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»Tag des Ehrenamts« gefordert

Grabenstätt. Eine aufschlussreiche Diskussion zum Vereinsleben und der Jugendarbeit mit zahlreichen Vereinsvorständen aus Grabenstätt und Erlstätt organisierte der CSU-Ortsverband im Vereinsheim. Im Mittelpunkt standen dabei auch die gegenseitige Unterstützung und die Förderung seitens der Gemeinde unter dem Gesichtspunkt »Gefördert – gefordert«.

Zunächst überzeugten sich die Beteiligten vom Fortschritt der Bauarbeiten für den neuen Probenraum des Musikvereins für rund 50 Musiker. Derzeit beschäftige man sich mit dem Akustikaufbau, betonte der Vorsitzende des Vereins, Alois Wiesholler, und verwies auf die Gesamtkosten von 450 000 Euro. Die Gemeinde beteilige sich mit 230 000 Euro, etwa die Hälfte müsse der Verein selbst aufbringen. Vom bayerischen Kulturfond erhalte man 40 000 Euro, die zu erbringende Eigenleistung belaufe sich auf etwa 55 000 Euro. »Da sind wir gut dabei«, freute sich der Vorstand über die gut 3000 erbrachten Arbeitsstunden. 5000 sollten es noch werden. Die beteiligten hiesigen Firmen hätten sich in puncto Eigenleistung sehr kooperativ gezeigt.

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Besonders lobte Wiesholler Projektleiter Ralf Hansen und die große Spendenbereitschaft. Allein die Stuhlspendenaktion habe 14 000 Euro eingebracht. Das einstöckige Probenhaus habe Sanitäranlagen, Schallschutzfenster und eine energiesparende Belüftungsanlage. »Wir hoffen, dass wir bis zum Sommer fertig sind«, so Wiesholler. Wenn alles nach Plan verlaufe, werde man das Gebäude im Herbst einweihen.

Bürgermeister Georg Schützinger stellte dann das »sehr aktive Vereinsleben in der Gemeinde« vor. Die Tatsache, dass man heute 35 Vereine und Verbände im Ort habe, verdeutliche die große Vielfalt. Diese sei Schützinger zufolge »ein Resultat aus der Historie«, denn bei der Gebietsreform 1978 sei es den einzelnen Ortsbereichen wichtig gewesen, ihr Vereinsleben zu erhalten.

»Wir als Gemeinde versuchen, nach unseren Möglichkeiten die Vereine zu unterstützen«, betonte Schützinger und verwies auf die Zuschüsse und Jugendpflegemittel. Letztere seien auch Voraussetzung für eine weitere Förderung durch den Landkreis.

Als Beispiel nannte Schützinger den Musikverein, bei dem rund 100 Kinder und Jugendliche gefördert werden. Dass die Gemeinde die Vereine auch bei größeren Investitionen unterstütze, zeige sich an der Turnhalle des SV Erlstätt, der Turn- und Mehrzweckhalle Grabenstätt und am Probenhaus des Musikvereins.

In der Diskussion sprach sich Gemeinderat und TSV-Vorsitzender Roman Metzner dafür aus, in der kommenden Legislaturperiode einen höheren Unterstützungssatz für die Jugendförderung zu gewähren, da die Ausgaben für die Vereine stetig steigen würden. Man werde hier »sicher einen Weg finden«, erwiderte Schützinger.

Die in den Vereinen geleistete so wichtige ehrenamtliche Arbeit könnte an einem »Tag des Ehrenamts« besonders gewürdigt werden, meinte Gemeinderat Joseph Pfeilstetter. Viele Neubürger wüssten über die Ortsvereine und deren vielfältige Angebote viel zu wenig Bescheid. Hier könnte ein »Mitmach-Tag« Abhilfe schaffen. Dritter Bürgermeister Franz Wiesholler appellierte an die Vereine, gute Öffentlichkeitsarbeit zu machen und Neubürger in der Nachbarschaft persönlich anzusprechen. Schützinger erinnerte an den im Vorjahr eingeführten Neubürgerempfang, bei dem auch das Vereinsleben zur Sprache kam.

Trachtenvereinsvorstand Sepp Fleischmann sprach dasThema »erweitertes polizeiliches Führungszeugnis« an und wünschte sich, dass das ganze Prozedere von der Gemeinde übernommen werde. So könnte man ausschließen, dass etwas auf die Vorstände zurückfalle. In Grabenstätt sei dies nicht so ein großes Problem, weil dort eh jeder jeden kenne, so Schützinger. Abschließend würdigte ZSG-Vorstand Alois Binder im Namen aller Ortsvereine die hervorragende gemeindliche Unterstützung. mmü