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Teisendorfer Rathaus bekommt »Bürgerthek«

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Teisendorf. Das Foyer des 1994 eingeweihten Teisendorfer Rathauses soll bürgerfreundlicher werden. Dazu schlug Bürgermeister Franz Schießl den Gemeinderäten in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung den Umbau des Empfangsbereichs in eine sogenannte »Bürgerthek« vor. Mit dem Stimmverhältnis 19:1 befürwortete der Gemeinderat entsprechende bauliche Maßnahmen. Die Kosten werden auf rund 27 000 Euro geschätzt.


Neuorganisation der Verwaltung

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»Der Bürger soll sich gleich beim Hereingehen gut aufgehoben fühlen«, erläuterte Schießl. Alle Dienstleistungen, die wenig Zeit in Anspruch nehmen, sollen künftig an der neuen Empfangs-Theke erledigt werden. Damit geht eine Neuorganisation innerhalb der Verwaltung einher: Empfangs-dame Brigitte Reiter, die bisher zum Ordnungsamt unter Leitung von Josef Gruber gehörte, wechselt auf Wunsch des Rathauschefs ins Hauptamt unter Leitung von Johann Thanbichler. Neben ihren bisherigen Zuständigkeiten, unter anderem für An- und Ummeldungen, Schule, Beglaubigungen oder Lohnsteuerkarten, kann Reiter den Bürgern künftig unter anderem Bescheinigungen ausstellen oder Formulare mitgeben. Kurzum erhalten die Bürger hier alles, was sie ohne lange Bearbeitungszeit mitnehmen können.

Architekt Hans Romstätter vom Traunsteiner Architekturbüro Zeller & Romstätter, das auch das Rathaus sowie die dortigen Freianlagen und die Sanierung der Marktstraße geplant hat, erläuterte die Planung. Das Glasfenster, an dem Bürger ihre Wünsche vorbringen können, soll durch ein neues Faltsystem komplett aufschiebbar sein. Auf der Bürger-Seite des Empfangsfensters soll ein breiter Tresen aus robustem Schichtstoff angebaut werden. Als Grundfarbe schlug Romstätter Rot wie beim Windfang vor. Oben soll ein Baldachin mit Strahlern für angenehme, freundliche Beleuchtung sorgen.

Im Innenraum wird der Schreibtisch im linken Bereich des Raumes (von außen gesehen) vergrößert. Damit die Tür zum Nachbarbüro dem Bürger, der rechts vom Schreibtisch einen Besucherstuhl vorfindet, nicht in den Rücken fällt, wird sie durch eine Schiebetür ersetzt. Die Schränke in der rechten hinteren Ecke werden entfernt. So ist an der Wand gegenüber dem Faltfenster rechts von der Schiebetür Platz für ein großformatiges, schönes Teisendorf-Foto. Romstätter schlug vor, das Büro innen einschließlich der Schränke mit Eichenfurnier-Oberfläche in einem hellen freundlichen Farbton zu streichen.

Die 27 000 Euro gliedern sich laut Romstätters Kostenschätzung unter anderem auf in gut 2200 Euro für die Schiebetür, knapp 4000 Euro für die Theke, 3450 Euro für das Faltfenster, gut 4600 Euro für die Einbauten innen, gut 1700 Euro für Möbel und 830 Euro für EDV. Sparen könnte man laut Romstätter eventuell bei den Kosten für den Maler (gut 2400 Euro für die Wände und rund 2100 für die Schränke), falls kein neuer Farbton gewünscht ist. Auf gut 3000 Euro würden sich die Kosten für Elektroarbeiten und Beleuchtung belaufen.

Dritter Bürgermeister Georg Quentin (SPD) regte ergänzend an, dass über dem Besucher-Platz eine schallabsorbierende Decke eingebaut wird, damit es nicht so hallt und wartende Bürger nicht alles mithören. Dadurch entstehen laut Architekt etwa 1000 Euro Mehrkosten.

Empfangsbereich war bereits 1994 ein Thema

Georg Wetzelsperger (CSU) erinnerte daran, dass er bereits beim Neubau 1994 einen bürgerfreundlichen Empfangsbereich angeregt habe. Der Umbau sei eine »relativ teure Kosmetik«, aber angebracht. Peter Schuhbeck (FWG) warb dafür, den Tresen »unterfahrbar« für Rollstuhlfahrer zu machen und bei der Farbgestaltung das Büropersonal einzubeziehen.

So unattraktiv findet Edwin Hertlein (Grüne) den bisherigen Empfangsbereich nicht. Für reine »Kosmetik« seien 27 000 Euro einfach zu viel. Er stimmte daher dagegen. vm

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