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Tempo 30 für Chieming

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Chieming. Gleich mehrere Vorschläge zur Verkehrsberuhigung in Chieming hatte Grünen-MdB Toni Hofreiter bei seinem Besuch im Gasthaus Unterwirt. Der Ortsverband der Grünen Chieming Ost hatte den Vorsitzenden des Verkehrsausschusses des Bundestags eingeladen, um sich Tipps geben zu lassen. Hofreiter unternahm dafür wenige Stunden vor der Abendveranstaltung noch einen Spaziergang durch den Ort mit Grünen-Gemeinderat Sebastian Heller.


Hofreiter präsentierte seine Lösungsvorschläge kurz und knapp: Der Chieminger Ortseingang müsse – zum Beispiel mit einer Insel – enger gestaltet werden, damit die Autofahrer psychologisch auf die Ortschaft vorbereitet würden. Mit der Bedarfsampel hätten die Chieminger schon einiges erreicht, allerdings müsse der Zebrastreifen aufgerüstet werden, so Hofreiter. Dieser sollte quer über die Straße beschildert und beleuchtet sein. Außerdem sollte nach den Vorstellungen des Experten eine Tempo-30-Zone entstehen, die durch weitere Straßenverengungen wie Parkbuchten, Baumpflanzungen oder Gehwegerweiterungen geprägt ist.

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Die Gäste applaudierten, wollten aber in der anschließenden Fragerunde wissen, wie man die Vorschläge umsetzen könne. Hofreiter ermutigte die Chieminger, die »Lästigkeitsschwelle« zu überschreiten und mit Argumenten an das Verkehrsamt heranzutreten. Gerade in Chieming könne mit der 90-Grad-Kurve und dem fehlenden Überquerungsschwerpunkt eine Tempo-30-Zone gerechtfertigt werden.

Mit einigen Wortmeldungen berichteten die Chieminger über das, aus ihrer Sicht, angespannte Verhältnis zum Verkehrsamt. Sepp Hohlweger, Fraktionssprecher der Grünen im Kreistag, wies außerdem daraufhin, dass ein ÖPNV-Konzept bereits auf dem Papier existiere und hoffentlich im nächsten Jahr ausgeschrieben werde.

Die Besucher kritisierten auch, dass die Umgehungsstraße wenig genutzt werde und Schilder weiterhin den Weg zur Autobahn über Chieming weisen. Die ortseigenen Pläne für eine Umgehung würden zudem kurzfristige Lösungen blockieren.

Hofreiter riet den Anwesenden, nicht auf Großprojekte zu warten, deren Verwirklichung Jahrzehnte dauern kann. Gäbe es eine Tempo-30-Zone, würden Lastwagenfahrer die Strecke durch Chieming freiwillig meiden. naw