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Teisendorf investiert heuer gut 8,3 Millionen Euro

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2,5 Millionen Euro sollen heuer für die Generalsanierung und Erweiterung der Schulturnhalle Teisendorf ausgegeben werden. (Foto: Mergenthal)

Teisendorf – Beim »Betrieb Markt Teisendorf« ist alles im grünen Bereich, wie Kämmerin Gudrun Lahner in der Haushaltssitzung des Gemeinderats berichtete. Durch Jahresüberschüsse, die von heuer 315 298 Euro auf gut 1,8 Millionen Euro 2019 wachsen sollen, kann das Eigenkapital erhöht und Substanz erhalten werden. Investiert werden sollen heuer gut 8,3 Millionen Euro.


Angesichts dieser Ausgaben, unter anderem für die Schulturnhalle Teisendorf (gut 2,5 Millionen Euro) und neue Abwasserleitungen (gut 1,25 Millionen Euro), vor allem im Raum Grafenberg, tut der Marktgemeinde die positive Konjunkturlage gut. Die erwartete Einkommenssteuer-Beteiligung steigt von 3,6 Millionen (2015) auf 3,9 Millionen Euro deutlich an, und auch die Gewerbesteuer-Einnahmen erhöhen sich von 1,8 auf 1,9 Millionen Euro.

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Mehr Schlüsselzuweisungen als im Vorjahr

Bürgermeister Thomas Gasser zollte – wie auch mehrere Gemeinderäte – der Finanzverwaltung Respekt für das Zahlenwerk. Für die guten Entwicklungen auf der Einkommensseite würdigte Gasser die Gewerbetreibenden und Erwerbstätigen. Bei den Schlüsselzuweisungen, wo im Vergleich zum Vorjahr rund 54 000 Euro mehr, nämlich gut 2,97 Millionen Euro, angesetzt sind, tue der Gemeinde die neue Berechnungsgrundlage gut, die die Belegzahlen in Kindertagesstätten mit berücksichtigt. Trotz der Investitionen verliere man den Schuldenabbau nicht aus den Augen: Es sei wichtig, dem nächsten Gemeinderat und der nächsten Generation einen »vernünftigen Schuldenstand« zu hinterlassen.

Für heuer sind eine Kreditaufnahme von einer Million Euro sowie Tilgungen von knapp 643 000 Euro vorgesehen. Der Schuldenstand, 2010 noch fast 9,8 Millionen Euro, soll zum 31. Dezember bei 6,7 Millionen Euro liegen, wobei fast 4,9 Millionen Euro auf kostenrechnende Einrichtungen wie die Kanalisation entfallen. Bis Ende 2019 soll er auf knapp unter fünf Millionen Euro sinken.

Aus laufender Verwaltungstätigkeit erwirtschaftet das Rathaus ein Plus von 525 198 Euro. Unterm Strich bleibt, wenn man die Erträge von gut 15,9 Millionen Euro und die Aufwendungen von gut 15,6 Millionen Euro aufrechnet, ein Gewinn von 315 298 Euro. Die Aufwendungen für Personal sowie Sach- und Dienstleistungen liegen jeweils bei rund 2,7 Millionen Euro und machen jeweils rund 18 Prozent aller Aufwendungen aus.

Bei der Kreisumlage ging die Kämmerin noch von einem Umlagesatz von 53 Prozent aus und plante 3,93 Millionen Euro ein. Er soll im Februar eventuell um zwei Prozentpunkte gesenkt werden. Der voraussichtliche Endbestand der Liquiditätsreserven 2016 liegt bei gut 1,12 Millionen Euro.

An Zuschüssen erwartet die Gemeinde gut 2,5 Millionen Euro vom Land, unter anderem für den Kanalbau Grafenberg (692 890 Euro), die Grundschule Oberteisendorf (421 000 Euro), die Turnhalle Teisendorf (500 000 Euro) und den Breitbandausbau (376 700 Euro). Der Verkauf von Grundstücken in Oberwurzen II soll 910 000 Euro erbringen.

Turnhalle, Kanalbau, Grunderwerb, Bad-Sanierung

Folgende Hauptinvestitionen stehen neben der Turnhalle und dem Kanalbau auf der Agenda: 516 000 Euro für Grunderwerb, 430 000 Euro für die Sanierung des Freibads Neukirchen, 271 500 Euro für das Klärwerk Teisendorf, 287 000 Euro für Kanal-Sanierungen, 409 000 Euro für eine Zahlung an die Bahn für die Brücke Amersberg und 133 000 Euro für die Brücke Kumpfmühle. Für Verbesserungen an der Bundesstraße im Bereich der Oberteisendorfer Ortsdurchfahrt sind 150 000 Euro angesetzt, für die Schulturnhalle Oberteisendorf 50 000 Euro, für den Waldkindergarten 29 000 Euro, für Straßenbeleuchtung 52 000 Euro und für Buswartehäuschen 20 000 Euro.

Die Gemeinderäte diskutierten kurz, ob eine Senkung der Kreisumlage angesichts zu erwartender Mehrkosten durch die Flüchtlingsproblematik – das zusätzlich nötige Personal muss der Landkreis voraussichtlich selbst finanzieren – und anstehender Gebäudesanierungen sinnvoll ist. Die erfreulichen Zahlen in Teisendorf und die Einführung der Doppik beim Gemeindehaushalt wurden mehrfach gelobt, ebenso wie die »hervorragende Aufbereitung«, wie Zweiter Bürgermeister Norbert Schader (FWG) die Zahlen-Präsentation beschrieb. In den vergangenen fünf bis zehn Jahren seien die richtigen Entscheidungen getroffen worden, hob Johann Niederstraßer (FWG) hervor. Die eiserne Spardisziplin hat sich seiner Ansicht nach bewährt, ebenso wie der Kauf von Grundstücken vor Jahren. Er riet dazu, weiter Grundstücke zu erwerben, da deren Verkauf dem Haushalt gut tue. Jeder erwachsene Steuerzahler in der Gemeinde verbessere deren finanzielle Situation, hob Dritter Bürgermeister Gernot Daxer (CSU) hervor. Grünen-Rat Edwin Hertlein gefiel, dass die Gewerbesteuereinnahmen so breit gestreut sind. An Platz eins stehe nach wie vor der Einzelhandel, den es daher zu stärken gelte.

Mehreinnahmen kommen der Infrastruktur zugute

Das Anliegen von Johann Niederstraßer, dass die auf 380 Prozentpunkte erhöhten Steuerhebesätze wie vor einigen Jahren angedacht, bei guter Haushaltslage wieder auf 340 bis 350 Prozentpunkte gesenkt werden, zumindest nächstes Jahr, fand wenig Beifall. Niederstraßer betonte, man liege im Landkreis an der Spitze.

Gasser hielt dagegen, dass ja die Mehreinnahmen in eine gute Infrastruktur für die Betriebe investiert würden. Gernot Daxer zog es vor, angesichts anstehender Sanierungen und des Flüchtlingsthemas Reserven zu haben. »Wenn wir mal schuldenfrei sind, auf jeden Fall«, befürwortete auch Edwin Hertlein eine spätere Senkung. Die Investitionen kämen jedem zugute, und die Leute zögen eher nach Teisendorf, meinte Elisabeth Aschauer (Grüne), die eine Senkung auch nicht für nötig hielt. Hans Rauscher (SPD) empfahl, die Entwicklung beim Gewerbegebiet Amersberg abzuwarten. Wenn der Schuldenstand sinke, könne man nochmal darüber reden.

Einstimmig beschloss das Gremium am Ende die Haushaltssatzung, die Finanzplanung bis 2019 und den Stellenplan. vm