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Streit um Sperma: Keine Befruchtung mit Sperma von totem Ehemann

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Die mikroskopische Aufnahme zeigt eine menschliche Eizelle, die von Spermien umgeben ist. Foto: dpa/Symbolbild

Das Oberlandesgericht München hat einer Frau aus dem Landkreis Traunstein wenig Hoffnung darauf gemacht, dass sie sich mit dem Sperma ihres toten Ehemannes künstlich befruchten lassen darf.


München (dpa/lby) – Die 35-Jährige und ihr Ehemann, der im Juli 2015 mit 38 Jahren nach einer Herztransplantation starb, hatten sich vergeblich Kinder gewünscht. Künstliche Befruchtungen brachten keinen Erfolg.

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Kurz vor seinem Tod wurden zwei Spermaproben des Mannes eingefroren, die Klinik verweigert die Herausgabe jedoch unter Berufung auf das Embryonenschutzgesetz. Dies hält die Klägerin für verfassungswidrig.

Man habe lange überlegt und beraten, sagte der Vorsitzende Richter Wilhelm Schneider am Mittwoch. Das Gericht könne jedoch keine Verfassungswidrigkeit des Gesetzes erkennen. Das endgültige Urteil soll in einigen Wochen verkündet werden.

Erstmeldung:

Streit um Sperma: Witwe will Samen ihres toten Ehemannes einklagen 

Das Oberlandesgericht München befasste sich am Mittwoch ab 13.00 Uhr in einer Berufungsverhandlung mit einem heiklen Streit. Eine Frau, die von ihrem verstorbenen Ehemann schwanger werden will, verklagt eine Klinik aus dem Raum Traunstein auf Herausgabe der eingefrorenen Sperma-Probe, die ihr Mann vor seinem Tod abgegeben hatte. Die Klinik verweigert das. Eine Klage dagegen hatte das Landgericht Traunstein bereits abgewiesen.

Die Frau hatte seit Juni 2014 erfolglos versucht, durch eine künstliche Befruchtung schwanger zu werden. Im April 2015 wurden die Spermien des Mannes eingefroren, im Juli 2015 starb er. Die Witwe ist der Ansicht, dass ihr aufgrund ihres «grundrechtlich gesicherten  Rechts auf Fortpflanzung» die Herausgabe der Sperma-Probe zustehe. Die Klinik beruft sich auf das Embryonen-Schutzgesetz, wonach eine Eizelle nicht mit dem Samen eines Toten künstlich befruchtet werden darf. (dpa/lby)