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Stromproduktion soll 2015 beginnen

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Auf den ersten Blick wirkt das Fundament auf der Geothermiebaustelle, auf dem das neue Fernwärmegebäude entstehen soll, wie eine Ausgrabungsstätte eines römischen Gräberfeldes. Dort wurde gestern der Grundstein für das Technikgebäude gelegt. (Foto: Rasch)

Traunreut. »Das Wahrzeichen – der 50 Meter hohe Bohrturm – ist weg, die Pumpversuche erfolgreich absolviert, sodass im Herbst das Thermalwasser gefördert werden kann.« Das betonte Franz Hagenauer, Technischer Leiter der Stadtwerke Traunreut, gestern bei der Grundsteinlegung für ein Fernwärmegebäude. Auf den symbolischen Spatenstich wurde wegen der tropischen Temperaturen verzichtet. Die Gäste kamen auch ohne Schaufeln mächtig ins Schwitzen.


In den kommenden Monaten baut die Geothermische Kraftwerksgesellschaft Traunreut (GKT) die oberirdischen Anlagen für den Thermalwasserkreislauf einschließlich der Fernwärmeübergangsstation. In dem rund 18 mal 15 Meter großen Gebäude wird das Thermalwasser gereinigt. Das heißt, feste Bestandteile werden herausgefiltert, um dann einen Teil der Wärme aus dem Thermalwasser für das Traunreuter Fernwärmenetz auszukoppeln.

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In dem ebenerdigen Gebäude werden auch die technischen Anlagen wie Mess- und Regeltechnik oder Prozessleittechnik der Stadtwerke installiert. Von dieser Netzpumpenstation aus wird dann von den Stadtwerken entlang der Waginger Straße, Theodor-Körner-Straße, Kantstraße, Schillerstraße bis zur Anschlussstelle in der Hans-Böckler-Straße in etwa einem Meter Tiefe eine rund 700 Meter lange Hauptversorgungsleitung verlegt. Die Stadtwerke investieren in das Gesamtprojekt rund drei Millionen Euro. Ende dieses Jahres, so hofft man, soll die Lieferung von Fernwärme aus Geothermie beginnen.

Bürgermeister Franz Parzinger stellte heraus, dass das sehr anspruchsvolle, technisch aufwändige und kostenintensive Projekt nicht nur vorbildlich, sondern auch für die ganze Region wichtig sei. Er betonte auch, dass die langfristige und ökologisch sinnvolle Tiefenenergie für die Bürger der Stadt auch eine Versorgungssicherheit mit Fernwärme zu attraktiven Preisen ermögliche.

Nach Angaben des Geschäftsführers des Investors Grünwald Equity, Raimund König, seien bislang 45 Millionen Euro in das Projekt investiert worden. Bis zur Fertigstellung des Elektrizitätskraftwerks, das im nächsten Jahr realisiert werden soll, werden weitere 35 Millionen Euro dazukommen. Die Stromproduktion soll 2015 beginnen. ga