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Tafel am Schmugglerweg über historische Funde

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Die Tafel mit Informationen von Hartmut Rihl und Fritz Irlacher informiert über Geschichte und historische Funde am »Toten Mann Bach« am Schmugglerweg in Ettenhausen. (Foto: Hartmut Rihl)

Schleching. Nach den Hoftafeln an den Höfen und historischen Gebäuden stellten Heimatpfleger Hartmut Rihl und Altbürgermeister Fritz Irlacher im vergangenen Jahr die Informationen für die ersten drei Hinweistafeln für historische und bemerkenswerte Objekte zusammen. Die Tafeln werden von der Dorferneuerung Schleching III finanziell unterstützt.


Nach Inge Resch-Rauter (»Unser keltisches Erbe«) hat der im Alpenbereich verbreitete Flurname »Toter Mann« nichts mit einem Toten zu tun, wenn auch Sagen davon berichten, so Rihl. Vielmehr kommt der Name vom keltischen Gott Teutates. Über die Begriffe Touta, Tota magos, was so viel wie Volksfeld bedeutet, kam es zu dem Wort »Totamann«. Die »Toter Mann Fluren« weisen auf Grenzübergänge hin am Ende von Dorffluren im Bereich von Gerichtsstätten unter freiem Himmel, Thing und Taidinge genannt.

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Die Annahme, dass es sich um einen keltischen Flurnamen handeln könnte, wird durch prähistorische, archäologische Funde gestützt. Schon während der Bronzezeit waren die Saumpfade westlich und östlich der Tiroler Achen wichtige Handelswege für Kupfer und Bronze aus den Inntaler Bergwerken als Rohstoffe für Waffen, Schmuck und Gebrauchsgegenstände.

Dass inzwischen viel über Funde aus früherer Zeit bekannt ist, verdankt Schleching den Hobbyarchäologen Hartmut Rihl und Emil Huber. Auf der Tafel sind als Funde ein Ringbarren aus der frühen Bronzezeit, 1800 vor Christus. (Finder: Hartmut Rihl) sowie ein Lappenbeil und ein Griffplattendolch aus der späten Bronzezeit, 1200 bis 900 vor Christus (Finder: Emil Huber) abgebildet.

Weit ins Achental sichtbar, ragt oberhalb des Schmugglerweges markant der Berg »Rudersburg« empor. Deshalb bot es sich an, auf der Tafel auch die Geschichte dieses Namens zu erklären. Das rote Gestein an der Rudersburg ist sehr eisenoxidhaltig. Der Name »Rudersburg« könnte durch das slawische Wort »ruda« für Erz erklärt werden. Es ist zu vermuten, dass hier vor vielen Jahrhunderten Erz abgebaut wurde.

Dort wo schon in prähistorischer Zeit auf den Saumwegen Menschen unterwegs waren, standen im Achental mittelalterliche Burgen. Gegenüber der Streichen-Burg auf der östlichen Seite der Achen stand nach der Überlieferung die »Rudegersburg«. Hartwig Peetz schreibt in seinen im Jahr 1880 verfassten »Volkwirtschaftlichen Studien« bei der Aufzählung von Burgen unter anderem »... das trotzige Grenzhaus der Rudegersburg oberhalb der Katarakten der Tiroler Ache«. Auch hierzu zeigt die Tafel Funde aus dem Mittelalter.

Zur wechselvollen Geschichte der Grenze zu Tirol beschreibt die Tafel außerdem die Grenzsperren und Wachten im Spanischen und im österreichischen Erbfolgekrieg (1702 bis 1705 und 1741 bis 1748). Die Bayern errichteten 1701 bis 1702 entlang der Grenze zu Tirol das sogenannte Landesdefensionswerk: Palisaden, Verhaue, Blockhäuser (Wachten) mit Posten des Bayerischen Heeres und der Gebirgsschützen. 1703 kam es im Bereich eines bayerischen Postens trotz der Grenzsperren zu einem »Scharmützel« mit den Habsburgern, das in einem abgebildeten Schreiben vom Dezember 1703 des Hauptmanns D. von Reindl an den »Churfürsten« Max Emanuel überliefert ist. Weitere Funde aus dieser Zeit und Reproduktionen von der Habsburgischen Panduren, Kroaten, Tolpatschen und Hanaken (Bernhard Greimel, Unterwössen) runden die Informationen der Tafel ab.

Zwei weitere Tafeln über die Geschichte des Kalkofens in Ettenhausen – des Kalkbrennens und der Kalknutzung – und über den Deichlweiher werden in Kürze folgen. Im Deichlweiher wurden früher die hölzernen Wasserrohre gewässert. Er ist umgeben von seltenen Pflanzen und liegt nach historischen Funden am früheren Saumweg. bre