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Streit um 284 Quadratmeter

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Für die Radwegunterführung an der Staatsstraße bei Manholding hat Landwirt Franz Helmberger 618 Quadratmeter landwirtschaftliche Fläche an das Staatliche Bauamt Traunstein verkauft. Tatsächlich sind jetzt aber 902 Quadratmeter bebaut. (Foto: Niederbuchner)

Nußdorf – Landwirt Franz Helmberger ist sauer auf das Staatliche Bauamt Traunstein. 618 Quadratmeter landwirtschaftliche Fläche hat er für den Bau der Radwegunterführung bei Manholding an die Behörde verkauft. Tatsächlich sind jetzt aber 902 Quadratmeter bebaut, wie eine Überprüfung durch das Vermessungsamt Traunstein ergab. Der Bauer fühlt sich über den Tisch gezogen. Das Bauamt hält dagegen.


Seit vergangenen Herbst ist die Radwegunterführung an der Staatsstraße bei Manholding fertiggestellt; sie ist Teil des Radwegs von Matzing nach Sondermoning. »Ich hab' auch für die Unterführung gekämpft«, erzählt Franz Helmberger. Schließlich habe er auch mehr Sicherheit an dieser Stelle haben wollen. »Aber so geht es nicht«, findet der Landwirt.

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Rund 1000 Quadratmeter eingebüßt

Er spricht von rund 1000 Quadratmetern, die er durch das Bauwerk verloren habe. Schließlich müsse er, wenn er sein Feld bearbeite, jetzt zusätzlich einen Meter Abstand zu der neu geschaffenen Böschung einhalten; die Berufsgenossenschaft würde dies vorschreiben.

Zwei Vor-Ort-Termine gab es bereits mit Vertretern des Staatlichen Bauamts. Eine Einigung ließ sich noch nicht erzielen. Sieben Euro pro Quadratmeter, erzählt Helmberger, würde er bekommen – genauso viel wie beim Verkauf der 618 Quadratmeter. Doch das ist dem Landwirt zu wenig. Auch einen Tauschgrund, dem ihm die Behörde angeboten hätte, wollte er nicht.

Franz Helmberger sieht das Ganze so: »Ich wollte ja nicht mehr Grund hergeben als die 618 Quadratmeter. Und jetzt will ich eine Entschädigung.« Er findet: »So geht man mit Bauern nicht um.« Und weiter: »Es kann nicht sein, dass das die Gangart vom Bauamt ist.« Inzwischen hat der Landwirt auch einen Anwalt eingeschaltet.

Peter Maltan, der zuständige Abteilungsleiter am Staatlichen Bauamt Traunstein, bestätigt, dass für die Radwegunterführung mehr Fläche gebraucht wurde, als ursprünglich gedacht. Er betont aber, dass in den Verträgen mit dem Grundbesitzern immer eine »Circa-Fläche« vereinbart werde. »Das ist bei Herrn Helmberger auch so passiert.« Auf den Quadratmeter genau, so führt der Abteilungsleiter weiter aus, könne man vorher nie sagen, wie viel Fläche man brauche. In diesem Fall sei es leider mehr gewesen.

Maltan bestätigt, dass sich seine Behörde in Verhandlungen mit dem Landwirt befinde, er aber bisher auf kein Angebot eingegangen sei. Nicht nur den Tauschgrund habe der Nußdorfer ausgeschlagen. »Wir hatten ihm auch eine Entschädigungsleistung angeboten«, so Maltan. Dennoch betont er: »Wir hoffen, die Verhandlungen zu einem einvernehmlichen Abschluss zu bringen.« san