte Wohnung zur Verfügung. (Foto: Eder)

Waging am See – »Tettenhausen ist bereit für Asylbewerber« – mit diesen Worten kommentierte Bürgermeister Herbert Häusl die große Beteiligung von über 50 Personen am ersten Informationstreffen in der alten Schule, bei dem sich ein Helferkreis mit rund 30 ehrenamtlichen Helfern bildete. Koordinator ist Gemeinderat Hannes Obermayer.


Neben Mitarbeitern von Landratsamt und Diakonischem Werk, die in der Gemeinde wohnen und sich als Ansprechpartner zur Verfügung stellen, sind auch viele weitere Menschen bereit, Zeit und Fähigkeiten für die Asylbewerber zur Verfügung zu stellen.

Anzeige

Eine allgemeine Einführung in die aktuelle Situation im Zusammenhang mit Asylbewerbern gab der Sachgebietsleiter »Soziales und Senioren« im Landratsamt, Rudolf Mühlbauer. Die Lage sei angesichts der großen Zunahme von Flüchtlingen dramatisch, das Landratsamt sei auf jede Unterbringungsmöglichkeit angewiesen, sagte er. 307 Asylbewerber seien derzeit in den drei zentralen Gemeinschaftsunterkünften im Landkreis untergebracht, 484 weitere in dezentralen Unterkünften.

Für die Unterkunft in Tettenhausen rechne man frühestens Ende der kommenden Woche mit einer Erstbelegung. Da die Wohnung im alten Schulhaus in Tettenhausen 120 Quadratmeter groß ist und neben Küche und Wohnzimmer über drei weitere Zimmer verfügt, würden hier wohl sechs bis acht Personen untergebracht werden.

Maria Mayr, die sich in St. Leonhard sehr engagiert der zehn Asylbewerber aus dem Senegal annimmt, betonte, wie wichtig es sei, die Menschen »dort abzuholen, wo sie sind«, sich ihnen nicht aufzudrängen, aber bereit zu sein, wenn sie Hilfe und Unterstützung brauchen, was gerade in Behördenangelegenheiten sehr häufig sein dürfte.

Wolfgang Parzinger, in dessen ehemaliger Gastwirtschaft die Asylbewerber untergebracht sind, fasste zusammen, dass man bei der Betreuung auf sich selbst gestellt sei; das Landratsamt sei hoffnungslos überlastet. Ähnlich auch bei den Hilfsorganisationen: Klaus Rieder aus Tettenhausen, selber beim Diakonischen Werk tätig, teilte mit, dass die dortigen Sozialberaterinnen für jeweils rund 500 Asylbewerber zuständig seien, mit Schwerpunkt auf die zentralen Einrichtungen. Man könne sich aber per Telefon an die Mitarbeiterinnen wenden, wenn Probleme auftauchen. Michael Kunz leitet den Helferkreis in Teisendorf; dort hat man schon einige Projekte auf die Beine gestellt: Deutschunterricht, Sammlung von Fahrrädern, Kleidern und sonstigen wichtigen Dingen des täglichen Lebens, Haftpflichtversicherung, Fahrdienste, Organisation von Ausflügen und manch anderes mehr.

Seitens der Gemeinde, so ergänzte Zweiter Bürgermeister Christian Reiter, gebe es einen privaten Fahrdienst: Fünf Leute stünden zur Verfügung, wenn Fahrten notwendig sind. Dass die Betreuung nicht ganz einfach sein würde, klang immer wieder durch. Da sei zum einen das Sprachproblem.

Die drei Waginger Bürgermeister appellierten immer wieder an Besitzer von Wohnungen, sich doch zu überlegen, ob man diese nicht für Asylbewerber zur Verfügung stellen könnte, eventuell, so Hedwig Witzleben, auch Ferienwohnungen, die man zumindest ab Herbst anbieten könnte - die durchschnittliche Aufenthaltsdauer liegt laut Mühlbauer bei sechs Monaten. Der Dank der Gemeinde galt all denen, die sich zur Mithilfe bereit erklärt haben, nicht zuletzt den Damen des Frauenbundes, die das Treffen wesentlich angestoßen hatten. he