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Südostoberbayern soll Gesundheitsregion werden

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Beim Informationsaustausch zu Gesundheitsthemen im Traunsteiner Landratsamt konnten die Teilnehmer auch praktische Übungen absolvieren. (Foto: Wittenzellner)

Traunstein. Die Region Südostoberbayern soll zu einer Gesundheitsregion entwickelt werden. Dies will man insbesondere dadurch erreichen, dass Einrichtungen und Dienstleister im Gesundheitsbereich enger zusammenarbeiten. Um über die Möglichkeiten der Weiterentwicklung zur Gesundheitsregion zu informieren und zu diskutieren, lud Landrat Hermann Steinmaßl Vertreter von Kurverwaltungen, Tourismus- und Wirtschaftsverbänden, Kliniken und Kommunen ins Landratsamt ein. Auch Vertreter aus Wirtschaft, Hotel- und Gastronomiegewerbe sowie Ärzte und Apotheker waren dabei.


Präventive Komponente soll gestärkt werden

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Steinmaßl, der auch Vorsitzender des Regionalen Planungsverbandes ist, betonte, man wolle zeigen, welche Stärken man gerade im Gesundheitsbereich habe. Stark sei man »im stationären und ambulanten Aspekt«. Die präventive Komponente wolle man stärken und die Eigenkompetenz fördern. Hier befinde man sich mit der von der Bundesregierung beschlossenen Präventionsstrategie im Einklang.

Der Geschäftsführer des Regionalen Planungsverbandes, Hans Zott, sagte, es gebe kein allgemeingültiges Konzept für die Region, denn zu unterschiedlich seien Ansprüche, Erwartungen und regionale Vielfalt. Im stationären Bereich gebe es zwischen Mühldorf, Bad Aibling, Traunstein und Berchtesgaden fünf große Anbieter mit mehreren Standorten. Insgesamt stehen hier 3300 Betten zur Verfügung. Für die hausärztliche Versorgung sehe man in der Region 18 mittelfristig eine Gefährdung.

Dr. med. Ulrich Hildebrandt, Chefarzt der Klinik St. Irmingard in Prien, hob die Bedeutung einer permanenten, intensiven Bewegung der Bevölkerung hervor. Am Beispiel von gesundheitsbewusstem Radfahren belegte er eine durchschnittlich verlängerte Lebenserwartung von fünf Jahren. »Katheterplätze abbauen und Ergometerplätze aufbauen« war sein nicht ganz ernst gemeinter Rat für Kliniken.

Praktische Beispiele einer bereits praktizierten, gelungenen Zusammenarbeit gab Peter Wulf vom Verein Prien-Partner. Mit der ersten Priener Gesundheitswoche habe man sich mit einer Auftaktveranstaltung zum Thema Fitness und Prävention im vergangenen Jahr positioniert. Gabriella Squarra, Kurdirektion in Bad Reichenhall, stellte anschließend die Bedeutung des Kur- und Bäderwesens für die Region Südostoberbayern heraus. Diese seien »Jobmotoren«.

Die 2. Vorsitzende des Vereins »Waging bewegt«, Karin Wiedemann, und Kurt Wirsing gaben einen Erfahrungsbericht über die Waginger Gesundheitstage, die seit einigen Jahren abgehalten werden. Neben dem Angebot für die Besucher seien auch der fachliche Austausch und die Vernetzung der Mitwirkenden gewachsen.

Landkreis Traunstein für Hausärzte unattraktiv

In der Diskussion betonte Katrin Schraube vom Ärztlichen Kreisverband Traunstein, dass der Landkreis im Bereich der Hausärzteversorgung vor Problemen stehe. Der Landkreis sei hier offensichtlich unattraktiv. Es könnte sein, dass man künftig 50 Kilometer und mehr fahren muss, um zum nächsten Hausarzt zu kommen. »Die Versorgung der Bevölkerung, aber auch die Versorgung der Touristen ist gefährdet«, glaubt sie. Die regionale Politik müsse viel tun, um die Hausärzte zu fördern und müsse sich darum kümmern, dass Leistung honoriert werde.

Landrat Steinmaßl meinte, nur wenig Medizinstudenten hätten Interesse, später als Hausarzt zu arbeiten. Hier müsse man entgegensteuern. Explizit nannte er die Kassenärztlichen Vereinigungen, die hier gefordert seien. awi