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Suchtprävention im Kreis Traunstein ist ein Erfolg

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Traunstein: Suchtprävention im Landkreis ist ein Erfolg – über Suchtberatung
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Setzen sich für die Jugendsuchtberatung im Landkreis ein (von links) Katharina Stelzer, Stefan Dufter und Lisa Haunerdinger. (Foto: Wannisch)

Traunstein – Erfolgreich etabliert hat sich die Jugendberatung zu Suchtfragen (JUB) im Landkreis Traunstein in ihrem ersten Jahr. Seit März 2019 gibt es das Angebot, das von der Caritas und vom Landkreis Traunstein betreut wird. Im Jugendhilfeausschuss stellten die beiden Sozialpädagoginnen Lisa Haunerdinger und Katharina Stelzer den aktuellen Sachstandsbericht vor.

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Das Beratungsangebot des JUB umfasst alle Bereiche, die mit Sucht zu tun haben – von Alkohol, illegalen Drogen bis hin zu Spielsucht und Essstörungen. An die Beratungsstelle können sich betroffene Jugendliche selbst wenden oder aber, wie Haunerdinger herausstellt, in der Regel suchen zunächst Eltern von Betroffenen Rat. Auch die Stellen der Jugendhilfe treten an die Beratungsstelle heran. Zudem würden Jugendliche nach Suchtpräventionsangeboten oder standardisierten Angeboten, wie HaLT (Hart am Limit) oder FreD (Frühintervention bei erstauffälligen Drogenkonsumenten) in die Beratung kommen.

Seit Start von JUB wurden im Landkreis insgesamt 90 Jugendliche in Traunstein sowie den beiden Außenstellen in Trostberg und Grassau betreut. Die Beratungszahl in Traunstein sei dabei konstant, in den Außenstellen schwanke sie. »Wir führen das darauf zurück, dass Traunstein als Schulstandort für die Jugendlichen zentral gelegen und gut erreichbar ist«, berichtet Stelzer den Ausschussmitgliedern.

Die individuelle Beratungsdauer schwankt dabei von einer Einzelberatung bis hin zu einer langfristigen Betreuung, berichtet die Sozialpädagogin. »Wir haben keine feste Anzahl von Beratungstagen, das läuft individuell«, so Haunerdinger.

Aufgabe sei die Einzelfallberatung, entweder in der Einrichtung an der Herzog-Wilhelm-Straße oder bei Bedarf an den Schulen sowie die Vermittlung zu weiterführenden Angeboten, etwa wenn eine psychiatrische Begleitung oder sogar ein Entzug vonnöten seien.

Immer donnerstags habe die Beratungsstelle eine offene Sprechstunde von 16 bis 17 Uhr, so dass Jugendlichen ein niedrigschwelliges Angebot zur Verfügung steht. Gezielt wende sich das Angebot auch an Kinder und Jugendliche aus suchtbelasteten Familien, wenn diese Rat und Hilfe suchten.

Zuvor hatte Kreisjugendpfleger Stefan Dufter über den Traunsteiner Präventionszirkel (Trapez) berichtet, der im kommenden Jahr sein 20-jähriges Bestehen feiert. Trapez ist ein Fachkräfte-Netzwerk mit dem Ziel, die flächendeckende, bedarfs- und ressourcenorientierte Suchtprävention im Landkreis Traunstein auszubauen. Hauptakteure sind das Jugendamt Traunstein und die Caritas Fachstelle für Suchtprävention im Landkreis.

In einer kurzen Rückschau machte Dufter deutlich, dass sich die Zielgruppe gewandelt habe – von den Jugendlichen und jungen Erwachsenen selbst, hin zu Fachkräften und Multiplikatoren, die Kontakt zu Kindern, Jugendlichen und Familien haben.

In sechs Arbeitskreisen, die von Schule über Betriebe bis hin zu Kindergarten thematisch vieles abdeckten, werden Fortbildungen für Fachkräfte angeboten. Wie es um den Bereich Kindergarten stehe, wollte Kreisrätin Marianne Penn (Grüne) wissen. Vor allem diesen wolle man verstärkt mit Leben füllen, wie Dufter betonte. Man hoffe, in diesem Alter die Kinder zu einem vernünftigen Konsumverhalten animieren zu können, »damit sie später kein problematisches Sucht- verhalten entwickeln«.

Zudem habe man einen Leitfaden für den Umgang mit Suchtmitteln an Schulen entwickelt. Das Kultusministerium habe 2014 die Anweisung an die Schulen herausgegeben, dass diese zum Eingreifen verpflichtet sind, wenn Schüler »dealen« oder konsumieren. »Die Schulen wussten daraufhin allerdings nicht, wie sie dies umsetzen sollen, und sind an uns herangetreten«, berichtete Dufter.

Landrat Siegfried Walch dankte den beiden Sozialpädagoginnen und dem Kreisjugendpfleger sowie allen in der Jugendhilfe Engagierten für deren Einsatz. »Es ist eine enorm wichtige Aufgabe, die Sie leisten.« Die Mitglieder des Jugendhilfeausschusses nahmen die beiden Berichte dankend zur Kenntnis. vew

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