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Tachinger Bürger sind zufrieden mit ihrer Gemeindeführung

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Taching am See - Durchwegs zufrieden mit der Arbeit von Bürgermeisterin Ursula Haas und dem Gemeinderat zeigten sich die zahlreichen Besucher der Bürgerversammlung im Gasthaus Bergwirt in Taching. Es gab keine einzige Anmerkung, Anregung oder Kritik.


Zu Beginn ihrer Ausführungen gab Ursula Haas einige interessante, statistische Werte bekannt. So zählt die Seegemeinde inzwischen 2042 Hauptwohnsitze; im Dezember vergangenen Jahres stieg die Einwohnerzahl erstmals über 2000. »Diese Entwicklung ist auf die Baugebiete zurückzuführen. Gerade junge Gemeindebürger müssen dadurch nicht mehr wegziehen oder können in ihre Heimatgemeinde zurückkommen«, betonte die Bürgermeisterin.

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2015 wurden 21 neue Erdenbürger geboren; die älteste Tachinger Bürgerin ist 96 Jahre alt. Die Kommune beschäftigt 19 Mitarbeiter und 38 Ortsvereine bereichern auf vielfältige Weise das Dorfleben und leisten eine hervorragende Jugendarbeit. Dafür gab es von Ursula Haas ein »Vergelt's Gott«. Die Gemeindechefin selbst absolvierte im Vorjahr zusätzlich zu ihrer Arbeit im Büro rund 500 Termine. »Die Berufung zur Bürgermeisterin freut mich. Ich fülle dieses äußert zeitintensive Amt nach wie vor gerne aus«, bekräftigte sie.

Überblick über Gemeindegrundstücke

Anschließend gab Ursula Haas einen Überblick über die Grundstücke, die sich aktuell im Besitz der Gemeinde befinden. Damit folgte sie einer Eingabe aus der Bürgerversammlung des Vorjahres. Allein in ihrer Zeit als Gemeindeoberhaupt seien die Grundstücke an der Weinbergstraße, in Thalwies, an der Kirchfeldstraße, in Schönhofen, zwei Areale in der Au sowie die Grundstücke für die Baugebiete Tachinger Feld und Thalwies mit den entsprechenden Ausgleichsflächen erworben worden.

»Diese Käufe konnten wir schultern, obwohl wir gleichzeitig unsere Gemeinde weitgehend entschuldet haben. Das zeigt, dass wir eine solide Finanzpolitik betreiben und dabei noch investieren können«, erläuterte die Bürgermeisterin.

Umplanungen und Probeschürfungen waren erforderlich, ehe im Sommer 2015 mit den Erschließungsarbeiten für das Baugebiet Thalwies begonnen werden konnte. Die Arbeiten seien reibungslos verlaufen; im Zuge der Erschließung wurde auch eine Oberflächenableitung Richtung Dorfmitte mit neuem Rückhaltebecken, neuem Einlaufbauwerk sowie neuen Leitungen mit Regulierungsmöglichkeiten zum E-Werk realisiert. »Somit dürften Hochwasser in Tengling der Vergangenheit angehören«, sagte die Gemeindechefin.

In Thalwies entstanden zwölf Grundstücke, die allesamt bereits im Einheimischenmodell verkauft sind. Bereits in diesem Frühjahr werden die ersten Bauwerber mit der Realisierung ihrer Eigenheime beginnen, kündigte Haas an. Bis Ende des Jahres soll ferner der Bebauungsplan für das geplante Gewerbegebiet in Haus auf den Weg gebracht werden. »Dort wollen wir bei Bedarf heimischen Gewerbetreibenden Ansiedlungsmöglichkeiten bieten.«

Sobald es das Wetter zulässt, sollen die Straßen Egart Richtung See, Tengling Richtung Burg, Schönhofen nach Bromberg, der nördliche Kreuzungsbereich in Limberg sowie die Zufahrten Krautenbach und Mitterweg saniert werden. Im Haushalt stehen für die Instandsetzungen 250 000 Euro bereit. Keine Neuigkeiten konnte die Bürgermeisterin bezüglich der Huckinger Straße vermelden. Es gebe keine Gesprächs- und Verhandlungsbereitschaft des Grundstücksbesitzers; aus diesem Grund habe sich der Gemeinderat entschlossen, ein Besitzeinweisungsverfahren einzuleiten.

Huckinger Straße: Nach wie vor keine Einigung

Nach wie vor wolle die Gemeinde die Huckinger Straße bestandsorientiert sanieren; das heißt mit je 50 Zentimeter Bankette und Ausweichstellen, die einen Begegnungsverkehr in angemessenen Abständen zulassen. Die Gemeindechefin, betonte, dass ihr eine friedliche Lösung am liebsten gewesen wäre: »Es ist uns allen bewusst, dass es einen massiven Eingriff darstellt, wenn man rechtliche Schritte einleitet.«

Ab Sommer wird in der Seegemeinde nicht nur der fließende, sondern auch der ruhende Straßenverkehr überwacht, gab Ursula Haas bekannt. »An den Zufahrten zu unseren Strandbädern kommt es durch Falschparker immer wieder vor, dass die Rettungsfahrzeuge nicht durchkommen. Im Schadensfall haftet die Gemeinde«, gab die Gemeindechefin zu bedenken. Die für 9000 Euro gekauften, fest installierten, solarbetriebenen Geschwindigkeitsanzeige-Anlagen an den Ortseinfahrten in Taching und Tengling sowie an der Tenglinger Seestraße seien eine große Unterstützung für Autofahrer und Anlieger. »Es wird inzwischen deutlich angepasster gefahren«, freute sich die Bürgermeisterin.

Als unausweichlich bezeichnete Haas die Erhöhung der Kindergartengebühren sowie die Gebührenanpassungen für die Bootsliegeplätze und die Strandbäder. »Ein Blick in unsere Bilanzen zeigt uns, dass die Einrichtungen trotz guter Frequentierung defizitär sind. Mit der Erhöhung mussten wir einen weiteren Defizitanstieg vermeiden«, schilderte die Bürgermeisterin.

Das Tourismusjahr 2015 in der Seegemeinde schloss bei den Privatvermietern mit einem Rückgang der Gäste- und Übernachtungszahlen von 2,84 Prozent ab. Dagegen erfreut sich der Campingplatz ungebrochener Beliebtheit; hier verzeichnete man ein Plus von 16,28 Prozent. Man werde weiter in die Naherholungsgebiete investieren, so Haas, und sich bemühen, diese für Einheimische und Gäste attraktiv zu halten.

Sozialfonds: Anfragen sind erwünscht

Der Sozialfonds sei dank großzügiger Spenden gut gefüllt. Aktuell stünden rund 11 350 Euro zur Verfügung; 3700 Euro wurden 2015 für Bürger in akuten finanziellen Notlagen ausbezahlt. Da sich die Betroffenen aufgrund der oft sehr hohen Schamgrenze nicht selbst in der Gemeinde melden würden, seien Anfragen von Nachbarn, Bekannten und Freunden jederzeit erwünscht, betonte Ursula Haas. Äußerst aktiv seien auch die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen der Bürgerhilfe und des Helferkreises für die 20 syrischen Flüchtlinge. mia