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Taliban im Vorstand der Harter KSK

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Diese Vier erstellten heuer die Fastenpredigt. Dabei trat Josef Mayer junior als Fastenprediger für den erkrankten Bernd Schweiger auf (von links): Bräuwirt Alfons Maier, Jakob Lauber, als Bruder Josefus, Josef Mayer junior und Christian Waltl. (Foto: Humm)

Chieming – Das Starkbierfest in Hart ohne Fastenprediger – das geht doch nicht! Diese Meinung vertraten die Krieger- und Soldatenkameradschaft Hart (KSK) und Bräu Alfons Maier. Denn der bisherige Fastenprediger »Bernhardus« alias Bernd Schweiger war aus gesundheitlichen Gründen verhindert. Doch die Lösung war schnell gefunden: Jakob Lauber, Alfons Maier, Christian Waltl und Josef Mayer junior setzten sich zusammen und verfassten gemeinsam eine saftige Predigt, die Josef Mayer junior als Bruder »Josefus« vortrug. Die musikalische Unterhaltung zum Harter Starkbierfest gestaltete die »Traunwalchener Ziachmusi«.


Mayer betonte, das Starkbierfest in Hart dürfe als größtes Starkbierfest zwischen Trostberg und der Autobahn angesehen werden. »Dass ich hier hinter dem Rednerpult stehe, liegt daran, dass ich aufgrund meiner Größe deutlich über das Pult hinausrage – die drei anderen Mitstreiter hätten Probleme damit gehabt«, sagte er und sorgte gleich für den ersten Lacher. »Heute dürfte alles frei sein«, meinte er mit Verweis auf drei Geburtstagskinder, denen daraufhin gleich deutlich sichtbar der Schrecken in die Glieder fuhr.

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Griechenland werde nach wie vor auch aus Hart unterstützt, schließlich werde hier immer wieder griechisch gekocht. In Hart braue sich etwas zusammen. Offenbar seien die Taliban in die Vorstandschaft der KSK eingedrungen – Vorsitzender Holger Knuth trage bereits die typische »lebende Hecke« im Gesicht. Knuth löse Probleme stets mit großem Einfallsreichtum. Josef Mayer junior erinnerte dabei an den Besuch des ehemaligen Münchner Oberbürgermeisters Christian Ude während der Harter Festwoche 2013. »Wenn schon wenig Menschen zu unserer SPD-Veranstaltung kommen, so dachte damals der brave SPD-Parteisoldat Knuth, dann muss halt das Zelt kleiner werden«, so »Josefus«. Zur Ehrenrettung sei gesagt, dass der Abend ein Erfolg war, da sich zahlreiche Jungsozialisten eingefunden hatten. Der Fastenprediger hatte noch einen Rat parat: »Wenn es in der Politik jemand zu was bringen möchte, dann muss er zur SPD gehen, da die Konkurrenz dort gleich Null ist.«

Einen Einzelkämpfer nannte Pater »Josefus«, den langjährigen Chieminger Gemeinderat Heinrich Hunglinger, der einen »Dinosaurier-Orden« für sein großes Engagement über Jahrzehnte hinweg erhalten müsste, dienstältestes Mitglied im Gemeinderat sei, alleine auf weiter Flur stehe und sich trotzdem immer wieder durchsetze. Er sprach auch über die Grünen im Gemeinderat, die »Sonnenblumen-Partei«, die mit vier Stimmen immer einheitlich dafür oder dagegen sei.

In der Fastenpredigt nicht fehlen durfte natürlich auch die Harter »Maulwurfaffäre«: Eine Harterin war in ihrem Garten von den vielen Maulwurfshügeln genervt und so stellte sie fest, dass der Maulwurf meist um 9 Uhr, 12 Uhr und gegen 16 Uhr sein Tagwerk verrichtete. Ein Harter Mitarbeiter bewaffnete sich mit einem Spaten, und hielt sich an die vorgegebenen Zeiten, um den Maulwurf endlich dingfest zu machen. Doch der hielt sich nicht an die Zeiten und so bleibe abzuwarten, ob er auch heuer wieder aktiv ist.

Zur fehlenden Ausweisung von Gewerbeflächen in Hart schlug der Fastenprediger vor, als neue Gewerbefläche würde sich der Fußballacker in Hart doch eignen. Jedes Jahr werde dieser »Kartoffelacker« nur einmal bespielt, wenn die Eliteauswahl des Harter Burschenvereins gegen die Postler spielen. Mayer ging auch auf die Harter Feuerwehr ein, die eine besondere Zusammengehörigkeit ausstrahlt. So arbeiten die beiden Kommandanten, der eine ist männlich, der andere weiblich, fruchtbar zusammen und lösen damit mögliche Nachwuchssorgen der Harter Feuerwehr.

Viel Gelächter gab es, als der Fastenprediger anlässlich der Gewerbeschau 2014 auf das Brauchtum »Fensterln« einging. So benutzte ein Bursche die Hebebühne, mühte sich redlich ab, musste aber sehr schnell erkennen, dass der Akku der Hebebühne leer war. So musste er unverrichteter Dinge wieder abziehen. Auch das Thema Asyl kam zur Sprache, da der Ortsteil Fehling immer wieder Asylsuchende aus Hart aufzunehmen habe. OH