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Temperament und Intelligenz auf vier Hufen im Mini-Format

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Auch wenn sein Name »Herkules« anderes vermuten lässt – der kleine Mini-Shetty-Hengst ist kaum größer als ein Schäferhund. Das tut der Schönheit aber keinen Abbruch: der kleine Mann erhielt bei der Fohlenprämierung Traumnoten und wurde damit Sieger der Prämierung. Unser Bild zeigt ihn mit seiner Mutter »Utopia von Durfsland«. (Foto: T. Eder)

Grassau. Man möchte sie am liebsten knuddeln, die Pferde-Miniaturausgaben auf der Hefteralm. Gleich sechs Fohlen nahm die Jury bei der Fohlenprämierung der Rasse Mini-Shetland-Pony auf der Hefteralm unter die Lupe. Mit ihrem Zuchterfolg war Irmi Guggenbichler mehr als zufrieden: Drei Fohlen erreichten eine Wertung über Note 8 und wurden damit Goldprämienfohlen.


Mit Hochzeitstagsgeschenk »Lotti« fing alles an

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Vor dem Erfolg steht natürlich die Arbeit. Seit 25 Jahren ist Irmi Guggenbichler Sennerin auf der Hefteralm. Ihre Liebe zu den Mini-Shetltys verdankt sie ihrem Mann, der ihr vor elf Jahren zum Hochzeitstag Mini-Shetty-Stute »Lotti« schenkte. »Lotti« legte den Grundstein für die erfolgreiche Zucht, die Guggenbichler mit viel Gespür aufbaute. Mini-Shettys erreichen eine maximale Widerristhöhe von 87 Zentimetern und wiegen zirka 190 Kilogramm. Eine Lebenserwartung von über 35 Jahren ist durchaus möglich.

Den Sommer dürfen die Pferdchen auf der Alm verbringen und genießen hier den Auslauf auf den Wiesen, das kleefreie Gras und die Wiesenkräuter. Mini-Shettys sind lernfähig, genügsam und gutartig, brauchen aber wie die großen Artgenossen auch eine Herde und sollten keinesfalls alleine gehalten werden. So klein sie sind, brauchen sie auch die gleiche Pflege wie ein großes Pferd, etwa regelmäßige Impfungen, Wurmkuren und den Hufschmied. Keinesfalls sind sie ein Rasenmäher-Ersatz. Wohl aber können sie in einer kleinen Kutsche eingespannt werden, wenn sie ausgewachsen sind, also mit etwa vier Jahren. Auch Zirkuslektionen kann man ihnen gut beibringen, denn sie sind intelligent, lernen gerne und schnell, vor allem, wenn es bei Erfolg ein Leckerli gibt – oder das Gras außerhalb der eigenen Weide einfach zu köstlich ist.

Mini-Shettys sind zwar ausgesprochen niedlich, aber kein Spielzeug für Kinder. Auch sind sie kaum als Reitpferd geeignet – die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz schreibt in ihrem Merkblatt zur Haltung von Miniponys: »Allgemein sollte der Reiter auch bei Ponys im Endstockmaß (je nach Rasse bis zu 112 cm) nicht mehr als 50 Kilogramm wiegen. Eine Orientierungshilfe kann folgende Formel bieten: Stockmaß - 100 + 30 – ein Pony mit einem Stockmaß von 86 Zentimetern sollte demnach maximal einen etwa 16 Kilogramm schweren Reiter tragen.« Die Zielgruppe wären also Kinder zwischen etwa zwei und fünf Jahren. Darunter wird es kaum ein Kind geben, das reiterlich und geistig reif genug ist, ein junges Pony korrekt auszubilden.

Am 9. April wurde das erste Fohlen in diesem Jahr, eine kleine Stute, geboren. Es folgten weitere fünf, darunter zwei Hengste. Bei der Fohlenprämierung zeigte sich dann, dass Guggenbichler mit ihrer Einschätzung von zusammen passenden Stuten und Hengsten richtig lag. Am großen Tag verzögerte sich die Bewertung der Fohlen durch den Regen. Doch weder die Sennerin, noch die Stuten mit ihren Fohlen ließen sich vom Wetter aus der Ruhe bringen und präsentierten sich souverän den Preisrichtern. Bewertet wurden Typ, Gebäude, Fundament und Bewegung der Minis.

Blumendekoration als willkommene Schmankerlecke

Irmi Guggenbichler führte die Ponys durch den Parcours. Einigen Fohlen gefielen dabei die Blumen-Arrangements vor allem als Schmankerlecke – was bei den Zuschauern einige Lacher hervorrief. Drei Fohlen wurden als Goldprämienfohlen betitelt, zwei weitere erhielten das Prädikat Prämienfohlen.

Strahlend nahm Guggenbichler auch die Auszeichnung für Hengstfohlen »Mehrentals Herkules« in Empfang, der mit Traumnoten ausgezeichnet wurde und Sieger der Fohlenprämierung wurde. Auch freute sie sich über den Erfolg von Stute »Evje«, die ebenfalls Bestnoten erhielt und nun zur Landesschau nach München/Riem darf, bei der sich die Schönsten der Schönen treffen. Obwohl Guggenbichler erst vor einigen Jahren mit der Zucht begonnen hat, haben die »Mini-Shettys vom Mehrental« weit über die bayerischen Grenzen hinaus einen Namen.

Vor dem Kauf unbedingt über richtige Haltung informieren

Natürlich kann Guggenbichler nicht alle Tiere behalten. So muss sie auch immer wieder schweren Herzens ein Tier verkaufen. Sie achtet aber sehr darauf, dass diese auch sicher in gute Hände kommen. Wer sich mit dem Gedanken trägt, sich ein Mini-Shetty anzuschaffen, sollte sich unbedingt vorab informieren. Bei einem Besuch auf der Hefteralm kann sicherlich, sofern die Sennerin Zeit hat, die eine oder andere Frage geklärt werden.

Ansonsten hilft auch gerne der Verband der Ponyzüchter Oberbayern weiter. Der ist unter anderem auch zuständig für die weiteren in der Region vertretenen Ponyrassen, etwa die Welsh-Ponys und -Cobs der Familie Nutz in Teisendorf oder die Leonharder, eine Rasse-Neugründung von Hans Abfalter in Grabenstätt. Ansprechpartner für den Zuchtverband ist Rupert Nutz in Teisendorf, Telefon 08666/6283. tb/coho